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Wittenberge aus Lego Kleine Baumeister ganz groß

Von rant | 10.12.2017, 21:00 Uhr

Kinder kreieren am Wochenende ihr eigenes Wittenberge mit mehr als 20 000 Lego-Steinen

„Betreten der Baustelle nur für Kinder. Erwachsene ohne Begleitung von Kindern haben keinen Zutritt“, lautet die unmissverständliche Ansage an der Tür zum Haus der Landeskirchlichen Gemeinschaft Wittenberge am Wochenende. In der Rathausstraße geschieht etwas Besonderes hinter verschlossenen Türen. Etwa 40 Kinder aus der Elbestadt und der Umgebung machen sich daran, ihre Version von Wittenberge zu erschaffen – mit mehr als 20 000 Lego-Steinen.

„Die Kinder sollen gemeinsam etwas machen und über einen längeren Zeitraum kreativ sein“, fasst Gemeindemitglied Christina Geisler die Idee hinter dem Projekt zusammen. Die Steine kommen von der Gemeinde aus Cottbus, dort sitzt die für Kinderprojekte zuständige Gemeinde-Mitarbeiterin Karoline Fitz. Solche Projekte sind in ganz Deutschland gefragt, erstmals nimmt die Wittenberger Landeskirchliche Gemeinde das Stadtbau-Angebot wahr.

Am Sonnabendvormittag passiert im zur Baustelle umfunktionierten Gemeindesaal noch nicht viel Sichtbares. „Die Kinder werden eingewiesen, sollen Ideen für ihre Stadt sammeln und sich in Teams zusammenfinden“, sagt Christina Geisler. Doch dann geht es los, die Kisten mit den Kunststoff-Steinen werden aufgestellt, jede enthält Fotos ihres Inhalts, damit nichts verschwindet oder falsch einsortiert wird. Natürlich müssen sich die Nachwuchs-Architekten und -Stadtplaner zwischendurch auch stärken. Es gibt sowohl am Sonnabend als auch am Sonntag Snacks und ein Mittagessen. Jedes Kind zahlt eine geringe Gebühr von fünf Euro, den Rest der Kosten übernimmt die Gemeinde aus Eigenmitteln und Spenden.

Elias (6) und Yamen (10) haben sich den Uhrenturm als Bauprojekt ausgesucht. Er ragt, wie es sich gehört, mit seinen gelben Steinen und den vier großen Zifferblättern aus dem Stadtbild heraus. „Ich habe in der Schule schon mal den Uhrenturm nachgebaut“, erzählt Yamen, bevor er den nächsten Stein setzt. Immer wieder beraten sich die kleinen Baumeister über den nächsten Schritt.

Wenige Meter weiter entsteht ein Schnell-Restaurant gleich neben dem Rathaus, an dem sich Greta, Tikvah, Dave und Tilo versuchen. „Ich habe schon ein Haus gebaut, bevor ich mit dem Rathaus angefangen habe“, erzählt Greta (6) stolz. Der siebenjährige Tilo kann sich vorstellen, Bauarbeiter zu werden. „Aber nur mit Lego-Steinen“, wie er betont. Natürlich darf auch eine Feuerwehr nicht fehlen. Um die kümmern sich neben anderen auch Malte (10) aus Wentdorf, Jonas (8) aus Bad Wilsnack und Peter (9) aus Lanz. An eine große Garage für die Fahrzeuge haben sie ebenso gedacht wie an einen Garten zum Entspannen. Einige Schritte weiter nehmen eine Fabrik (mit Kantine und Kita) sowie der Bahnhof mit einem fahrenden Zug und eine große, rote Kirche Gestalt an. Gestern Nachmittag eröffnet dann Bürgermeister Oliver Hermann seine „neue“ Stadt, die allerdings wenige Stunden später schon wieder in den Kisten verschwindet.