Tote Männer geben Rätsel auf

Am späten Abend werden die Leichen in die Gerichtsmedizin gebracht. Fotos: Thomas Schulz (3)
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Am späten Abend werden die Leichen in die Gerichtsmedizin gebracht. Fotos: Thomas Schulz (3)

Obduktion ergibt Stichverletzungen als Todesursache / Wohnung war unbewohnt / Kein Zusammenhang mit Brand

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15. Mai 2020, 10:00 Uhr

Zwei tote Männer in einer Wohnung. Ein plötzlicher Brand in der Wohnung darüber, während Kriminaltechniker am Tatort noch Spuren sichern. Der Polizeieinsatz am Donnerstag in Wittenberge stellt die Polizei knapp 24 Stunden später weiter vor Rätsel. Jetzt kommt noch ein weiteres dazu: Die Wohnung, in der die toten Männer gefunden wurden, war gar nicht bewohnt. Das bestätigt Torsten Diehn, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Wittenberge. Sie ist die Eigentümerin des Plattenbaus.

Nach Diehns Aussage habe ein Betrieb aus der Fleischbranche die Wohnung angemietet. Sie war für einen möglichen Quarantänefall im Zuge der Corona-Pandemie vorgesehen, sei aber bisher nicht genutzt worden. Für ihn sei es rätselhaft, warum dort zwei Leichen lagen. Zu dem Brand könne er sich nicht äußern. „Die Schäden sind nicht allzu groß“, sagt er. Neben der Brandwohnung sind beide darunter liegenden Wohnungen betroffen. Eine habe der Landkreis angemietet, aber auch die sei aktuell ungenutzt.

Diehn bedankt sich bei der Awo für eine schnelle und unkomplizierte Hilfe. Sie hatte die Betreuung der weiteren Mieter übernommen, da das Haus während des Brandes evakuiert werden musste.

Die Polizei bestätigt am Freitagvormittag, dass die beiden Leichen in der Gerichtsmedizin obduziert werden. Das Ergebnis lag am Nachmittag vor. An beiden Personen wurden Stichverletzungen festgestellt, sagt Dörte Röhrs, Sprecherin der Polizeidirektion Nord. Nach Aussage der Gerichtsmediziner hätten beide Männer bereits längere Zeit tot in der Wohnung gelegen, so Röhrs weiter. Genaue Angaben zum Todeszeitpunkt macht sie nicht. Weiter unklar ist die Identität und Nationalität der Toten.

Im Zusammenhang mit dem Feuer wurden vor Ort ein 38 Jahre und ein 22 Jahre alter Mann aus der Prignitz verhaftet. Sie wurden verhört. Gegen sie wird wegen Brandstiftung ermittelt. „Zurzeit liegen keine Anhaltspunkte vor, dass zwischen beiden Sachverhalten ein Zusammenhang besteht“, sagt Röhrs.

Zunächst hatte es für die Kriminaltechniker nach einem Routineeinsatz ausgesehen, wurde dann aber schnell zum lebensgefährlichen Einsatz. Kurz nach 19 Uhr wollten die Kriminaltechniker gerade die Beweissicherung beenden, als plötzlich schwarzer Qualm aus der Etage über der Wohnung mit den zwei Toten aus den Fenstern drang. Schnell sicherten die Beamten die letzten Beweisstücke und brachten diese in Sicherheit. Unmittelbar darauf schlugen bereits meterhohe Flammen aus der Brandwohnung. Ein Nachbar hatte noch vor den Einsatzkräften den Qualm bemerkt und sie auf das Feuer hingewiesen.

Ebenfalls Nachbarn waren es, die kurz zuvor zwei Männer hatten kommen und gehen sehen, während zwei Polizisten den Eingang zum Haus bewachten, der außerdem mit einem Flatterband abgesperrt war. Hinweise der Zeugen führten zu ihrer Festnahme. Der 38-Jährige ist laut Polizei Mieter der Brandwohnung.

Es laufe keine Fahndung nach weiteren Personen im Zusammenhang mit beiden Vorfällen, so Röhrs. Eine Ermittlungsgruppe aus fünf Beamten der Mordkommission wurde gegründet.

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