Mecklenburg-Vorpommern : Ab Montag Einkauf nur noch mit Maske

Plötzliche Wende in MV überrascht Handelsverband Nord / Kreise erhalten Grundausstattung

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23. April 2020, 05:00 Uhr

Nicht nur im öffentlichen Personennahverkehr, sondern auch im Einzelhandel gilt vom kommenden Montag an die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Die Landesregierung entschied sich gestern zu dieser Verschärfung, nachdem sich auch alle anderen Bundesländer dafür ausgesprochen hatten. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zufolge sind lediglich Kinder bis zum Schuleintritt und Menschen, die aufgrund einer Behinderung einen solchen Schutz nicht tragen können, von dieser Verpflichtung ausgenommen. Sie gilt gleichermaßen für Kunden wie für das Verkaufspersonal. Bei Zuwiderhandlungen können Kunden des Geschäftes verwiesen werden, widersetzen sie sich, droht ihnen ein Bußgeld in Höhe von 25 Euro.

Schwesig warb für das Bedecken von Mund und Nase, es sei eine kleine Einschränkung für den Einzelnen, die jedoch bei konsequenter Einhaltung dazu führen könne, dass es bald auch wieder größere Lockerungen gibt. Heute will sie darüber mit Vertretern aus Hotellerie und Gastronomie beraten

Vorgeschrieben ist ausdrücklich nicht das Tragen medizinischer Schutzmasken. Selbstgenähter Mund-Nasen-Schutz, Alltagsmasken, Schals oder Tücher erfüllen die Anforderungen allemal, heißt es aus der Staatskanzlei.

Alle Landkreise und kreisfreien Städte werden in den nächsten Tagen vom Land mit einer Grundausstattung versorgt, kündigte die Ministerpräsidentin an – für Personen, die finanziell nicht in der Lage sind, sich selbst Masken zu kaufen bzw. die mit der Besorgung überfordert sind. Ludwigslust-Parchims Landrat Stefan Sternberg (SPD) machte allerdings auch unmissverständlich klar: „Als oberste Devise gilt: Jeder hat allein für seinen Schutz zu sorgen.“ Er begrüßte aber die gestern getroffene Klarstellung einer Maskenpflicht: „Mit der Formulierung ,sollte tragen‘ war keinem geholfen.“

Von der Entwicklung überrascht zeigte sich der Handelsverband Nord. Noch einen Tag zuvor hätte die Ministerpräsidentin eine Maskenpflicht beim Einkauf kategorisch abgelehnt, so Geschäftsführer Kay-Uwe Teetz. Das Argument, dass es auch andere Bundesländer so handhabten, sei angesichts der niedrigen Erkrankungszahlen im Nordosten nicht nachvollziehbar. Die Arbeitgeber im Handel würden den Pflichten gegenüber ihren Beschäftigten nachkommen. Es seien aber viele Fragen offen: Gilt die Mundschutzpflicht auch bei Kassen, die durch Plexiglas geschützt sind? Wer kontrolliert die Einhaltung der Maskenpflicht? Seiner Meinung nach sind hier Ordnungsbehörden und nicht die Inhaber gefordert, so Teetz. Seite 20

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