Mein Verein : Sie schützen die Kultur ihrer Heimat

An einer Aufräum-Aktion, während der auch Papierkram aussortiert wurde, haben sich die Vereinsmitglieder Renate Gerhard, Hannelore Hoppe, Christoph Wegner und Uwe Heimhardt  (von links nach rechts) beteiligt. Foto: susa
An einer Aufräum-Aktion, während der auch Papierkram aussortiert wurde, haben sich die Vereinsmitglieder Renate Gerhard, Hannelore Hoppe, Christoph Wegner und Uwe Heimhardt (von links nach rechts) beteiligt. Foto: susa

Den Museumsverein Warnemünde gibt es seit nunmehr 15 Jahren. Seinen Ursprung hat er schon vor mehr als 100 Jahren.

nnn.de von
12. Januar 2019, 14:05 Uhr

Rostock | Vor 15 Jahren, im Oktober 2004, ist der Museumsverein Warnemünde von 26 engagierten Frauen und Männern gegründet worden. Ihr Ziel war es, die bevorstehende Schließung des Heimatmuseums angesichts knapper Finanzen der Hansestadt Rostock zu verhindern.

Die Vereinsgründung war die logische Fortführung einer Warnemünder Geschichte, die bereits vor mehr als 100 Jahren ihren Anfang nahm. Angesichts der Tatsache, dass immer mehr Badegäste historische Objekte aufkauften und mit nach Hause nahmen, beschlossen Einheimische mit Heinrich Holtfreter an der Spitze, dem Ausverkauf einen Riegel vorzuschieben. Der Plattdeutsche Verein rief zum Sammeln und Bewahren auf, woraufhin tausende Dinge zusammengetragen worden sind, die nach mehreren Zwischenlagern im 1933 eröffneten Heimatmuseum in der Alexandrinenstraße 31 Platz gefunden haben. Als nach 1945 gemeinnützige Vereine in der DDR aufgelöst wurden, ging das Museum in städtische Hand. „Ende der 1980er Jahre hatten viele Warnemünder das Gefühl, mit der Kultur in ihrem Ort geht es stetig bergab. Deshalb haben Gernot Schumann, Christian Meyer und ich beschlossen, die Geschehnisse im Museum zu begleiten, Spendengelder zu beschaffen und alte Dinge aufzukaufen“, erinnert sich Uwe Heimhardt. Mit der Gründung des Warnemünde Vereins 1990 etablierte sich unter dessen Dach eine Museumskommission, deren ehrenamtliche Mitglieder beispielsweise dafür sorgten, dass der größte Teil der derzeit fast 2000 Postkarten umfassenden Sammlung aufgekauft werden konnte.

Trotz aller Aktivitäten stand 2003 das Museum vor der Schließung. „Wir haben das mit der Gründung des Museumsvereins Warnemünde, der einen ab dem 1. Januar 2005 gültigen Betreibervertrag mit der Stadt Rostock geschlossen hat, verhindert“, sagt Uwe Heimhardt, der vom ersten Tag an Vorsitzender des Vereins ist. Das Museum wurde seither mit viel-fältigsten Initiativen und Aktivitäten weiterentwickelt. Die Besucher haben das honoriert. „Im Jahr der Übernahme wurden um die 5000 Besucher gezählt. Bereits zwei Jahre später war deren Zahl auf 10 000 gestiegen. Im Jahr 2018 konnten wir trotz des Umbaus der Dauerausstellung 12 356 Interessenten begrüßen“, freut sich Uwe Heimhardt.

Unter Leitung des Vereins und im engen Miteinander mit dem Vermieter, dem städtischen Eigenbetrieb KOE, konnte die historische Fassade saniert, die technische Gebäudeausrüstung modernisiert und das Hauptdepot neu gestaltet werden. Von der Errichtung eines Bücher-, Foto- und Gemäldedepots, der Schaffung von zwei Außendepots über die Umgestaltung des Museumshofs bis zur Eröffnung der neuen Dauerausstellung, der Verein hat immer wieder neue Aufgaben bewältigt.

Auch im 15. Jahr des Museumsvereins dürfen sich die rund 200 Mitglieder sowie alle Interessenten auf Neues freuen. So bereitet Museumsleiter Christoph Wegner derzeit eine Sonderausstellung zum Thema Sport vor, die zur Warnemünder Woche Anfang Juli eröffnet wird. Mit dabei sind Verein und Museum beim Internationalen Museumstag, beim Tag des offenen Denkmals und bei der Langen Nacht der Museen. Im alten Fischerhaus gibt es wieder viele Veranstaltungen, darunter auch die beliebten Museumsabende, für die der Kartenverkauf Mitte Februar startet.


Visitenkarte

Heimatmuseum Warnemünde, Alexandrinenstraße 31, 18119 Warnemünde, Telefon 0381/526 67, Fax 0381/548 68 37, E- Mail: kontakt@heimatmuseum-warnemuende.de


Im Gespräch

Befragt: Uwe Heimhardt

In den Depots des Heimatmuseums schlummern hunderte unterschiedlichste Objekte. Wann werden diese gezeigt?

Dafür nutzen wir unsere Sonderausstellungen. Tatsächlich würden wir eine größere Auswahl unserer insgesamt rund 20 000 Schätze sehr gern ständig präsentieren. Doch dafür benötigen wir mehr Raum.

Was ist in nächster Zukunft geplant?

Wir überlegen, die modernen Zwischenwände im alten Teil des Erdgeschosses durch Wände mit Lehmputz zu ersetzen, die in dem historischen Gebäude aus dem Jahre 1767 üblich gewesen sind.


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