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Investition in Dobbertin Hürden für Wohnheim genommen

Von ilba | 03.11.2017, 21:00 Uhr

Die Diakonie Kloster Dobbertin gGmbH will in Goldberg nordöstlich der Wetterstation ein neues Zuhause für Menschen mit Autismus bauen.

Gleich mehrere Hürden musste Wolfgang Geistert nehmen, um einen Entwurfs- und Auslegungsbeschluss für das „Wohn- und Pflegeheim nordöstlich der Wetterstation“ in Goldberg der Stadtvertretung vorlegen zu können. Die Diakonie Kloster Dobbertin gGmbH plant hier einen Neubau für Menschen mit Autismus (wir berichteten). Die bisherige Einrichtung in Ruest sei zu stark sanierungsbedürftig, deshalb habe sich das Unternehmen für einen Neubau entschieden. Dieser soll in unmittelbarer Nähe zum bereits bestehenden Schwerstpflegeheim der Diakonie errichtet werden – und zwar in der Goldberger Straße Am Badestrand.

Eine Allee, ein Wald, eine Wetterstation – Probleme, die Wolfgang Geistert gemeinsam mit seinem Team vom Planungsbüro Geistert aus Krakow am See angehen musste. „Dankbar müssen wir dem Forstamt Sandhof sein. Sie haben einer Waldumwandlung zugestimmt“, erklärt Wolfgang Geistert den Stadtpolitikern. Grund: Die Waldfläche – 3656 Quadratmeter groß – liegt im Bereich des B-Plans. Eine Entfernung von mindestens 30 Metern zum Wald wären nicht gegeben. Deshalb soll der bestehende Wald in einen Park umgewandelt werden. Dazu sind einige Maßnahmen notwendig, „Kahlschlag wird es hier aber nicht geben“, erklärt Wolfgang Geistert. Bereits Mitte August hatte das Forstamt Sandhof die beantragte Waldumwandlungserklärung erteilt. Allerdings steht noch die Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde aus. Diese wird es nur unter Auflagen und Bedingungen geben, die in der Entwurfsplanung festgehalten wurden. Hinzu kommt, dass es an anderer Stelle zu einer Wiederaufforstung kommen muss. Vorgesehen ist eine Streuobstwiese auf gut 1700 Quadratmetern.

Auch die 35 Meter Abstand zur Wetterstation müssen eingehalten werden. Grund sind die meteorologischen Messungen, die durch bauliche Veränderungen beeinflusst werden könnten. Der Deutsche Wetterdienst ist deshalb an der Aufstellung des B-Plans beteiligt.

Untersuchungen zur FFH-Verträglichkeit, Begehungsbericht, Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag runden den Entwurf ab. Auch die Frage nach dem Löschwasser wurde gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Goldberg im Vorfeld geklärt. „Das Löschwasser entnehmen wir aus dem Goldberger See aus 180 Meter Entfernung. Damit sind die gesetzlichen Anforderungen erfüllt“, erklärt der Krakower. Stadtvertreter Gustav Graf von Westarp interessiert aber noch die Schmutzwasserentsorgung. Auch diese sei gesichert durch Anschluss an die zentrale Kanalisation des Wasser- und Abwasserzweckverbandes Parchim-Lübz (WAZV). Mit elf Ja-Stimmen wurde dem Entwurfs- und Auslegungsbeschluss zugestimmt. Einzig Dieter Langer stimmte mit Nein. „Das liegt nicht am Vorhaben, sondern vielmehr am Standort“, erklärt der Stadtvertreter nach der öffentlichen Sitzung.

Jetzt muss der Entwurf öffentlich bekannt gegeben werden – dazu wurde Bürgermeister Peer Grützmacher mit Mehrheitsbeschluss beauftragt.