Mestlin : Kulturhaus als öffentliche Aufgabe

Mit Vertretern der Bosch-Stiftung inspizierte Claudia Stauß (2.v.l.) die Ost-Terrasse des Kulturhauses.
Mit Vertretern der Bosch-Stiftung inspizierte Claudia Stauß (2.v.l.) die Ost-Terrasse des Kulturhauses.

Verein „Denkmal Kultur Mestlin“ fordert Engagement von Kreis und Land für das Erbe von nationalem Rang

nnn.de von
02. Januar 2018, 05:00 Uhr

Für das Neue Jahr 2018 hat Claudia Stauß einen großen Wunsch: „Unsere Landesregierung möge endlich die Bereitschaft bekunden, sich am Engagement um die Erhaltung des nationalen Erbes Kulturhaus Mestlin angemessen zu beteiligen.“ Die Vorsitzende des Vereins „Denkmal Kultur Mestlin“ wünscht sich vor allem eine grundlegend strukturelle Entlastung: „Wir sind halt nur eine Handvoll Ehrenamtlicher.“ Auf dieser bisherigen Grundlage für das Kulturhaus ein Veranstaltungsprogramm für ein ganzes Jahr zu organisieren, sei eine ungemein große Belastung. „Das dürften wir eigentlich nicht tun.“ Ziel müsse es vielmehr stattdessen sein, „durch unsere Erfolge zu einer Hauptamtlichkeit zu kommen, die durch ehrenamtliches Engagement langfristig und kontinuierlich unterstützt wird.“ Der Verein will deshalb die Landesebene wachrufen, um dort die gebührende Zuwendung zu erfahren. „Ein Besuch von Ministerpräsidentin Schwesig wäre bestimmt förderlich.“ Ein Besuch der Kultusministerin Birgit Hesse habe bislang keine Ergebnisse gebracht.

Zwischen Gemeinde und Verein habe sich das Verhältnis in jüngster Zeit spürbar verbessert. Inzwischen habe sogar die Mestliner Gemeindevertretung förmlich festgestellt, dass sie mit dem Kulturhaus und dem Gebäudeensemble rund um den Karl-Marx-Platz überfordert sei. Deshalb sei nunmehr zumindest der Kreis gefordert, Farbe zu bekennen. Für den Jahresanfang 2018 habe Landrat Christiansen einen ersten Besuch angekündigt. „Das Kulturhaus Mestlin muss eine öffentliche Aufgabe werden.“ Genau in diesem Sinne suche der Verein aktuell in Zusammenarbeit mit dem in Dargelütz ansässigen „Jugendförderverein Parchim-Lübz“ einen vom Landkreis finanzierten Sozialarbeiter, der dem Verein die nachhaltige Arbeit mit Mestliner Jugendlichen abnimmt. „Das können wir dauerhaft nicht auch noch leisten.“ Bislang habe sich das Engagement des Vereins für Jugendliche in einem alljährlichen Theaterprojekt erschöpft. Doch viel wichtiger sei es, für die Jugendlichen rund um das Jahr eine zuverlässige Anlaufstelle zu etablieren und damit Möglichkeiten zu eröffnen, „die wir alleine nicht schaffen können“. Entsprechend geeignete Räumlichkeiten gebe es in Mestlin „ohne Ende“.

Längst habe sich das Kulturhaus Mestlin als professioneller Veranstaltungsort etabliert. „Wir bieten außerdem eine tolle Atmosphäre.“ Sogar das Konzert eines 60-köpfigen Sinfonie-Orchesters sei problemlos über die Bühne gebracht worden. Diese Professionalität sei mit dem Spielstättenpreis der „Festspiele MV GmbH“ gewürdigt worden. „Mestlin mit seinem ganzheitlichen Ansatz hat eine Leuchtturmfunktion.“ Außerdem sei der Verein auf Vorschlag des Landesamts für Denkmalschutz vom Deutschen Nationalkomitee ausgezeichnet worden, „weil es uns nicht allein um die Erhaltung der Substanz geht“. Im vergangenen Jahr sei es dem Verein vorzüglich gelungen, das Kulturhaus mit Leben zu füllen. Erneut habe die Reihe der üblichen Veranstaltungen wie KunstHeute, Hinterland oder KunstOffen stattgefunden. Aber es seien weitere Veranstaltungen wie Filme, Vorträge, Ausstellungen, Konzerte, Liederabende oder Theater hinzugekommen. „Das hat uns viel Mehrarbeit bescherte“. Für 2018 stehe bereits fest, dass der Liedermacher Hans-Eckardt Wenzel erneut ein Konzert gebe, diesmal zusammen mit seiner Band.

Auch baulich ging es mit dem Kulturhaus voran. Nach der Sanierung der Treppenanlage am Haupteingang wurde die nördliche Terrasse erneuert. Für 2018 seien Fördermittel zur Sanierung der großen Terrasse auf der Ostseite beantragt worden. Zudem stehe der weitere Einbau von Türen und Fenstern an. Auch werde der Verein daran arbeiten, das Brandschutzkonzept voranzubringen. Inzwischen sei erreicht worden, das für Veranstaltungen mit bis zu 200 Besuchern keine Sondergenehmigungen oder Auflagen mehr notwendig seien. „Unser Ziel ist es, dass wir auch für Großveranstaltungen eine reguläre Spielstätte sind.“

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