Stoffmasken braucht das Land

Freut sich, dass die DRK-Kampagne Fahrt aufnimmt: Ehrenamtskoordinator Michael Krüger (r.)
Freut sich, dass die DRK-Kampagne Fahrt aufnimmt: Ehrenamtskoordinator Michael Krüger (r.)

Parchimer DRK-Kreisverband organisiert Nähkampagne und sucht weitere Unterstützer sowie Spenden an Zubehör

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14. April 2020, 05:00 Uhr

Nähmaschinen im Dauerbetrieb: Der DRK-Kreisverband setzt auf Hilfe zur Selbsthilfe und hat über die sozialen Netzwerke eine Kampagne zum Nähen von Stoffmasken ins Leben gerufen. Die Resonanz ließ wie bei ähnlichen Initiativen im berüchtigten Corona-Frühling nicht lange auf sich warten. Viele Hobbynäherinnen und -näher haben ihre Maschinen längst heißlaufen lassen. „Doch es wird noch jede Menge Nachschub gebraucht“, sagt Michael Krüger, Koordinator für das Ehrenamt beim Wohlfahrtsverband.

Geboren wurde die Aktion aus der Not heraus: „Wir mussten leider feststellen, dass unsere Mitarbeiter im Bereich der Altenpflege beziehungsweise in den Seniorenheimen ungenügend mit Schutzkleidung und sonstiger persönlicher Schutzausrüstung ausgestattet sind. Die Beschaffung ist gegenwärtig fast unmöglich“, beschreibt der DRK-Mitarbeiter die prekäre Situation. Deshalb sei man auf die Idee gekommen, zumindest die Stoffmasken selbst herzustellen. Ein Aufruf mit der Bitte um Unterstützung verfehlte seine Wirkung nicht: Die ersten Spenden von Baumwollstoffen trudelten ein, teilweise sogar aus anderen Gegenden von Mecklenburg-Vorpommern. Näherinnen und Näher meldeten sich, die die Masken in Heimarbeit herstellen wollten. Michael Krüger: „Wir sind uns darüber im Klaren, dass die Stoffmasken keinen medizinischen Ansprüchen gerecht werden können. Doch sie sind ein Mittel von vielen Vorsichtsmaßnahmen, um das Übertragungsrisiko zu reduzieren nach dem Motto: Der Träger einer Stoffmaske schützt sich selbst, indem er andere schützt.“ Fakt ist aber auch, dass Mitarbeiter in der Altenhilfe ein und die selbe Stoffmaske nicht über einen Zeitraum von acht Stunden oder gar länger benutzen können. Aus hygienischen Gründen ist es notwendig, sie während einer Dienstschicht mehrfach auszutauschen. Daraus erklärt sich der hohe Bedarf von mehreren Tausend Stück, verdeutlicht der Ehrenamtskoordinator beim DRK-Kreisverband. „Wenn man davon ausgeht, dass gegenwärtig etwa 100 Teile am Tag in Heimarbeit angefertigt werden, liegt noch ein langer Weg vor uns, bis ausreichend Stoffmasken zur Verfügung stehen“, so Krüger. Deshalb werden noch weitere Freiwillige gesucht, die sich zum Schutz derjenigen Mitarbeiter, die nicht ins Homeoffice gehen können, an die Nähmaschinen setzen wollen. Dringend benötigt wird auch noch Zubehör, vor allem Garne beziehungsweise Fäden im Großrollenformat und Gummiband. Das ist inzwischen vielerorts Mangelware geworden, da es mittlerweile viele Initiativen in Stadt und Land zum Nähen von Stoffmasken gibt. Michael Krüger: „Es wäre ein hervorragendes Signal der Zivilgesellschaft, wenn diese Initiativen näher zusammenrücken, damit so schnell wie möglich alle Mitarbeiter in der Seniorenbetreuung mit einer ausreichenden Anzahl von Stoffmasken ausgerüstet werden könnten.“ Wer das DRK-Projekt unterstützen möchte, erreicht Michael Krüger unter der Nummer 03871/62250 oder per Email an Michael.Krueger@drk-parchim.de.

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