Kietzer Gotteshaus : Erneuerte Kirche statt Abriss

Der Jubiläumsgottesdienst und die kleine Feier danach zogen viele Einwohner an.
Der Jubiläumsgottesdienst und die kleine Feier danach zogen viele Einwohner an.

In 20 Jahren durch Initiative vor Ort vom Abrissobjekt zum Schmuckstück. Kietz feiert das erneuerte Gotteshaus.

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07. Oktober 2019, 05:00 Uhr

Mit einem Stück Kuchen in der Hand schlendern viele Kietzer und Gäste am Sonnabend durch ihre Kirche, nehmen wieder einmal das renovierte Innere in Augenschein und verweilen beim Patronatsgestühl. Denn dieses ist fast der einzige Teil der vor 125 Jahren fertiggestellten Kirche, der noch nicht restauriert ist.

Mit einem Festgottesdienst hat die Kirchengemeinde zuvor an den Start der Erneuerung und damit auch an die Gründung des Fördervereins der Kirche vor 20 Jahren erinnert. Der Grund war damals ein schockierender Plan. „Die Kirche sollte abgerissen werden“, erinnerte sich Vereinsvorsitzende Sigrid Tietz. „Aber sie war und ist mein Kind.“

Die Vereinsgründung war die einzige Chance, diesen Schritt zu verhindern. Im Januar 1999 wurde er gegründet, fand Hilfe bei Architekten und Kirchengemeinden. Was getan werden musste war klar, eine Schadensanalyse lag vor, Hauptproblem waren durchgefaulte Eckauflieger des Daches. Der vordere Teil der Kirche war deshalb schon drei Jahre zuvor gesperrt worden.

Schon im September 1999 konnten die Erneuerungsarbeiten beginnen. Mit Konzerten und vielen Veranstaltungen, oft unterstützt vom Prignitz-Sommer, schuf der Förderverein Aufmerksamkeit für sein Sanierungsprojekt, sammelte Geld und fand Helfer. Es gab Unterstützung von Andreas Draeger vom Kirchenkreis Prignitz, von Landkreis, Land und engagierter Mitstreitern auch außerhalb der Prignitz. Aber es gab auch unerwartete Probleme. Durch Feuchtigkeit hatte sich Hausschwamm ausgebreitet, der aufwendig beseitigt werden musste. 2012 wurde das Innere erneuert, die Ausstattung strahlt in neuem Glanz.

Der fast-Schlusspunkt war in diesem Jahr die Erneuerung des Daches, die in diesen Wochen beendet wurde. So bleibt die Restaurierung der Bilder am Patronatsgestühl die letzte Aufgabe. Und es gibt den Traum, die Orgel spielfähig zu bekommen, der Prospekt mit den Pfeifen ist nur eine Bauhülle.

Als Erfolgsgeheimnis des Fördervereins sieht Sigrid Tietz das große Engagement der 55 Mitglieder und die enge Verwurzelung in der Kirchengemeinde. „Als die Motivfenster restauriert werden sollen, sind wir von Haus zu Haus gezogen, haben um Spenden und Fensterpaten geworben und sie auch gefunden. Ihre Namen wurden in das Mauerwerk geritzt.“

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