Rostock : Basis für maritimes Know-how

Das Team der Berufsbildungsstelle für  Seeschifffahrt:  Sebastian Niemann, Silvia Rintel, Mike Meyer, Svenja Rohde und die neue Chefin Sabine Zeller (v. l.)
Das Team der Berufsbildungsstelle für Seeschifffahrt: Sebastian Niemann, Silvia Rintel, Mike Meyer, Svenja Rohde und die neue Chefin Sabine Zeller (v. l.)

Die neue Chefin der Berufsbildungsstelle für Seeschifffahrt berichtet über Aufgaben ihres Teams und Perspektiven.

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06. November 2019, 10:00 Uhr

Rostock | Im Aus- und Fortbildungszentrum Rostock herrscht Anfang Dezember wieder Prüfungsatmosphäre. Seemännischer Nachwuchs hat dann zu beweisen, was in der dualen Ausbildung zum Schiffsmechaniker in Theorie und Praxis gelernt wurde. Für die Auszubildenden sei das die Grundlage auf dem Weg zum Leitenden Ingenieur oder Kapitän, für eine Karriere in der maritimen Branche. Dafür seien die Perspektiven – auch für den Schiffsmechaniker als Facharbeiter – inzwischen wieder besser als ihr Ruf, betont Sabine Zeller (42), Geschäftsführerin der Berufsbildungsstelle für Seeschifffahrt e. V. (BBS) in Bremen. Die junge Frau leitet seit Mitte des Jahres die bundesweit zuständige Geschäftsstelle für die Bildung, löste hier Holger Jäde ab, der zum Havariekommando wechselte.

Mit den Belangen der Seefahrt vertraut

Geboren und aufgewachsen in Süddeutschland ist die BBS-Geschäftsführerin aber mit Belangen der Seefahrt bereits seit Langem vertraut. Gleich nach dem Abitur ging sie nach Irland, lernte auf einem Segelschiff und Fähren den Seemannsalltag kennen und fand daran Geschmack. Sie studierte schließlich in Warnemünde, wurde Diplom-Ingenieurin für Nautik und Seeverkehr. Acht Jahre fuhr sie dann als Nautikerin zur See, die meiste Zeit davon als Erster Offizier auf Tankern. An Land folgten Tätigkeiten als Nautische Sachverständige in einem Bremer Büro und als Dozentin für Sicherheitslehrgänge beim Maritimen Kompetenzzentrum (Marikom) in Elsfleth.

Seit dem 1. Juni ist sie nun die neue Chefin in der BBS in Bremen, nach dem Seearbeitsgesetz die zuständige Stelle für die Berufsbildung in der Seeschifffahrt. Träger sind hier der Bund, die Küstenländer, der Verband Deutscher Reeder, die Gewerkschaft Verdi und die Bundeslotsenkammer. Vorsitzender des Vereins ist Erik Hirsch von Hapag Lloyd für den Reeder-Verband, Stellvertreter der Rostocker Peter Geitmann für Verdi.

Zu den Aufgaben gehören die Beratung der auszubildenden Reedereien, der Ausbilder und der Auszubildenden, entsprechende Schiffsbesuche, die Durchführung von Prüfungen, die Mitwirkung am Regelwerk für die Ausbildung, die Anerkennung von Schiffen als Ausbildungsstätten und die Unterstützung der Bundeslotsenkammer im Rahmen ihrer Seelotsenausbildung.

Auch für Rostock neue Beraterin

Bei den von der BBS betreuten Berufsbildungsmaßnahmen handelt es sich vor allem um die Berufsausbildung zum Schiffsmechaniker. Weitere Ausbildungsgänge sind die berufliche Umschulung zum Schiffsmechaniker und eine speziell auf den Beruf des Schiffsoffiziers bezogene praktische Ausbildung und Seefahrtzeit als Nautischer oder Technischer Offiziersassistent.

Im Bremer Büro halten fünf Mitarbeiter die organisatorischen Fäden zusammen. Als Ausbildungsberaterin für den Standort Rostock ist mit Svenja Rohde eine weitere Frau in der BBS-Crew tätig geworden. Sie löst den in den Ruhestand gegangenen Siegbert Klinkmüller ab, der aber noch bei Arbeitsspitzen bei Bedarf helfend zur Seite steht.

120 Auszubildende haben in diesem Jahr die Lehre zum Schiffsmechaniker an den drei Standorten Travemünde, Elsfleth und Rostock begonnen. Insgesamt befinden sich hier und bei den auszubildenden Reedereien 352 Azubis in der Ausbildung, berichtet Sabine Zeller. Die Talsohle sei im vergangenen Jahr wieder durchschritten worden. Es ging trotz der Ausflaggung so mancher Flotten wieder aufwärts. Insbesondere kleinere Reedereien suchen seemännischen Nachwuchs. Der Beruf des Schiffsmechanikers sei nicht nur als Grundlage für das weitere Studium zum Nautischen und Technischen Offizier gefragt, erklärt die Expertin. Das Ausbildungsniveau sei insgesamt nicht schlecht. Für sehr gute Leistungen konnten durch die BBS in diesem Jahr so etliche Auszeichnungen vergeben werden.

Nachwuchs in vielen Branchen gesucht

Viele Branchen suchen gegenwärtig Berufsnachwuchs. Man stehe im Wettbewerb mit anderen Ausbildungen, macht so auch die BBS-Geschäftsführerin deutlich. Für eine gezieltere Nachwuchsgewinnung und eine Imageverbesserung der Seeschifffahrt wird deshalb eine zentrale Website zu den verschiedenen Ausbildungs- und Studiengängen, Laufbahnen und Arbeitsgebieten rund um die Seeschifffahrt eingerichtet. Dabei rückt auch die Elektronik verstärkt ins Blickfeld, die in der modernen Schifffahrt zunehmend eine Rolle spielt.

Die neue BBS-Chefin hat mit ihrem Team also alle Hände voll zu tun und setzt dabei auch weiterhin auf die Unterstützung ihrer Partner aus der Praxis bis hin zu den ehrenamtlichen Helfern in den Prüfungsausschüssen.

Die Mitglieder dafür wurden für drei Jahre inzwischen neu benannt. In Rostock wird der Ausschuss von Fred Schmeißer geführt, der Anfang Dezember mit seinem gestandenen Team an Prüfungsstandorten vom AFZ bis zur „Likedeeler“ alle Hände voll zu tun bekommt.

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