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Alarmplan festgelegt A 14: Notarzt kommt mit Christoph 39

Von MARK | 21.12.2017, 21:00 Uhr

Landkreise Prignitz und Ludwigslust-Parchim arbeiten bei Notfallrettung auf A14-Teilstück zusammen

Horrorszenario: Schwerer Verkehrsunfall auf dem am Mittwoch für den Verkehr freigegebenen Teilstück der A14 kurz vor Grabow aus Groß Warnow kommend. Der Rettungshubschrauber Christoph 39 hebt mit dem Notarzt an Bord am Kreiskrankenhaus Perleberg ab. Die Kameraden der Feuerwehren Groß Warnow, Pinnow, Pröttlin und Garlin rücken zuerst aus. Die Prignitzer Feuerwehren werden zuerst alarmiert, in weiterer Folge die Grabower Kameraden, obwohl der Unfall an dieser Stelle auf Mecklenburger Gebiet passiert ist. Der erste Rettungswagen wird aus der Wache Ludwigslust angefordert. Es ist Gott sei Dank nur ein Horrorszenario, das die Rettungskräfte und Verantwortlichen für den Katastrophenschutz der Landkreise Prignitz und Ludwigslust-Parchim sowie die beteiligten Kommunen „durchgespielt“ und daraus in Abstimmung eine Alarmfolge erstellt und bereits Übungen durchgeführt haben.

„Eine Autobahn ist als Einbahnstraße zu betrachten. Wir können ja die Rettungskräfte nicht von Grabow aus erst nach Groß Warnow schicken, dort fahren sie ab, und wieder auf der anderen Richtungsfahrbahn zur Unfallstelle“, erklärt Marcus Bethmann, Regionalleitstellen-Koordinator beim Landkreis Prignitz, im Gespräch mit dem „Prignitzer“. Und man müsse auch bedenken, dass die A14-Trasse in diesem Bereich wie auf einem Deich gebaut sei, und die Rettungskräfte „durch die höheren Böschungen auch nicht seitlich von der Autobahn an die Unfallstelle herankommen“, so Bethmann.

Seit Mai liefen die Abstimmungen beider Kreise zur Notfallrettung auf dem neuen rund elf Kilometer langen A14-Teilstück auf Hochtouren. „Erst einmal muss ich sagen, wir sind der einzige Landkreis, da wir an vier Landkreise anschließen, der mit verschiedenen Systemen arbeitet. Das Zusammenspiel mit allen Kreisen funktioniert dennoch reibungslos. Mit dem neuen Autobahn-Teilstück erfolgt nur eine Erweiterung in der Zusammenarbeit mit Ludwigslust-Parchim“, sagt Erich Schlotthauer, Sachbereichsleiter Brand- und Katastrophenschutz beim Landkreis Prignitz. Neben Ludwigslust-Parchim grenzen die Kreise Stendal, Havelland und Ostprignitz-Ruppin an die Prignitz.

Zurück zum fiktiven Horrorszenario auf der A14 von Groß Warnow in Richtung Grabow. Als erstes wird immer der Notarzt mit dem Rettungshubschrauber aus Perleberg eingeflogen, das geht aus dem Alarmplan hervor, der dem „Prignitzer“ vorliegt. In der weiteren Folge kommen die Notarzteinsatzfahrzeuge aus Ludwigslust und dann aus Perleberg. Zuerst wird der Rettungswagen aus Ludwigslust, dann aus Karstädt und nachfolgend aus Lenzen angefordert. Bei den Feuerwehren müssen laut Alarmplan die Kameraden aus Groß Warnow als erstes ausrücken, gefolgt von denen aus Pinnow, Pröttlin, Garlin, Grabow, Karstädt, Glövzin/Premslin, Sargleben, Dargardt und Reckenzin. „Dieses Konzept liegt den beiden Leitstellen in Potsdam und Schwerin vor, die für die Alarmierung zuständig sind“, erklärt Marcus Bethmann.

Und er weiß, dass „heute die Feuerwehr bei Unfällen immer mehr technische Hilfe leisten muss. Die Fahrzeuge, ob Pkw oder Lkw, werden immer sicherer, ohne Hydraulikschneidgeräte ist da nichts mehr zu machen. Und es gibt heute auch eine Vielzahl von Fortbewegungsmitteln, man muss da nur an Elektroautos denken“, so Bethmann und ergänzt, dass „die Ausstattung immer mehr zu Hilfeleistungsfahrzeugen geht“. Siehe Karstädt. Die Ortswehr hat am 16. Dezember das HLF 20 übergeben bekommen, um für Einsätze auf dem A14-Teilstück gerüstet zu sein. Groß Warnow und Premslin/Glövzin stehen unter anderem Tragspritzen- oder Löschfahrzeuge sowie neue Schneid- und Spreizgeräte zur Verfügung. Und die Grabower rücken derzeit unter anderem mit einem Tanklösch- oder Löschfahrzeug aus. Doch auch sie werden mit einem hochmodernen HLF 20 ausgestattet. „Das Fahrzeug wird wohl im Frühjahr 2019 kommen“, erklärt Grabows Ordnungsamtsleiter Wolfgang Kann und ergänzt, dass dieses Fahrzeug in Höhe von rund 435 000 Euro je zu einem Drittel von der Stadt Grabow, dem Landkreis Ludwigslust-Parchim und dem MV-Innenministerium finanziert wird.

Und wenn die Karstädter Rettungssanitäter die neue Wache des Landkreises im Postliner Gewerbegebiet bezogen haben, sind die Einsatzkräfte entlang des A14-Teilstücks im Ernstfall zumeist gut gerüstet. Damit sie möglichst schnell an die Unfallstelle gelangen und entsprechend die notwendige Hilfe leisten können, appelliert Marcus Bethmann abschließend: „… hoffen wir, dass die Kraftfahrer auf der Autobahn auch die Rettungsgasse bilden“.