Stadt Perleberg : Einsatz für Retter auf vier Pfoten

Kameraden der Karstädter Wehr bergen hier einen „Verletzten“ mittels Spinboard.
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Kameraden der Karstädter Wehr bergen hier einen „Verletzten“ mittels Spinboard.

Rettungshundestaffel trainiert im Abbruchblock der GWG Wohnungsgesellschaft. Perleberger und Karstädter Wehr unterstützen.

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02. Februar 2020, 20:00 Uhr

Ein riesiger Haufen Schutt – noch vor Tagen war das ein Wohnblock in der Perleberger Heinrich-Heine-Straße. Betonbrocken und Rudimente von Stahlbewehrungen rangen gespenstisch ins Dunkel. Darunter verschüttet hoffen Menschen auf Rettung. Einsatz für Pünktchen, Brix, Zeus, Fridolin und die anderen Retter auf vier Pfoten.

Ein Szenarium, wie es authentischer nicht sein kann, bestätigt Antonina, sie leitet die Rettungshundestaffel der Wittenberger Feuerwehr. Einzig die Verschütteten sind Statisten. Kameraden der Perleberger Ortswehren und der Karstädter schlüpfen in die Rolle. Still kauern sie zwischen den Abbruchtrümmern, eine Isomatte schützt einwenig vor der Kälte.

Fridolin hat den Verschütteten ausgemacht.
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Fridolin hat den Verschütteten ausgemacht.
 

Lange müssen sie nicht ausharren, denn die vierbeinigen Retter sind Profis. Sie bahnen sich den Weg durch die Trümmer. „Dabei lassen wir sie möglichst nicht aus den Augen“, ergänzt die Hundeführerin. Auch wenn sich die Vierbeiner geschickt durch dieses unwegsame Feld von Bauschutt bewegen, es gibt immer Situationen, wo es auch für sie brenzlig werden kann, sie abrutschen oder vom Ehrgeiz getrieben den Abgrund nicht sehen. Per Kommandos leitet der Hundeführer seinen Schützling dann auf einen vermeintlich sicheren Pfad. Und der nimmt sofort wieder die Arbeit auf – sucht, findet und verbellt. Erst wenn sein Zweibeiner die gefundene Person anspricht, ist seine Arbeit getan. Und es wartet die Belohnung.

Dieses Mal läuft alles unter erschwerten Bedingungen, eben „authentisch“, so Antonina. Es ist kein vorbereitetes Trümmerübungsfeld und noch dazu stockdunkel. Die Kameraden leuchten mit ihrer Technik das Areal aus, möglichst schattenfrei. „Für uns eine Möglichkeit, das zu trainieren“, betont David Roß, der den Einsatz der Wehren leitet. Ein solches Szenario sei zwar nicht alltäglich, aber eben auch nicht unmöglich. Wie auch die Bergung von Verletzten aus einem Trümmerfeld. An diesem Abend können sie es realitätsnah trainieren.

„Es ist schon ungewöhnlich und auch ein wenig abenteuerlich “, gesteht Janne. Sie ist seit kurzem Mitglied der Perleberger Wehr und genauso gespannt auf das Zusammenspiel mit den Rettungshunden wie die gestandenen Kameraden. Und dann wird auch Janne zum imaginären „Trümmeropfer“.

Derweil schickt Frank seinen nächsten Hund zum Arbeiten. Er gehört der BRH Rettungshundestaffel Brandenburg e. V. an, die in Wittstock ihren Sitz hat. Die Wittenberger und Wittstocker trainieren, wenn es sich anbietet, gemeinsam in leerstehenden oder einsturzgefährdeten Gebäuden bzw. auf dem Trümmerübungsgebiet. Und gemeinsam geht es auch zu Einsätzen.

Kameraden der Karstädter Wehr bergen hier einen „Verletzten“ mittels Spinboard.
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Kameraden der Karstädter Wehr bergen hier einen „Verletzten“ mittels Spinboard.
 

Acht Hundeführer und 13 Vierbeiner zählt die Rettungshundestaffel der Wittenberger Feuerwehr. Die meisten Retter auf vier Pfoten sind als Trümmer- und Flächenhund ausgebildet, erfährt man von Natascha, sie leitet die Ausbildung. Die Kenndecke mit Licht und Glocke ist für die Hunde das Signal, dass es in der Fläche, im Wald oder auf der Wiese eine Person zu finden gilt. Nackt, sprich ohne Leine, Halsband und dergleichen geht es in ein Trümmerfeld. „Anders besteht die Gefahr, dass sich die Hunde verletzen“, erläutert Antonina. Jenny und ihre Hunde Lou, Loki und Maddox sind hingegen sogenannte Personenspürhunde. Geschirr, Schleppleine, ein Delikt von der Person und sie folgen deren individuellen Geruch. Am anderen Ende der Leine Jenny.

Die Hundeführer müssen neben dem Interesse, zielstrebig mit den Tieren zu arbeiten, eben auch sportlich und ausdauernd sein. Und beide müssen Spaß an dieser verantwortungsvollen wie auch zeitaufwendigen Arbeit haben. Begleit- und Rettungshundeprüfung 1 und 2, Truppmannausbildung für die Hundeführer – das sind zudem die Voraussetzungen. Zweimal die Woche trainieren die Wittenberger. Leerstehende oder einsturzgefährdete Gebäude bilden dabei die Übungskulisse. Für die auch die GWG Wohnungsgesellschaft sorgt. Denn der abgerissene Block und das Terrain gehören ihr. Und diese stellte sie den Rettern auf vier Pfoten und zwei Beinen zur Verfügung.

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