Pennewitt - Kleinod für Familien

So dick liege manchmal die Hinterlassenschaft von Landwirtschaftsfahrzeugen auf diesem gepflasterten Weg, monieren die Rentner Friedrich Katelhöhn und Helga Wendt gegenüber Eliana Picha. Der Ortsteilbeirat war auf Tour in Pennewitt.Bernd Möschl
So dick liege manchmal die Hinterlassenschaft von Landwirtschaftsfahrzeugen auf diesem gepflasterten Weg, monieren die Rentner Friedrich Katelhöhn und Helga Wendt gegenüber Eliana Picha. Der Ortsteilbeirat war auf Tour in Pennewitt.Bernd Möschl

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28. Mai 2010, 01:57 Uhr

Warin | Wer nach Pennewitt kommt, staunt als erstes über die schmucken Häuschen. Egal ob neu oder uralt, sämtliche Anwesen machen einen gepflegten Eindruck und zeugen vom Engagement ihrer Bewohner, die sich ganz offenbar sehr wohl fühlen hier.

Das betrifft wohl auch Ausflügler wie Rosemarie Dawe aus Warin, die mit ihrer Nachbarin Rosemarie Niestroj gerade auf einer Fahrradtour durch das Dörfchen kam, in dem Letztere aufgewachsen ist. "20 Jahre habe ich später in Groß Labenz gewohnt und bin vor sechs Jahren nach Warin gezogen", verrät sie dem Ortsteilbeirat bei seiner Begehung. "Hier in Pennewitt aber wars am schönsten!"

Damit spricht die ältere Dame einer jüngeren aus der Seele, die sich mit den Passanten freundlich über den Gartenzaun unterhält. Sie heiße Vera Langhoff und sei nach vier Jahren in Brüel gerade vor Wochenfrist in ihr Heimatdorf Pennewitt zurückgezogen, weil es "so ideal für kleine Kinder" ist.

In der Tat gibt es unter den derzeit knapp hundert Einwohnern mehr als 20 Kinder, bestimmt ein Dutzend davon im Vorschulalter, weiß Eliana Picha. Auch die ehrenamtlich engagierte Vorsitzende des noch jungen Wariner Ortsteilbeirats ist seit ein paar Jahren mit ihrer Familie in Pennewitt heimisch geworden. Aus vollem Herzen unterstützt sie darum den Wunsch vor allem der jungen Eltern nach einem Kinderspielplatz. Das weitläufige grüne Dreieck in der Buswendeschleife würde sich - übrigens auch nach Ansicht der meisten Anlieger - prima als Spielwiese für die Kleinen eignen.

Ein paar Bänke für die begleitenden Eltern aber auch zum Verweilen für die ältere Generation wären toll, meint Jens Bauer. Keinesfalls aber solle die Grünfläche mit dem historischen Kriegerdenkmal unter einer Eiche am Rande ein lärmender Bolzplatz oder ähnliches werden, betont der Heizungsbau-Techniker, der sich vor drei Jahren ein altes Bauernhaus renovierte. Vielmehr täte Pennewitt ein solcher Treffpunkt der Generationen gut, dem womöglich auch Radwanderer für eine Rast auf ihrer Tour zu Großsteingräbern oder Naturschönheiten der Umgebung nicht abgeneigt wären. Eliana Picha merkt an, dass sie diesbezüglich schon mal beim Bürgermeister "vorgefühlt" habe und dieser zumindest mit den Bänken eine rasche Möglichkeit sah.

Anwohner wollen Tempo 30

Etwas mehr Bürokratie hingegen werde wohl der Wunsch vieler Pennewitter nach einer Tempo 30-Zone für das gesamte Wohngebiet erfordern. Die Straßen seien einfach zu schmal und in ihrem Verlauf zu uneinsichtig für schnelleres Fahren, das schon das eine oder andere Mal Gefahrenmomente mit spielenden Kindern herauf beschwor.

Rentner Friedrich Katelhöhn (78), seine Gefährtin Helga Wendt und Nachbar Thomas Bossow haben zudem ein Problem mit Landwirtschaftsfahrzeugen. Diese würden so oft wie niemals zuvor die schmale Pflasterstraße zwischen ihren Häusern am Dorfrand frequentieren und dabei manchmal "Modder hoch wie eine Handspanne" hinterlassen.

Angesichts der Örtlichkeit zieht Ralph-Ingo Unger vom Ortsteilbeirat sogar in Zweifel, dass dieser vor wenigen Jahren auch mit Anliegerbeiträgen befestigte Weg überhaupt für Fahrzeuge über drei Tonnen Gewicht ausgelegt sei. Ein voller Rübenschlepper würde glatt das Zehnfache auf die Waage bringen, meint der langjährige Ingenieur für Umweltschutztechnik. Ein Blick in die Bauunterlagen dürfte für ein Gespräch mit Landwirten Argumente liefern.

Bei ihrer Begehung in Pennewitt registrierten Antje Maibach, Ralph-Ingo Unger und Eliana Picha sehr zufrieden die gegenüber ihren ersten Ortsterminen gewachsene Anteilnahme der Bürger. Sogar von Wariner Stadtvertretern sei bereits ein Echo an sie herangetragen worden, berichteten die ehrenamtlichen Mitglieder des Ortsteilbeirats und bedankten sich ausdrücklich für die konstruktiven Beiträge u.a. aus der Naturparkverwaltung und dem Kloster Tempzin. "Unser Beirat hat den vornehmlichen Zweck, aus Ortskenntnis und unmittelbarem Kontakt mit den Einwohnern Hilfestellungen für kommunalpolitische Entscheidungen zu ziehen und die Bürger auch in den Ortsteilen zum aktiven Eintreten für ihre ureigensten Belange zu ermuntern", stellen die Ehrenamtlichen klar.

Nächste Ortsbegehung ist in Mankmoos am Montag, 31. Mai, um 17.30 Uhr an Bushaltestelle.

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