Kreativprojekt verbindet Perleberger : Kunsttandem fördert Integration

Interessiert betrachten Projektteilnehmer und Gäste die neuen Perleberger Stadtansichten auf dem Judenhof.
Interessiert betrachten Projektteilnehmer und Gäste die neuen Perleberger Stadtansichten auf dem Judenhof.

Perleberger Gymnasiasten und Neu-Perleberger gestalten mit Fotostelen den Judenhof / Projekt beseitigt Vorurteile

nnn.de von
11. November 2017, 12:00 Uhr

„Es ist gut ausgegebenes Geld“, sagt Bürgermeisterin Annett Jura, als sie bei der Eröffnung des „Kunsttandemprojektes: Unser Perleberg“ die Kosten auf 18 000 Euro beziffert. Dieser Meinung sind viele an diesem Tag, kann man den Satz doch in den Gesprächen immer wieder vernehmen.

Dank der 20 Schüler des Gottfried-Arnold-Gymnasiums sowie der 50 Deutschkursteilnehmer der Akademie Seehof ist Perleberg um eine Attraktion reicher. Auf dem Judenhof stehen nun vier Stelen mit Perleberger Stadtansichten. Zu sehen sind die Lieblingsorte der Teilnehmer in Perleberg. Die Palette reicht von den Rückzugsorten im Hagen oder an der Stepenitz bis zu Sehenswürdigkeiten, wie dem Roland oder Lotte-Lehmann-Büste. Lisa-Maria Eichorst und Nathita Sukthon haben sich für den Hagen entschieden, „weil man sich dort entspannen, Freunde treffen und spazieren gehen kann“, berichten sie den Gästen. Ganz anders Joris Lehmann. Für ihn ist das Sowjetische Ehrenmal ein besonderer Ort in Perleberg. „Es ist ein Ort des Gedenkens an die gefallenen Sowjetsoldaten und hat somit historische Bedeutung für Russen und Deutsche“, begründet er seine Fotoentscheidung.

Den beiden Künstlern Katja Martin und Jost Löber ist ein einmaliges Integrationsprojekt gelungen, würdigte der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Thomas Kralinski, dieses Projekt. Über die Kultur sei es gelungen, Kontakte zu knüpfen und Begegnungen zu initiieren, die zu einem Miteinander führten. Mit diesem Projekt wurden gegenseitige Vorurteile abgebaut. Deshalb rief er den Teilnehmern und allen Perlebergern zu: „Machen Sie unbedingt weiter so!“ Die beiden Projektleiter Katja Martin und Jost Löber sind ebenfalls von dem Ergebnis überwältigt. Sie wussten anfangs nicht wirklich, was daraus werden würde. Jost Löber war eher skeptisch. „Doch letztlich haben wir ein Modell geschaffen, das mehr Schulen aufgreifen sollten“, ist sich Löber sicher.

Welche Verbundenheit das Projekt geschaffen hat, beweist abschließend auch der Iraner Mehrzad Gholami, der ein altes Haus in der Puschkinstraße 5 fotografierte, das ihn an seine iranische Heimat erinnert. Mit einem Dank und einem Loblied auf die Stadt Perleberg, die „Perle in der Natur“ will er verdeutlichen, dass er kein Fremder mehr in dieser Stadt ist.

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