Bus statt Bahn : So läuft der Schienenersatzverkehr in Toitenwinkel

Umsteigen am Dierkower Kreuz: Für viele Passanten geht es vom Bahnsteig F weiter mit dem Bus in Richtung Hafenallee.
Umsteigen am Dierkower Kreuz: Für viele Passanten geht es vom Bahnsteig F weiter mit dem Bus in Richtung Hafenallee.

Derzeit fahren keine Straßenbahnen zwischen Hafenallee und Dierkower Kreuz. Passanten schildern ihre Erfahrungen.

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09. Oktober 2019, 18:00 Uhr

Rostock | Seit letztem Sonnabend besteht Schienenersatzverkehr zwischen der Hafenallee und dem Dierkower Kreuz. Aufgrund der Sperrung der Hinrichsdorfer Straße erfolgt nun ein zwölf Stationen umfassender Busverkehr. Dass zu Beginn dieser Phase bisher noch nicht alles rund lief, zeigen die Erfahrungsberichte einiger Passanten. So beispielsweise der von Studentin Anne Scharf. „Ich fahre fast täglich mit dem Schienenersatzverkehr und gerade der Anfang lief noch etwas holprig“, erzählt die 30-Jährige. „Gerade wenn die Ersatzhaltestelle nicht in unmittelbarer Nähe der Bahnhaltestelle ist, muss man sich online erst einmal zurechtfinden und schauen, wo man nun in den Bus einsteigen muss“, sagt die Studentin.

Verspätungen und lange Fußmärsche

Einige andere Reisende beklagten Verspätungen der Ersatzbusse des Schienenersatzverkehres. „Am Montag kam der Bus nur fünf Minuten zu spät, das reichte leider schon, um meine weiteren Anschlüsse nicht mehr zu erreichen. An der Pünktlichkeit müsste noch gearbeitet oder die Zeiten eben nicht so knapp gesetzt werden“, erklärt Toitenwinklerin Janine Müller. Passagier Hans-Georg Höflich ist der Meinung, dass die festgelegten Ersatzhaltestellen gerade für Menschen, die etwas schlecht zu Fuß sind, nicht ausreichend sind. „Ich finde ein oder zwei weitere provisorische Haltestellen mehr wären schon gut. Ich wohne quasi in der Mitte zweier Stationen und habe einen etwas längeren Fußweg. Bei Sonnenschein ist das kein Problem, gerade ältere Menschen haben da aber doch ihre Schwierigkeiten.“

Einschränkungen auf der Strecke

Aber nicht nur Kritik, sondern auch lobende Worte gab es für die Notlösung der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG). Passant Ronny Schulz hatte bisher keine Probleme mit der Ersatzbuslinie. „Ich habe mich rechtzeitig über die neue Strecke informiert, verspätet hat sich bisher auch noch kein Bus. Ich fahre jetzt fünf Minuten länger als normal, sonst ändert sich aber nicht viel für mich. Für mich ist es keine große Umstellung.“ Dass gerade am ersten Tag noch nicht alles reibunglos funktionieren kann, wie es soll, weiß aber auch Rostocker Busfahrer Michael Preuß. „Wenn eine neue Strecke gesetzt wird, ist das für uns alles auch erstmal neu. Ich bin die heute selbst zum ersten Mal diese Linie gefahren“, erklärte Michael Preuß am Dienstag. Dass es mit der Pünktlichkeit manchmal nicht so klappt, kann er ebenfalls erklären: „Oft haben wir auf der Strecke auch viele Falschparker, gerade an der Ecke Bertrand-Russell-Allee, welche die Fahrt behindern. Die Verkehrslage, viele Fahrgäste und auch ältere Menschen mit Rollatoren benötigen etwas mehr Zeit. Das ist leider nicht zu ändern.“ Noch bis kommenden Sonnabend hält der Schienenersatzverkehr voraussichtlich an.

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