Kinderzimmerprojekt : Eine Familie kämpft für ihr Glück

Nach monatelangem Bangen können Antje und Florian ihren kleinen Jonas (im Bild) und Adoptivsohn Paul im Arm halten. Die junge Familie hat sich ihr Glück hart erkämpft.
Nach monatelangem Bangen können Antje und Florian ihren kleinen Jonas (im Bild) und Adoptivsohn Paul im Arm halten. Die junge Familie hat sich ihr Glück hart erkämpft.

Lange wünschte sich das junge Paar ein Kind. Nach einem Kampf um Leben und Tod ist die Familie nun zu viert.

nnn.de von
14. April 2019, 11:06 Uhr

Rostock | Lange wünschten sich Antje und ihr Mann Florian aus dem kleinen Dorf bei Rostock ein Kind. Doch auch vier künstliche Befruchtungen brachten nicht das langersehnte Glück. Das Paar entschied sich für eine Adoption. "Mein Mann macht eine Polizeiausbildung in Bernburg, Sachsen-Anhalt und da in Rostock die Aussichten sehr schlecht waren, haben wir uns dort als mögliche Adoptiveltern beworben. Wir hätten nie gedacht, dass wir wirklich die Zusage bekommen", erzählt Antje. Ihr Traum sollte wahr werden und schon bald konnten die Physiotherapeutin und der angehende Polizeibeamte ihren drei Monate alten Paul* mit nach Hause nehmen.

Nach nur einem Monat folgte eine große Überraschung

Nach nur einem Monat mit dem neuen Familienzuwachs kündigte sich ein weiterer an. Für Antje und ihren Mann ein Schock. "Als ich feststellte, dass ich nun wirklich schwanger war, saß der Schock tief, denn ich hatte unwahrscheinlich Angst, dass sie mir nun Paul wieder wegnehmen", berichtet die Rostockerin. Neben der Sorge um den Adoptivsohn, der eine Zeit brauchte, um in der Welt und in seiner neuen Familie anzukommen, kam in der 27. Schwangerschaftswoche der nächste Schicksalsschlag. "Ich bin morgens aufgewacht und hatte ein geschwollenes Gesicht. Ich wusste, dass dies ein Symptom für eine Schwangerschaftsvergiftung sein kann und bin ins Krankenhaus", so die 31-jährige. Es begann ein Wettlauf um Leben und Tod - sowohl für Mutter als auch für Kind. Unter Narkose wurde der kleine Jonas* am 27. Juni. 2018 mit gerade mal 1040 Gramm geholt. "Mir ging es nach der Geburt sehr schlecht und flüchtete mich in Selbstmitleid. Als ich dann meinen Sohn sah - er war so klein und zerbrechlich- konnte ich nur an ihn denken und betete, dass er es schafft", berichtet Antje mit Tränen in den Augen.

Jonas entwickelt sich prächtig

Bis September 2018 verbrachte der kleine Jonas auf der Neonatologie der Südstadtklinik Rostock und wurde von Tag zu Tag kräftiger. "Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass Frühchen es schaffen. Ich habe in der Zeit im Krankenhaus mit ansehen müssen, dass Kinder es nicht überleben", betont Antje. Täglich fuhr die Mutter ins Krankenhaus zu ihrem Sohn, während daheim die Großmutter auf Paul aufpasste. "In der Woche bin ich allein und kümmere mich mittlerweile um zwei Kinder. Ich bin selbst erstaunt, was für eine Kraft man aufbringen kann und mit wie wenig Schlaf man auskommen kann, aber ich bin überglücklich mit meinen beiden Kindern", sagt die Physiotherapeutin freudestrahlend.


Noch ist einiges zu tun. Doch bald haben die beiden Jungs mit  ihrem Dschungelzimmer ein eigenes Reich zum Spielen.
Anja Engel
Noch ist einiges zu tun. Doch bald haben die beiden Jungs mit ihrem Dschungelzimmer ein eigenes Reich zum Spielen.


Seit Monaten kämpft sich die junge Mutter durch den Alltag - Windeln wechseln, füttern, spielen, einkaufen und den Haushalt schmeißen. Da bleibt nur wenig Zeit für sich selbst, geschweige dafür, noch nebenbei ein Kinderzimmer einzurichten. Die Firma TMW Hübner Raumdesign GmbH hat zu ihrem 25. Jubiläum das Hübelinchen-Kinderzimmer-Projekt ins Leben gerufen, um junge Familien zu unterstützen. "Ein Freund hat sich für uns beworben. Als der Anruf von der Inhaberin Sandra Hübner kam, war ich ganz erstaunt. Ich freue mich sehr und bin sehr dankbar, denn ich habe keine Kraft, neben alle dem hier noch ein Spielzimmer für meine beiden Kleinen zu gestalten", sagt die 31-Jährige. Dank des Unternehmens bekommen Paul und Jonas nun bald ein Dschungelzimmer. "Noch laufen die Arbeiten und bald kommen dann auch die Wandmalereien und die Möbel. Ich bin schon sehr gespannt und freue mich auf das Ergebnis", so Antje.

*Namen von der Redaktion geändert

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