Unimedizin Rostock : Nöldge-Schomburg will mehr Personalzufriedenheit

Die kommissarische Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin Rostock, Gabriele Nöldge-Schomburg, plant mehr als 20 neue Stellen für Assistenzärzte. Zudem sollen familienfreundliche Bedingungen geschaffen werden.

nnn.de von
11. Februar 2019, 07:43 Uhr

Die kommissarische Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin Rostock, Gabriele Nöldge-Schomburg, hat nach den monatelangen Querelen in der Klinik die Verbesserung der Personalzufriedenheit als ihre zentrale Aufgabe bezeichnet. Zwar seien die rund 3200 Mitarbeiter durch die Meldungen der vergangenen Monate „gebeutelt“. „Sie leisten aber Tag und Nacht das Beste zum Wohle der Patienten“, sagte Nöldge-Schomburg der Deutschen Presse-Agentur. Die frühere Anästhesie-Professorin hatte Anfang Januar ihr Amt angetreten. Der Universitätsmedizin gehe es gut, trotz der nach außen verwirrend erscheinenden Lage leiste sie gute Arbeit in Forschung, Lehre und Patientenversorgung.

Zu ihren primären Aufgaben gehöre, mit der Schaffung und Besetzung von Stellen das Personal zu stärken. Dazu zählten unter anderem mehr als 20 neue Stellen für Assistenzärzte und weiteren Stellen zur Entlastung des Pflegepersonals. Mit familienfreundlichen Arbeitsbedingungen und guten Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten wolle sie dazu beitragen, die Situation der Mitarbeiter verbessern.

Schwarze Null angepeilt

Eine Folge der Erfahrungen der vergangenen Monate werde sein, im Gegensatz zu den Vorjahren mit dem Klinikbetrieb nicht Millionengewinne erzielen zu müssen. „Die schwarze Null reicht“, betonte Nöldge-Schomburg. Erträge sollen unter anderem zur Bildung von Rücklagen in die Klinik zurückfließen und neben den höheren Personalkosten zur Verbesserung von klinikinternen Prozessen und der Infrastruktur verwendet werden.

Um die Millionengewinne hatte es in der vergangenen Monaten heftige Diskussionen gegeben. Dabei ging es unter anderem um die Frage, ob die Vorstandsmitglieder deswegen höhere Boni erhalten haben. Die Diskrepanz zwischen Personalmangel und die gleichzeitige Ausweisung hoher Gewinne ist für Nöldge-Schomburg für einen großen Teil der Unzufriedenheit bei den Mitarbeitern verantwortlich.

Wichtig für medizinische Versorgung

Nöldge-Schomburg folgte als Chefin auf Christian Schmidt, der Mitte 2018 nach Vorwürfen um zweifelhafte Geschäftspraktiken und Beraterverträge freigestellt wurde. Ende Juli wurde er wieder in das Amt der Ärztlichen Vorstands eingesetzt, nachdem sich die Vorwürfe nicht hatten konkretisieren lassen. Das Amt des Vorstandsvorsitzenden blieb ihm verwehrt. Mitte Dezember 2018 wurde der Vorstand für 2017 vom Aufsichtsrat der Klinik entlastet. Um die Situation in Vorstand und Klinik zu beruhigen, wurde gleichzeitig die Vorstandsposition für Nöldge-Schomburg geschaffen.

Die Krankenhausgesellschaft MV betonte die Bedeutung der Rostocker Uniklinik für die medizinische Versorgung im Land. Sie habe zusammen mit den Kliniken in Greifswald, Schwerin und Neubrandenburg eine Leitfunktion, um die flächendeckende Versorgung abzudecken, sagte die Vize-Geschäftsführerin Heidelies Dähn. Dazu gehöre etwa das Netzwerk Kinder- und Jugendmedizin. Sie trug den Wunsch an Nöldge-Schomburg heran, sich in Rostock für die Einrichtung eines Lehrstuhls für Altersmedizin stark zu machen. „Der Lehrstuhl in Greifswald ist nicht ausreichend.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen