Mahnmal : Radentscheid stellt Ghost Bike für toten Radfahrer auf

Der Radentscheid Rostock stellte am Sonntagmorgen ein Ghost Bike für den getöteten Radfahrer in Lütten Klein auf. Die Aktivisten fordern sichere Radwege und Kreuzungen, damit es zu keinen weiteren Verkehrstoten in Rostock kommt.
Der Radentscheid Rostock stellte am Sonntagmorgen ein Ghost Bike für den getöteten Radfahrer in Lütten Klein auf. Die Aktivisten fordern sichere Radwege und Kreuzungen, damit es zu keinen weiteren Verkehrstoten in Rostock kommt.

Sonntagmorgen haben 18 Fahrradaktivisten in Rostock Lütten Klein dem kürzlich verstorbenen Radfahrer gedacht.

nnn.de von
17. März 2019, 15:37 Uhr

Rostock | Sonntagmorgen haben 18 Fahrradaktivisten in Lütten Klein dem kürzlich verstorbenen Radfahrer gedacht. Sie stellten ein weiß gestrichenes Fahrrad, ein sogenanntes Ghost Bike, an der Unfallstelle auf und legten Rosen nieder. Ein Schild informierte über den Unfall. Der ereignete sich am 6. März. Ein 86-Jähriger wurde von einem Lkw beim Abbiegen auf die Trelleborger Straße übersehen und überrollt. Nach dem Unglück hatten die Aktiven des Radentscheid Rostock bereits am Donnerstag, den 7. März, eine Mahnwache vor Ort abgehalten, um auf die unsichere Infrastruktur für Radfahrende hinzuweisen. Tragischerweise erlag der Radfahrer am 8. März im Krankenhaus seinen Verletzungen, weshalb die Initiative an diesem Sonntag eine erneute Mahnwache an der Unfallkreuzung abhielt.

In Städten auf der ganzen Welt werden seit 2003 weiße Geisterfahrräder als Mahnmale für im Straßenverkehr getötete Radfahrer am Unglücksort aufgestellt. Das Ghost Bike in Lütten-Klein ist das erste in Rostock.

“Wir möchten hiermit unsere Anteilnahme an diesem tragischen Tod ausdrücken”, so Marie Heidenreich vom Radentscheid Rostock. “Neben Trauer löst dieser Unfall aber auch Wut in uns aus." Sie fordern die Stadt Rostock dazu auf, "endlich wirklich sichere Radwege und Kreuzungen zu bauen, damit keine weiteren Menschen mehr auf Rostocks Straßen sterben müssen!”

Der Radentscheid möchte durchsetzen, dass sich die Stadt Rostock dem Ziel verschreibt, dass es keine Verkehrstoten und Schwerverletzten mehr gibt, der sogenannten “Vision Zero”. Die Vision Zero müsse als Leitlinie für alle Maßnahmen und Planungen im Verkehr gelten. Neben ausreichend breiten und baulich vom Autoverkehr getrennten Radwegen sei ein sicheres Kreuzungsdesign wichtigster Aspekt, um dieses Ziel zu erreichen. “Radinfrastruktur muss endlich so gestaltet werden, dass Zusammenstöße von vornherein vermieden werden”, so Christoph Neimög vom Radentscheid Rostock. “Hier hätte eine sichere Kreuzungsgestaltung, die die Geschwindigkeit vor dem Abbiegen deutlich reduziert und so die Aufmerksamkeit des LKW-Fahrenden auf den Radstreifen fokussiert, möglicherweise den Zusammenstoß verhindert.” Der Radentscheid Rostock hat die Gedenkveranstaltung als Demonstration bei der Versammlungsbehörde angemeldet.

Der Radentscheid Rostock ist eine Initiative, die sich für sicheren Radverkehr in Rostock einsetzt. Der Radentscheid hat sich im Sommer 2018 gegründet. Das übergeordnete Ziel der Initiative ist eine Stadt, in der alle Menschen – auch Kinder und Senior*innen – sicher und entspannt Radfahren können. Die Aktiven haben neun Ziele für eine fahrradfreundliche Stadt formuliert. Deren Umsetzung soll mit einem Bürgerentscheid erreicht werden.

Hintergrund: Der Unfall

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