Integration : Immer mehr Geflüchtete mit festen Jobs

Bei Liebherr  startete 2017 ein Ausbildungsprojekt für Migranten wie Melake Haile (l.) und Mebrahtu Kflay. Marvin Matzkeit (l.) und Jonas Pierstorf erklärten ihnen die Lehre zum Konstruktionsmechaniker.
Bei Liebherr startete 2017 ein Ausbildungsprojekt für Migranten wie Melake Haile (l.) und Mebrahtu Kflay. Marvin Matzkeit (l.) und Jonas Pierstorf erklärten ihnen die Lehre zum Konstruktionsmechaniker.

Tagung im Ostseestadion beleuchtet steigende Berufschancen für Zugewanderte und heimische Unternehmen.

nnn.de von
07. November 2018, 14:08 Uhr

Rostock | Die Integration Geflüchteter in den heimischen Arbeitsmarkt stellt nach Ansicht von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) noch immer eine große Herausforderung dar. Trotzdem funktioniere sie immer besser. Das erklärte er am Mittwoch bei der Tagung „Vom Flüchtling zur Fachkraft“ im Rostocker Ostseestadion. „Nicht nur bei Geflüchteten, sondern generell bei allen Personen mit Migrationshintergrund konnten Fortschritte bei der Integration in den Arbeitsmarkt in den vergangenen zwei Jahren erreicht werden", sagt Glawe. „Hierbei spielt insbesondere die gute wirtschaftliche Situation eine entscheidende Rolle."

Seit der Wiedervereinigung hätten Arbeitslosenzahl und Arbeitslosenquote noch nie so niedrig gelegen. Im März 2018 – das ist der neueste Wert – seien rund 1500 Personen aus Asylherkunftsländern sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen, Auszubildende nicht mitgezählt. Gegenüber März 2017 erfolgte ein Anstieg um etwa 600 Beschäftigte oder umgerechnet 64,8 Prozent. Derzeit gebe es rund 7300 Geflüchtete in MV, so Glawe. „Wenn wir uns vor Augen führen, dass wir in den kommenden Jahren in Mecklenburg-Vorpommern mit deutlichen Rückgängen beim Erwerbspersonenpotenzial zu rechnen haben, müssen wir schon heute alle Möglichkeiten zur Fachkräftegewinnung nutzen“, sagt er.

Haupthindernisse seien dabei nach wie vor die Sprache, aber auch kulturelle Unterschiede. „Beide Seiten müssen Offenheit, Engagement und Mut zeigen und bereit sein, auch mal unkonventionelle Wege zu gehen", fordert der Minister. Das gelte auch in Bezug auf die Ausbildung - im aktuellen Jahrgang haben 152 Personen mit einem Fluchthintergrund eine Lehre begonnen, 32 mehr als im Vorjahr. Fast die Hälfte von ihnen ist im Hotel- und Gaststättenbereich untergekommen. Aber auch in der Maschinen-/Fahrzeugtechnik, in Mechatronik-/Energie-/Elektroberufen, in medizinischen Gesundheitsberufen, Verkaufsberufen oder in der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung lernen sie. Fast 60 Prozent der Bewerber hatten einen Real- oder Hauptschulabschluss.

An der Tagung in Rostock nahmen über 200 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung teil.

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