Messerattacke in Neubukow : Rumäne muss sich wegen versuchter Tötung verantworten

Vor der 2. Großen Strafkammer hat die Hauptverhandlung gegen einen 20-jährigen Rumänen wegen versuchter Tötung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung begonnen.
Vor der 2. Großen Strafkammer hat die Hauptverhandlung gegen einen 20-jährigen Rumänen wegen versuchter Tötung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung begonnen.

Nach einem fast tödlichen Messerangriff vom Oktober 2018 in Neubukow steht ein junger Rumäne vorm Landgericht Rostock.

nnn.de von
10. April 2019, 10:16 Uhr

Rostock | Nach einem brutalen und beinahe tödlichen Messerangriff vom Oktober 2018 in Neubukow steht seit dem Morgen ein junger Rumäne vor dem Landgericht in Rostock. Der 20-jährige Catalin-Andrei F. muss sich wegen versuchter Tötung verantworten. Zu Prozessbeginn schwieg er.

Der Täter ist erst 20 Jahre alt.
Stefan Tretropp
Der Täter ist erst 20 Jahre alt.


Die Staatsanwaltschaft legt dem Heranwachsenden zur Last, am 26. Oktober des letzten Jahres gegen 4 Uhr morgens in Neubukow einem jungen Mann nach gemeinsamem Alkoholkonsum auf offener Straße mit einem Messer mehrere Stiche in den unteren Rückenbereich versetzt zu haben. Das Messer soll eine Klingenlänge von zehn Zentimetern und eine Breite von 1,5 Zentimetern gehabt haben. Wie es in der Anklage weiter heißt, habe der Angeklagte, nachdem das Opfer bereits zu Boden gegangen sei, gegen dessen Kopf getreten, wiederum in den Rückenbereich gestochen und dabei etwa zehn Zentimeter tiefe Verletzungen auch an der linken Niere verursacht. Ein Anlass für die Tat sei für das Opfer nicht ersichtlich gewesen.

Seit dem 26. Oktober 2018 befindet sich der Angeklagte in dieser Sache in Untersuchungshaft.
Seit dem 26. Oktober 2018 befindet sich der Angeklagte in dieser Sache in Untersuchungshaft.


Das Messer habe laut Anklage zuvor im Auto des Angeklagten gelegen. Der 20-jährige Rumäne habe den stark blutenden Geschädigten schwer verletzt auf offener Straße bei völliger Dunkelheit liegen gelassen. "Dabei habe er den Eintritt des Todes billigend in Kauf genommen", sagte der Staatsanwalt in seiner Anklageschrift. Das Opfer konnte sich in ein nahes Wohnhaus schleppen und über sein Handy Hilfe herbeirufen. Nur durch ein sofortiges Eingreifen des Notarztes hätte das Leben des Opfers gerettet werden können, hieß es vor Gericht.

An der Kleidung des Angeklagten waren Blutspuren des Opfers gefunden worden. Drei Stunden nach der Tat habe der 20-Jährige 1,63 Promille intus gehabt. Der Rumäne, der vor Gericht kein Wort Deutsch sprach und sich nur über eine Dolmetscherin zu verständigen wusste, befindet sich seit Ende Oktober in der JVA Neustrelitz in Untersuchungshaft. Er kündigte über seine Anwälte eine Einlassung im weiteren Verlauf des Prozesses an. Am ersten Verhandlungstag wurde lediglich die Anklage verlesen, weiter geht es am 29. April mit der Beweisaufnahme.

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