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Perleberg : Archiv zieht ins Kaiserliche Postamt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Großer Markt 10 wird künftiges Domizil der Stadtbibliothek, ein Planungswettbewerb soll dafür ausgelobt werden

von
erstellt am 14.Sep.2017 | 08:00 Uhr

Die Weichen sind gestellt: Das Stadtarchiv zieht ins einstige Kaiserliche Postamt. Die Stadtverordnetenversammlung fasste am Dienstagabend, wie zuvor der Stadtentwicklungs- und Kulturausschuss, einstimmig den entsprechenden Beschluss. Und auch für die Akquise von Mitteln über die Städtebauförderung für dieses Objekt wurden die Voraussetzungen geschaffen. Das Kaiserliche Postamt wurde in den aktualisierten Sanierungsplan für das Gebiet „Historischer Altstadtkern“ aufgenommen. Die Finanzierung soll mit Mitteln der Städtebauförderung aus dem Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ erfolgen. Die Stadt trägt dabei 20 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten. Die restlichen 80 Prozent kommen je zur Hälfte aus Bundes- und Landesmitteln. Das Votum fiel auch hier einstimmig aus.

Der Weg ist vorbereitet, wenn auch noch nicht vollends geebnet. Fördermittel, Kauf des historisch stadtbildprägenden Gebäudes Am Hohen Ende 27, Planung der Innensanierung – so in etwa muss man sich den weiteren Fahrplan vorstellen. Damit wird schon deutlich, heute und morgen wird noch nicht umgezogen. Optimisten sprechen von einem dreiviertel Jahr, das noch ins Land gehen werde. Denn auch die Innensanierung kostet Zeit und Geld. Geschätzte eine Million Euro, eine Zahl, die aber noch nicht belastbar ist, wie es aus Fachkreisen heißt. Klimatisierung, Belüftung, Barrierefreiheit, Brandschutz und nicht zuletzt die malermäßige Herrichtung, um nur einiges zu nennen – all das muss erfolgen, bevor das Stadtarchiv hier sein Domizil haben wird.

Parallel dazu muss sich die Stadt auch Gedanken darüber machen, wie noch freie Räume, unter anderem im Dachgeschoss, zweckmäßig genutzt werden können. Eine Option, die aber noch keiner laut ausgesprochen hat, wäre, den sensiblen Fundus des Stadt- und Regionalmuseums, der derzeit noch an anderen Standorten in der Stadt ausgelagert ist, ebenso im einstigen Postamt unterzubringen. Offiziell heißt es dazu aber, über weitere Nutzungsmöglichkeiten sei erst noch zu diskutieren.

Im gleichen Atemzug mit dem Votum für den neuen Standort des Stadtarchivs wurde auch einhellig der Umzug der Stadtbibliothek in den Großen Markt 10 beschlossen. Während das Gedächtnis der Stadt platzmäßig vornehm gesagt längst an seine Grenzen gekommen ist, ist die Bibliothek derzeit energetisch gesehen ein Fass ohne Boden. Mit dem Großen Markt 10 verspricht sich die Stadt zudem „belebende Effekte“ für den Markt. Zugleich werde ein städtebaulicher Missstand beseitigt, ein Einzeldenkmal saniert, denn die Eintragung als solches in die Denkmalliste erfolgte kürzlich.

Die Bibliotheksräume mit Büro und Sozialbereich sollen im Vorderhaus untergebracht werden. Als Option für den Saalbau ist ein Lesesaal bzw. ein multifunktionaler Raum ins Auge gefasst. Die Stuck- und Zierelemente werden erhalten.

Wenn auch die Zwischendecke im Saal vom Tisch ist, da das Archiv ins Postamt zieht, so liegen die Kosten für die Sanierung Großer Markt 10 dennoch bei geschätzten anderthalb bis zwei Millionen Euro. Ausgelobt werden soll nun ein Planungswettbewerb für dieses Anwesen.

 

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