Suchtberatung Parchim und Ludwigslust : Spielerisch gegen Sucht im Alltag

Würfelspiel zum Nikotinkonsum
Würfelspiel zum Nikotinkonsum

Nur 2 von 20 Schulen folgten der Einladung der Beratungsstellen zum Präventionstag

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29. Oktober 2019, 12:00 Uhr

Vier von acht 14-Jährigen meldeten sich auf die Frage: Wer von Euch raucht? „Ich habe mit elf angefangen“, verriet eine der Jugendlichen. Die Glimmstängel würde sie von ihren Kumpels bekommen. Die Schülerin absolvierte am Montag zusammen mit 44 anderen aus den Förderschulen Ludwigslust und Parchim einen Promille-Run, besuchte die Raucher-Lounge, spielte mit großen Würfeln, baute eine Mauer und sah sich den Spielfilm „Zoey“ über Kinder mit einem alkoholsüchtigen Vater an.

Die wichtigsten bausteine des Lebens sollten die 14-Jährigen unten verbauen, die weniger wichtigen oben. 'Ist Sex wichtiger als die Familie? Und die Natur wichtiger als Shoppen?', waren die diskutierten Themen.
K. Frick

Die wichtigsten bausteine des Lebens sollten die 14-Jährigen unten verbauen, die weniger wichtigen oben. "Ist Sex wichtiger als die Familie? Und die Natur wichtiger als Shoppen?", waren die diskutierten Themen.

 

Die Stationen gehörten zum Präventionsprojekt gegen Alkohol- und Nikotinkonsum im Parchimer Haus der Jugend. Das boten die Suchtberatungsstellen Ludwigslust und Parchim, beide in Trägerschaft des Diakoniewerks Kloster Dobbertin, gemeinsam an.

Die Brille simuliert 0.8 Promille im Blut und lässt alle Schüler nur noch sehr unsicher den Kegelparcour umlaufen.
K. Frick

Die Brille simuliert 0.8 Promille im Blut und lässt alle Schüler nur noch sehr unsicher den Kegelparcour umlaufen.

 

Beim Promille-Run stolperten die Schüler der zehnten Klasse nacheinander um rotweiße Kegel und stießen die meisten um. Schuld daran waren die Brillen, die sie aufgesetzt hatten und die jeweils einen Gehalt von 0,8 oder 1,3 Promille im Blut simulierten. Auf die Frage: „Wieviel Promille dürfen Fahranfänger im Blut haben?“, wusste niemand eine Antwort. „Es sind null für Fahranfänger, das gilt bis zu einem Alter von 21 Jahren und auch für Fahrradfahrer“, erklärte Katja Ossenbrink von der Beratungseinrichtung Parchim. Sie zeigte sich wie ihre Kollegin Katja Rivoir aus Ludwigslust enttäuscht, dass nur die beiden Förderschulen das Präventionsprojekt angenommen hatten. „Wir haben alle 20 weiterführenden Schulen im Landkreis angeschrieben. Alle rufen nach mehr Prävention und dann so etwas.“

Katja Ossenbrink ist in der Suchtberatungsstelle Parchim für die Prävention verantwortlich. Hier vor einer Riesen-Kippe in der Raucher-Lounge zur Veranschaulichung der giftigen Inhaltsstoffe.
K. Frick

Katja Ossenbrink ist in der Suchtberatungsstelle Parchim für die Prävention verantwortlich. Hier vor einer Riesen-Kippe in der Raucher-Lounge zur Veranschaulichung der giftigen Inhaltsstoffe.

 

„Bei uns gehört Prävention von legalen und illegalen Drogen gerade zum Lehrplan“, sagte Jacqueline Röhr von der Förderschule Ludwigslust. Sie und ihre Kolleginnen waren von dem Projekttag so begeistert, dass sie sich gleich für das nächste Jahr anmeldeten. „Ich greife das auf jeden Fall noch einmal im Sozialkundeunterricht auf“, so Röhr.

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