Parchim und Lübz : Jetzt wird endlich wieder gekocht

In ihrem Restaurant „Rhodos“ darf Stergiani Koutouza ab Sonnabend wieder Gäste empfangen
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In ihrem Restaurant „Rhodos“ darf Stergiani Koutouza ab Sonnabend wieder Gäste empfangen

Gastwirte und Restaurantbesitzer erleichtert über Lockerungsmaßnahmen. Ein volles Geschäft wird es aber noch nicht geben

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06. Mai 2020, 05:00 Uhr

Nochmal dreimal schlafen – dann darf Stergiani Nina Koutouza nach zwei Monaten Corona-Zwangspause ihr griechisches Restaurant „Rhodos“ am Alten Markt endlich wieder öffnen. „Es wurde Zeit. Unsere Branche musste mit am längsten warten“, sagt die Parchimer Gastronomin. Wie viele ihrer Kollegen hat sie sich in den vergangenen Wochen mit Außer-Haus-Verkauf über Wasser gehalten. „Ich habe mir schon Sorgen gemacht, wie lang es noch so weitergehen soll“, beschreibt Koutouza die Phase der Ungewissheit und Verunsicherung in der Branche. Auch für ein geschlossenes Restaurant würden Miete, Nebenkosten und Versicherung fällig werden. Nun gibt es jedoch einen Lichtblick für die Betreiber von Restaurants, Gaststätten, Pensionen und Hotels.

Ab kommenden Samstag dürfen Gastronomen wie Koutouza wieder Gäste von 6 bis 21 Uhr am Tisch bedienen. „Ich freue mich darauf. Es ist schönes Gefühl“, sagt die Griechin. Der Schritt der Restaurant-Öffnung war „bitter nötig“, findet auch Anja Brockmöller, Regionalleiterin beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). Hoteliers und Gastwirte können ihren Gästen nun endlich genaue Termine nennen und wieder planen. Perspektivisch müsse es natürlich weitergehen, sagt Brockmöller weiter.

Der Betrieb von Restaurants und dann ab 18. Mai auch von Hotels ist vorerst an strenge Auflagen geknüpft. Tische müssen in der Regel vorab reserviert werden und dürfen nur für maximal sechs Personen ausgelegt sein. Das Servicepersonal muss einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Zwischen fremden Personen gilt ein Mindestabstand von 1,50 Meter.

„Unter diesen Bedingungen wird natürlich noch kein volles Geschäft möglich sein“, erklärt der Inhaber des Parchimer Restaurants „Stadtkrug“, Michael Schroll. Obwohl sie den Umsatz drücken werden, hat Schroll dennoch Verständnis für die strikten Hygienevorschriften und Beschränkungen bei den Besucherzahlen. „Wir müssen vorsichtig sein“, betont der Restaurantinhaber mit Blick auf die Ansteckungsgefahr durch den Coronavirus. Um die Umsetzung der strengen Hygienevorschriften macht sich Dehoga-Vertreterin Brockmöller aber keine Sorgen. Der Verband erarbeitete für seine Gastronomen und Hotelbetriebe gerade einen Maßnahmenkatalog. „Wir sind alle in Hygiene geschult. Wir können das“, betont die Branchen-Expertin.

In der Pension und Gaststätte „Zum Lindeneck“ in Lübz blickt Inhaber Olaf Schönfeldt optimistisch auf den kommenden Sonnabend. „Es ist gut, dass wir Termine haben, wann wir wieder öffnen können“, findet er.

So entstehe endlich eine gewisse Planungssicherheit. In seiner Gaststätte seien auch Hygienemaßnahmen gut umsetzbar, da er über große Räumlichkeiten verfüge und alleine schon deswegen die Tische weit voneinander entfernt aufstellen könnte. Unklar ist Schönfeldt zurzeit aber noch wie er die auf maximal 60 Prozent begrenzte Belegung von Pensionsbetten umsetzen könne.

Schönfeldt hofft, dass die landesweite Öffnung von Restaurants und Pensionen nicht zu einem Anstieg der Infektionszahlen mit dem Coronavirus führt und die Lockerungen zurückgenommen werden könnten. Eine eine erneute Schließung von Amts wegen wäre für seinen Betrieb sehr abträglich. Mit dieser Sorge dürfte der Gastronom nicht alleine sein.

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