Fördergelder für Wittenberge : Jetzt geht es Altlasten an den Kragen

Staatssekretärin Ines Jesse (M.) überreicht im Wittenberger Rathaus zwei Fördermittelbescheide.
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Staatssekretärin Ines Jesse (M.) überreicht im Wittenberger Rathaus zwei Fördermittelbescheide.

Stadt erhält Fördermittel für Abriss der chemischen Reinigung und Sanierung des Bootshauses in Garsedow

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09. Februar 2018, 12:00 Uhr

Das Projekt „chemische Reinigung“ in der Wahrenberger Straße ist einen wichtigen Schritt weiter. Am Donnerstag überreichte Ines Jesse, Staatssekretärin des Landesministeriums für Infrastruktur, der Stadt einen Fördermittelbescheid über rund 1,1 Millionen Euro.

Das Geld wird für den Abriss der ehemaligen chemischen Reinigung mit anschließender Altlasten- und Quellensanierung eingesetzt. Der Abriss soll im Frühjahr beginnen, dann werden weitere Bodenmessungen vorgenommen, etwa 1200 Kubikmeter Boden werden ausgetauscht. Im Anschluss daran soll im Frühjahr 2019 die angrenzende Wahrenberger Straße aus Mitteln des Hochwasserhilfsfonds saniert und begradigt werden. „Dafür werden wir auch einen Teil der jetzigen Grundstücksfläche der Reinigung benötigen“, blickte Bauamtsleiter Martin Hahn voraus. In einem letzten Bauabschnitt ist geplant, die restliche beräumte Fläche zu bepflanzen und neu zu gestalten. Die Gesamtkosten betragen rund 1,4 Millionen Euro. Neben den rund 1,1 Millionen Euro aus dem EFRE steuert die Stadt einen Eigenanteil von etwa 305 000 Euro bei. Die Fertigstellung ist für Ende 2019 vorgesehen. „Das Grundwasser im Bereich der chemischen Reinigung ist stark belastet. Die Grenzwerte werden um das 525-Fache überschritten“, erklärte Andreas Much, Sachbereichsleiter Abfallwirtschaft/ÖPNV beim Landkreis. Im gleichen Atemzug betonte er, dass die Gesundheit der Menschen zu keiner Zeit gefährdet war und ist. „Es gilt eine Grundwassernutzungsbeschränkung und es werden regelmäßig Messungen der Wasserqualität vorgenommen.“ Durch 80 Bohrungen bis in 20 Meter Tiefe soll die Quelle der Verunreinigung beseitigt werden. Das belastete Erdreich wird in einer Spezialanlage entsorgt. Um welche es sich handelt, sei noch offen, so Much. „Das entscheidet sich, wenn der Auftrag erteilt ist.“ Hier bestehe Kontakt zur Sonderabfallgesellschaft Brandenburg/Berlin. Wie lange es dauern wird, bis die chemischen Überreste aus dem Grundwasser verschwunden sind, könne nicht gesagt werden. „Wichtig ist, dass wir die Ursache des Problems beseitigen können, damit nicht noch mehr Schadstoffe in die Umwelt gelangen“, so Wittenberges Bürgermeister Oliver Hermann. Er erklärte, dass dieses Projekt ohne Hilfe des Landkreises nicht möglich wäre. „Ich bin froh, dass wir das Thema im Interesse der Bürger angehen können.“ Viele Jahre war das Grundstück herrenlos, bis die Stadt sich ihm annahm.

Grund zur Freude gab es gestern auch bei Lothar Haase vom Wassersportverein und der Ortsvorsteherin von Garsedow, Doreen Jeske. Denn die Infrastrukturstaatssekretärin hatte für das marode Bootshaus ebenfalls einen Fördermittelbescheid im Gepäck. Rund 160 000 Euro stehen bereit, damit das Asbestdach saniert, eine neue Heizung eingebaut sowie Fenster und Türen erneuert werden können. Dazu gibt es einen neuen Anstrich. Die Stadt Wittenberge, der das Bootshaus gehört, steuert 50 000 Euro bei. Nach Jahrzehnten des Ringens um Gelder sollen die Arbeiten im Herbst beginnen und Ende 2019 abgeschlossen sein. „Wir freuen uns sehr, dass es klappt“, so Doreen Jeske.

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