Ausstellung in Parchim : Mahnung und Gedenken

Freuen sich, dass die zunächst in Neustadt gezeigte Ausstellung nun in Parchim zu sehen ist: Peter Warnecke (l.) und Gerhard Düker vom Kultur- und Heimatverein.
Freuen sich, dass die zunächst in Neustadt gezeigte Ausstellung nun in Parchim zu sehen ist: Peter Warnecke (l.) und Gerhard Düker vom Kultur- und Heimatverein.

100 Jahre Ende des Ersten Weltkrieges: Verein aus Neustadt-Glewe zeigt Ausstellung in Parchim

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23. Januar 2019, 05:00 Uhr

„Wie ich gestern durch die Stellung ging, da sah ich, wie ich um eine Schutzwehr bog, unseren toten Kameraden Griehn…“ Zeilen aus einem Brief von Fritz Langner aus Neustadt-Glewe. Er war Teilnehmer am Ersten Weltkrieg. Seine Erlebnisse, die Langner in Wort und Bild dokumentierte, stehen im Mittelpunkt der Ausstellung „100 Jahre Ende des Ersten Weltkriegs“, die der Kultur- und Heimatverein Neustadt-Glewe konzipiert hat. Nachdem sie zunächst auf der Neustädter Burg präsentiert wurde, ist sie nun in der Kreisverwaltung in Parchim in der Putlitzer Straße zu sehen.

Bis zum 28. Februar werden auf dem Flur der zweiten und in Vitrinen der dritten Etage berührende Zeitzeugnisse ausgestellt. Am 4. Februar besteht um 17 Uhr vor Ort die Möglichkeit, mit den Gestaltern der Ausstellung vom Kultur- und Heimatverein persönlich ins Gespräch zu kommen.

„Der Krieg war die erste Völkerschlacht des 20. Jahrhunderts. Mit der Ausstellung wollen wir zum Mahnen und Gedenken beitragen und dazu, dass nichts in Vergessenheit gerät“, sagt Peter Warnecke, Vorsitzender des Vereins. Über Monate haben Mitglieder des Vereins Dokumente zusammengetragen: Briefe, Fotos, Plakate und alte Zeitungen aus Privatbesitz und dem Kreisarchiv. Vereinsmitglied Gerhard Düker, der unter anderem Briefe des Lehrers Fritz Langner sichtete, bekam beim Lesen regelrecht Gänsehaut. „War anfangs in Fotos und Briefen eine Euphorie zu erkennen, wurde dann zunächst unterschwellig die Grausamkeit des Kriegs sichtbar. Schließlich gab es einen Sinneswandel von Begeisterung hin zu Betrübtheit“, so Hobbyforscher Gerhard Düker.

Die Ausstellung ist auch deshalb so wertvoll, weil die gezeigten Dokumente nicht von sogenannten Frontberichterstattern stammen, sondern unmittelbar aus der Sicht des Soldaten im Graben entstanden. Zu den Dokumenten in der Ausstellung gehört ebenfalls eine Namensliste von 98 Neustädtern, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind. Die Liste wurde im Jahre 2011 beim Abriss des Kriegerdenkmals am Ludwigsluster Schloss in einer Schatulle entdeckt. Während dieses Denkmal abgerissen wurde, gibt es in den Ortsteilen sowie in Brenz und Blievenstorf erhalten gebliebene Denkmale, die jetzt fotografiert wurden.

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