Zachow : Gemeinsam feiert es sich besser

Wer nicht tanzte, war willkommener Zuschauer
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Wer nicht tanzte, war willkommener Zuschauer

Fasching in der Seniorentagesstätte. Betreuung im Gutshaus Zachow setzt auch auf aktivierende Pflege.

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06. Februar 2018, 21:00 Uhr

110 Jahre steht es schon da, bodenständig und doch ein wenig mondän in der Mecklenburger Landschaft - das Gutshaus Zachow. Ab dem ersten Weltkrieg wechselten die Besitzer häufig, manch einem ist das Schwangerenerholungsheim „Clara Zetkin“ noch ein Begriff, welches 1952 die dortigen Räumlichkeiten bezog. Seit 2006 ist das Gutshaus in privater Trägerschaft und neben einer Arztpraxis beherbergt es seit September 2015 auch die Seniorentagesstätte Zachow, kurz SETAZA.

Geschäftsführerin Monique Vernaleken, selbst in fescher Kostümierung, ließ zur Faschings-Party den Bär steppen. Zusammen mit ihren Kolleginnen Sandra Koch, Beate Vernaleken, der stellvertretenden Pflegedienstleitung Nicole Renner und Köchin Astrid Clasen, welche sich allesamt ebenfalls karnevalsgetreu in Schale geworfen hatten, veranstaltete sie eine kleine Feier in vier Akten. Zum Frühstück gab es feinen Lachs und prickelnden Sekt, danach legte Unterhalter Dieter Pruhs auf und manch ein Tagesgast schwang lässig die Hüften. Im dritten Teil folgten die Büttenreden und zum Abschluss gab es ein würdiges Faschings-Mahl mit abschließendem Dessert.

Unterschiedlich, wie die Menschen eben sind, ließen es manche Gäste entspannt angehen, während andere mittendrin statt nur dabei waren. Dazu gehörte auch Dieter Westphal, der sowohl auf dem Tanzparkett als auch während der Polonäse eine gute Figur machte. Dabei war der 79-Jährige anfangs wenig überzeugt von der Idee einer Tageseinrichtung. „Der Schritt in Richtung Pflege ist eben wahnsinnig schwierig“, so Monique Vernaleken. Doch nach einem von der SETAZA angebotenen Schnuppertag überlegte er es sich anders und ist mittlerweile regelmäßig hier und hilft dem Hausmeister sogar manches mal beim Laub haken oder Rasen mähen.

„Ich finde die Arbeit hier sehr gut. Hier gibt es noch mehr den echten Bezug zu den älteren Herrschaften“, so Nicole Renner. Und dadurch werden unter dem Stichwort „aktivierende Pflege“ auch tägliche Gedächtnistrainings durchgeführt - zum Beispiel das Erraten von Sprichwörtern in lockerer Runde.

Ein festes Ritual ist auch die tägliche Zeitungsschau – sehr zur Freude der anwesenden Presse. So sind die Senioren täglich nach dem Frühstück top informiert über alles in der Region und Übersee. Acht Mitarbeiter, vom Fahrdienst bis zur Betreuung, umsorgen von Montag bis Freitag die maximal 15 Tagesgäste. Wer mal über den Pütter Tellerrand Ausschau halten möchte nach einem Plätzchen für ein gemütliches Miteinander im Alter, der schaue doch mal in Zachow vorbei, Telefon 038729-224122.

Mona Laudan


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