Perleberger Kosmetik : Kurzurlaub auf der Liege

Christin Kübeck (l.) und ihre Kollegin Linda Marleen Edenharter.Als das Foto entstand, da war die Welt noch in Ordnung. Dann kam Corona.
Christin Kübeck (l.) und ihre Kollegin Linda Marleen Edenharter.Als das Foto entstand, da war die Welt noch in Ordnung. Dann kam Corona.

Vom schweren Start in den Corona-Wochen: Christin Kübeck eröffnet ihren eigenen Kosmetiksalon

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11. Mai 2020, 20:00 Uhr

Zuwachs in der Perleberger Puschkinstraße, die als Beauty Street der Rolandstadt gilt. Christin Kübeck hatte ihr Kosmetikgeschäft im Februar eröffnet. Dann kam Corona und die Zwangsschließung. Seit Montag darf sie wieder öffnen und hat reichlich Arbeit.

Ausgebremst durch Corona

„Anfangs brach eine Welt für mich zusammen“, gesteht die 31-Jährige. Sie wollte durchstarten und wurde ausgebremst. Für ihre junge Kollegin musste sie Kurzarbeit beantragen. „Es tat mir so leid, aber es geht irgendwann weiter.“ Diesen Optimismus bewahrte sie sich. Sie nahm telefonisch Bestellungen entgegen, packte Pakete aus. „Viele Kunden riefen an, teilten mir ihre Wünsche mit. Oftmals wurde weitaus mehr bestellt als sonst.“ Das habe ihr geholfen, die laufenden Kosten im Griff zu behalten.

„Ich bin so froh, solche Kunden zu haben“, gesteht sie offen. Auch ihr Vermieter habe ihr angeboten, die Miete zu stunden. „Ich wollte aber so lange wie m öglich zahlen. Denn irgendwann muss es sowieso bezahlt werden.“

Das sind wir unseren Kunden schuldig. Christin Kübeck, Inhaberin

Der für Mai geplante Urlaub ist gestrichen. „Wir wollen arbeiten, freuen uns richtig darauf“, betont Christin Kübeck. Das Sicherheitskonzept in ihrer Branche umzusetzen sei zwar schwierig, aber „was möglich ist, machen wir. Das sind wir unseren Kunden schuldig“.

31 Jahre ist Christin Kübeck jung und staatliche geprüfte Kosmetikerin. Bereits am 1. September vor vier Jahren hat sie sich selbstständig gemacht, „doch jetzt habe ich meinen eigenen Salon“. Und mit Linda Marleen Edenharter ihre erste Angestellte. „Die Chemie stimmte von Anbeginn zwischen uns“, ergänzt sie.

Erster Berufswunsch: Heilerziehungspflegerin

Den schönsten Beruf der Welt habe sie, gesteht Kübeck. Dabei hatte sie jenen anfangs nie ins Kalkül gezogen. Eine soziale Ader habe sie und wollte einen Beruf, wo sie tagtäglich mit Menschen zu tun habe, wo sie ihnen „was Gutes tun könne“. Heilerziehungspflegerin schwebte ihr vor. Doch nach einigen Praktika gestand sie sich ein: Das ist nichts für mich.

So schrieb sie sich in Schwerin für die Ausbildung zur Ergotherapeutin ein. Doch schon bei der Vorstellung merkte ihr Vater, dass seine Tochter nicht glücklich wirkte. Am schwarzen Brett in der Schule entdeckte er die Info, dass dort auch Kosmetikerinnen ausgebildet werden. „Und wie wäre das?“ Christin entschied sich für diese berufliche Laufbahn. Heute sei sie „überglücklich“ damit.

Die Menschen über die Haut verstehen

Den Menschen kommt sie täglich sehr nahe, erfährt von ihnen viel – auch ohne Worte. Körper und Haut verraten viel über die Arbeit, die Lebensweise und nicht zuletzt darüber, ob derjenige zufrieden mit sich und seinem Leben ist. Ein fahles Hautbild deutet auf einen ständig wechselnden Biorhythmus hin – typisch für Schichtarbeit.

Hautunreinheiten im Kinn- und Stirnbereich sind Anzeichen für einen Bürojob. Der Kopf wird auf die Händen gestützt. Aber auch vermehrt Citrusfrüchte wie in der Weihnachtszeit oder Schokolade können eine Ursache dafür sein. Eine erfahrene Kosmetikerin findet zumeist schnell die Ursache und weiß Rat: Einfach von allem etwas weniger, denn in diesem Fall mache Schokolade nicht nur glücklich.

Auch männliche Kunden

Auch Männer gehören zu ihren Kunden. „Für sie dreht es sich dabei aber weniger um Schönheit. Sie kommen, um zu entspannen, für einen Augenblick nicht erreichbar zu sein, sich verwöhnen zu lassen und nicht selten schlafen sie dabei auch ein.“ Eine Creme für Gesicht und Körper – auch in der Männerwelt gelte das inzwischen als ein Geht-Gar-nicht.

Kurzurlaub auf der Liege – dafür sorge sie. Und mit Blick auf die Beautyangebote in der Puschkinstraße und in deren Umfeld kann man sich von Kopf bis Fuß verwöhnen lassen – gerade jetzt in bzw. trotz Coronazeit Körper und Seele was Gutes tun.

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