Perleberg : Felix Dzierzynski im Garten

Diese Büste von Felix E. Dzierzynski stand urplötzlich im Garten der Freimarks.
Diese Büste von Felix E. Dzierzynski stand urplötzlich im Garten der Freimarks.

Ungewöhnliches Hochzeitsgeschenk. Auch Lenin erhielt Asyl im DDR-Museum

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24. April 2018, 08:00 Uhr

Auf einem abgesägten Baumstumpf im Freimarkschen Garten an der Stepenitz stand am 19. April, am Tag, an dem Gisela und Hans-Peter Freimark das Fest der goldenen Hochzeit begingen, ein nicht geladener Gast. „Das nicht erwartete Gastgeschenk ist die überlebensgroße Büste eines Mannes, der so viel Leiden über die Völker Osteuropas gebracht hat. Es ist die bronzene Büste von Felix E. Dzierzynski. Der hatte sich bis jetzt in einem Abstellraum seiner ehemaligen Behörde versteckt“, berichtet Hans-Peter Freimark.

Ein seltsamer Anblick für das Goldpaar, das diesen Besucher und sein Wirken in der Vergangenheit noch immer deutlich spürt, wie beide berichten.
„Dzierzynski war der Gründer des berüchtigten Geheimdienstes der Sowjetunion und das Vorbild für den Staatssicherheitsdienst der DDR“, so Freimark.
Ein großer Dank richtet er an den Retter der Büste, denn dieses Überbleibsel aus einer Stasi-Zentrale, die auch für Perleberg zuständig war, findet nun in dem entsprechenden Ausstellungsbereich des DDR-Geschichtsmuseums seinen passenden Platz.
Eine Woche vorher hatte sich schon die überlebensgroße Büste des Genossen Lenin aus der Sowjetkaserne in Perleberg ins Geschichtsmuseum gerettet. Auch Lenin bekommt dort Asyl.
Ein Dank richten die Freimarks an alle, „die Geschichte nicht verdrängen, an Menschen die Originale retten und nicht vernichten und die der Nachwelt helfen, Vergangenheit zu verstehen und damit vielleicht eine Wiederholung verhindern“.


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