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Der Prignitzer

21. November 2017 | 01:38 Uhr

Garz : Fischsterben im Rhinowkanal

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Fäulnis durch Wassereintrag ist laut Behörde der Grund dafür, dass nahe des Pumpwerks in Garz hunderte Tiere verendeten

nnn.de von
erstellt am 12.Aug.2017 | 08:00 Uhr

Auch der Fischbestand wird von den anhaltenden Regenfällen und den lange unter Wasser stehenden Wiesen in den Löcknitzniederungen beeinflusst. So starben kürzlich zahlreiche Fische und andere Wassertiere in einem Angelgewässer bei Kietz, direkt hinter dem Achterdeich. „Die Untere Wasserbehörde und der Kreisanglerverband Perleberg wurden von einem Angler aus Lenzen über ein Fischsterben informiert. Er vermutete eine Gewässerverunreinigung durch Gülle oder Jauche“, beschreibt Kreissprecher Frank Stubenrauch die Situation in einer Mitteilung.

Auf dem Wasser zeigte sich eine braune Schwimmschicht und viele tote Fische lagen im Uferbereich. „Auch der Kreisanglerverband stellte bei der Begehung des Rhinowkanals fest, dass auf einer Gewässerstrecke von 500 Metern oberhalb des Pumpwerkes Gaarz hunderte von verendeten Fischen, selbst Wollhandkrabben, aus dem Wasser gekommen oder verendet waren“, heißt es weiter.

Die Untere Wasserbehörde maß am 4. August den Sauerstoffgehalt, der bei 0,89 Milligramm pro Liter lag. Eine Gewässerverunreinigung durch Gülle könne ausgeschlossen werden, weil diese nicht auf die überschwemmten Wiesen ausgebracht werden konnte. Das hätten die ansässigen landwirtschaftlichen Unternehmen auf Nachfrage bestätigt.

Eine braune Brühe hat sich in der Kietzer Kuhle gebildet.
Eine braune Brühe hat sich in der Kietzer Kuhle gebildet. Foto: Landkreis
 

Als Ursache für das Fischsterben am Rhinow kommt aus Sicht der Unteren Wasserbehörde das rücklaufende Wasser von den überschwemmten bzw. überstauten landwirtschaftlichen Flächen in Betracht. „Im Einzugsgebiet des Rhinow waren, wie ebenfalls in weiteren Flächen im Einzugsgebiet der Löcknitz, landwirtschaftliche Flächen über mehrere Tage überflutet“, erläutert Bernd Lindow, Sachbereichsleiter Natur- und Gewässerschutz. Und weiter: „Die unter Wasser befindliche Biomasse, also Gras oder Feldfrüchte, ist in diesen Tagen in Fäulnis übergegangen. Diese Fäulnisprozesse haben dabei fast allen Sauerstoff im Wasser verbraucht und im Wasserkörper die charakteristische schwarze Farbe und den unangenehmen Fäulnisgeruch verursacht. In Bereichen geringer Fließgeschwindigkeit, wie in der Kietzer Kuhle und im Mahlbusen oberhalb des Schöpfwerkes Gaarz, wird dabei der Sauerstoffgehalt in einen für die Fischfauna tödlichen Bereich abgesenkt, die beobachteten schaumähnlichen bzw. schillernden Aufrahmungen sind ebenfalls Fäulnisprodukte“, erläutert Lindow. Bedauerlicherweise werde dieser Zustand so lange anhalten, bis das mit Fäulnisprodukten versetzte und sauerstoffarme Wasser vollständig abgeflossen ist. Technische Möglichkeiten zur Bekämpfung dieses natürlichen Prozesses seien nicht ersichtlich, so Lindow.

Nach dem Fischereirecht ist der Fischereipächter für das Bergen und Entsorgen der toten Fische zuständig. In diesem Fall also der Kreisanglerverband Perleberg. Das Landesamt für Umwelt wurde über den Sachverhalt informiert und half bei der Entsorgung der Kadaver. Am Montag waren Mitarbeiter des Wasser- und Bodenverbandes Prignitz im Auftrag des Landesamtes für Umwelt im Einsatz, um die toten Fische am Schöpfwerk Gaarz zu entfernen.

Manfred Ihl, Vorsitzender des Kreisanglerverbands, zeigte sich überrascht von den Auswirkungen des Starkregens. „Mit so etwas haben wir nicht gerechnet. Es hatte sich eine ölartige Schicht auf dem Wasser gebildet. Hunderte Hechte, Brassen, Karpfen und Schleien waren verendet. Es war eine Extremsituation, die dem Wetter geschuldet war.“ Zahlreiche Störche und Möwen hätten die Gelegenheit zum Schmaus genutzt. Ein Wiederbesatz auf Verbandskosten sei im Herbst denkbar, blickte Manfred Ihl voraus.

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