Freiwilliges Ökologisches Jahr : Eine Maus im Burgpark

Rebecca Bähr hat ihre Zeit auf der Burg Lenzen genossen.
Rebecca Bähr hat ihre Zeit auf der Burg Lenzen genossen.

Rebecca Bähr erzählt über ihr Freiwilliges Ökologische Jahr und über kuriose Erlebnisse

nnn.de von
08. Mai 2019, 05:00 Uhr

Lenzen | Deichrückverlegung bei Wustrow, Wachturm an der Elbe, Rambower Moor. Rebecca Bähr zögert keine Sekunde. Sie weiß, wo Touristen interessante Ziele finden und verrät ihnen diese gerne. Vor knapp einem Jahr war das noch anders. Rebecca Bähr kannte die Prignitz nicht und wollte ihr Freiwilliges Ökologische Jahr auch lieber ganz woanders verbringen. Dass es dann anders kam, bereut die 19-Jährige nicht.

„Mir fehlte ein wenig die berufliche Orientierung, deshalb entschied ich mich für dieses freiwillige Jahr.“ Gerne hätte sie etwas mit Tieren gemacht, aber das klappte nicht. Mehrere Bewerbungen blieben erfolglos. In Buxtehude bei Hamburg wohnend, dehnte sie ihren Suchradius aus und war beim BUND auf der Burg in Lenzen erfolgreich.

Dienst im Museum, Arbeiten im Burggarten, Seminare zu Themen wie Ressourcen oder Bioanbau – Langeweile kam nicht auf. Rebecca Bähr spricht von einer abwechslungsreichen Zeit, die mit der Landesgartenschau in Wittstock und der Aktion Offene Gärten auch auf der letzten Etappe nicht an Reiz verlieren werde. Dass ihr eine Wohnung gestellt wurde, habe die Stelle noch attraktiver gemacht.

„Ich habe neue Erfahrungen sammeln können. Durch die Arbeit wird man offener, gewinnt an Selbstbewusstsein. Gerade wer wie ich eher schüchtern ist, kann durch dieses Jahr profitieren“, sagt sie. Sie rät Schülern, sich zu bewerben, selbst wenn man konkrete Berufswünsche hat. „Direkt im Anschluss an die Schule eine Ausbildung zu beginnen, halte ich nicht für ideal. Man kann andere Erfahrungen sammeln, wird selbstständig und hat Zeit, etwas zu erleben.“

Letzteres sei aber abhängig von der Region. „In der Prignitz ist es für Jugendliche mager, besonders in Lenzen“, sagt Rebecca Bähr. Das habe ihr aber nichts ausgemacht. Sie liebt Spaziergänge, liest gerne und habe viel mit ihren Freunden gesprochen. Im August endet ihr Ökojahr, eventuell sogar schon früher. Sie hat Aussicht auf eine Ausbildungsstelle zur Medizinisch technischen Radiologieassistentin.

Lenzen und die Burg werde sie in guter Erinnerung behalten, auch manch ein kurioses Erlebnis. So wie jenen Tag, an dem sie beim Arbeiten im Burgpark versehentlich eine Maus fing. „Ich hatte mir schon lange gewünscht, mal eine Maus zu berühren. Selbst das hat also hier geklappt.“

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