Alt Damerow : Frisches Reet für altes Dielenhaus

Die letzten Reetdachbunde  kommen auf das Dach des rund 400 Jahre alten Dielenhauses auf dem Pingelhof in alt Damerow.
Die letzten Reetdachbunde kommen auf das Dach des rund 400 Jahre alten Dielenhauses auf dem Pingelhof in alt Damerow.

Sanierung des Pingelhofes wird fortgesetzt: 2200 Bunde Schilf vom Ufer des Schwarzen Meeres verbaut

von
30. Oktober 2019, 05:00 Uhr

Noch in dieser Woche will das Team der Plater Dachdeckerfirma von Frank Casper sein Werk vollenden. In den vergangenen Tagen haben die Mitarbeiter rund 2200 Bund Reet auf dem in die Jahre gekommenen Dach des Dielenhauses auf dem legendären Pingelhof in Alt Damerow am Rande der Lewitz verbaut. „Da fällt uns ein großer Stein vom Herzen. Für den Erhalt der historischen Museumsanlage ist dies ein existenzielles Projekt. Die Gemeinde Domsühl hat dafür vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt eine Förderung von gut 48 000 Euro erhalten“, freut sich Bürgermeister Hans-Werner Beck. Damit konnten 90 Prozent der Gesamtkosten von 53 000 Euro beglichen werden. Im Vorjahr hatte bereits der Förderverein Pingelhof mit der Neueindeckung einer mehr als 200 Jahre alten Scheune ein rund 50000-Euro-Projekt mit maßgeblicher Unterstützung der lokalen Leader-Aktionsgruppe und zahlreicher Sponsoren realisiert.

Auf dem mehr als 400 Jahre alten Pingelhof – dem ältesten erhalten gebliebenen Bauernhofensembles der Region – sind das große Dielenhaus und die mehr als 200 Jahre alte Scheune Blickfänge für Gäste aus Nah und Fern. Nach dem Tod der letzten Bewohnerin Erna Pingel im Jahr 1984 hatte sich die Domsühler LPG dafür eingesetzt, dass der Hof als kulturhistorisches Erbe erhalten bleibt. Obwohl Baumaterialien und Geld knapp waren, konnten die Gebäude instandgesetzt und Dächer mit Reet gedeckt werden – wie vor hunderten Jahren. „Wir hatten gehofft, dass die Dächer länger halten, aber das sparsam eingesetzte Material ist nach drei Jahrzehnten so verschlissen, dass jetzt nur eine Neueindeckung in Frage kam“, sagt Vorstandsmitglied Hermann Freude.

Dass nun wenige Tage nach dem 30. Geburtstag des Agrarhistorischen Museums, das vor wenige Tagen mit einem großen Fest gefeiert wurde, auch ein großer Teil des Dielenhausdaches neu eingedeckt werden konnte, ist für die Mitglieder des Fördervereins ein großes Glück.

Nach mehrmonatiger Winterpause wird die Hofanlage im April wieder für Besucher öffnen, die dann die neuen Reetdächer in Augenschein nehmen können.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen