Parchim : Parchims Golden Gate muss saniert werden

Anke Restorff nutzt die Plümperwiesenbrücke fast täglich.
Anke Restorff nutzt die Plümperwiesenbrücke fast täglich.

Holzkonstruktion der Plümperwiesenbrücke weist Pilz- und Fäulnisschäden auf. Arbeiten sind 2018 geplant

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11. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Egal welches Wetter: „Eine Runde mit dem Fahrrad um Parchim muss drin sein“, lacht Anke Restorff. Etwa eine Stunde lang tritt die Mittsechzigerin täglich in die Pedale. Fast immer führt die Tour auch über die Plümperwiesenbrücke. „Eine schöne Brücke“ , findet sie. Zuweilen legt Anke Restorff dort noch einen kleinen Zwischenstopp ein, um ein paar Leckerlies für die Enten in die Eldefluten zu werfen. Anke Restorff wohnt seit 1970 in Parchim. „Das ist meine Heimatstadt. Ich lebe gern hier und habe in Parchim alles, was ich brauche“, schwärmt sie.

Die Plümperwiesenbrücke, von einigen sogar liebevoll Golden Gate von Parchim genannt, steht seit ihrer Errichtung im Jahr 1999 bei Fußgängern und Radfahrern hoch im Kurs: Als schnelle Verbindung von der Weststadt Richtung Regimentsvorstadt und weiter in die Altstadt oder umgekehrt, als Spazierweg, Joggingpfad oder Ausführstrecke von Bello, Maxi &Co. Die Jungen und Mädchen der Paulo-Freire-Schule in unmittelbarer Nachbarschaft gelangen über die Brücke zum Rodel- bzw. Tobeberg. Integrationshelferin Daniela Karbe und ihre siebenjährige Tochter passieren die Plümperwiesenbrücke täglich auf dem Weg zum Arbeitsplatz bzw. zur Schule. Er führt vom Exerzierplatz zum Ziegeleiweg. „Das ist für uns der kürzeste und sicherste Weg“, weiß Daniela Karbe diese Verbindung sehr zu schätzen.

In naher Zukunft muss die Brücke allerdings für einen bestimmten Zeitraum gesperrt werden, weil eine grundhafte Instandsetzung ins Haus steht. „Bei der diesjährigen Hauptprüfung wurden u. a. Pilzbefall und Fäulnisschäden an der Holzkonstruktion festgestellt, welche einen akuten Handlungsbedarf auslösen“, erläutert der zuständige Fachbereichsleiter in der Stadtverwaltung, Frank Schmidt. Untersuchungen in diesem Umfang finden neben den turnusmäßigen Überprüfungen alle sechs Jahre statt. Diesmal sei auch neues technisches Gerät zum Einsatz gekommen, das eine noch bessere Diagnostik zulässt.

Das im Herbst bekannt gewordene Ergebnis hat die Stadt kalt erwischt. Die Brücke sei regelmäßig gewartet, gereinigt und mit einem Schutzanstrich versehen worden. Zum Glück sei das Ergebnis noch zur rechten Zeit gekommen, um vorsorglich tätig werden zu können. Frank Schmidt: „Die Brücke ist noch standsicher. Alle notwendigen Sicherungsmaßnahmen sind laut Empfehlung der Brückenprüfer ausgeführt worden.“ Die Stadt will das Problem nun zügig aus der Welt schaffen. Derzeit wird mit Hochdruck an der Planung gearbeitet. Während die eigentliche Konstruktion mit den Unterbauten aus Beton und den Stahlbauteilen völlig in Takt ist und damit erhalten werden kann, muss der Holzüberbau erneuert werden. Die Überlegungen, welches Material (Holz, Kunststoff oder Material) dabei zum Einsatz kommt, sind noch nicht abgeschlossen. Man wolle in alle Richtungen ausloten, was die vertretbarste Lösung auch auf lange Sicht ist. Parallel dazu steht die Brücke nun unter wöchentlicher Beobachtung.

Erste vorsichtige Schätzungen beziffern den Investitionsaufwand mit ca. 675 000 Euro. Die Finanzierung ist in trockenen Tüchern, nachdem der Doppelhaushalt für die kommenden beiden Jahre bereits vor einigen Tagen grünes Licht von den Stadtvertretern erhielt (SVZ berichtete). Auf einen konkreten Zeitplan, wann die Arbeiten nächstes Jahr ausgeführt werden sollen, könne man sich zum jetzigen Zeitpunkt bei der Stadt aber noch nicht festlegen. Fest steht unterdessen: Die Brücke muss dazu gesperrt werden und es wird keinen Behelfsüberweg geben. Anke Restorff sieht dem gelassen entgegen: „Dafür, dass die Brücke dann wieder richtig in Schuss ist, nehme ich den Umweg gerne in Kauf.“

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