Größte Wirtschaftskammer MV : Andrang um Rostocker IHK-Chefposten

Eine Findungskommission will bis Ende März entscheiden.

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06. Februar 2020, 20:00 Uhr

Chefwechsel in der größten Wirtschaftskammer in MV: Nach dem überraschenden Wechsel des bisherigen Hauptgeschäftsführers der Industrie- und Handelskammer Rostock (IHK), Jens Rademacher, als Regionalchef in den Geschäftsbereich Stralsund rangeln sich Dutzende Bewerber um den Chefposten. Nach einer bundesweiten Ausschreibung habe sich eine hohe Zahl an Interessenten um die Stelle beworben – zwischen 50 und 100 Bewerber aus ganz Deutschland, erklärte Kammer-Präsident Klaus-Jürgen Strupp gestern in Rostock ohne konkrete Angaben zu machen. Eine Findungskommission werde jetzt mit anwaltlicher Hilfe und Unterstützung der Rechtsaufsicht aus einem großen Bewerberpool einladen und entscheiden. Er rechne damit, dass Ende März der neue Hauptgeschäftsführer für die IHK Rostock feststehe.

An den neuen Kammerchef seien hohe Anforderungen gestellt. Angesichts der anstehenden Veränderungen in der Wirtschaft beispielsweise durch die Digitalisierung müsse sich auch die Kammer weiterentwickeln, sagte Strupp ohne die bisherige Kammerarbeit Rademachers zu kritisieren. „IHK-Präsidium und Vollversammlung wollen nach vorn schauen.“ Die Fachkräftesicherung sei derzeit die größte Herausforderung für die 36 000 Mitgliedsunternehmen im Kammerbereich. Strupp: „Wir suchen einen Hauptgeschäftsführer, der neue Ansätze mitbringt.“ Die Wirtschaft müsse es gemeinsam mit der Politik schaffen, dass Mecklenburg-Vorpommern für Bewerber interessant werde und junge Leute aus den alten Bundesländern zur Ausbildung in den Nordosten kämen, fordert er. Dazu brauche es beispielsweise ein Mobilitätsticket für junge Leute, das vor allem auch Auszubildenden in den ländlichen Regionen helfen solle. Auch brauche es angesichts des deutlich reduzierten Berufsschulangebots neue Lösungen.

Der 57-jährige Volljurist Rademacher war nach sechs Jahren im Amt Ende 2019 überraschend als Bereichsleiter nach Stralsund gewechselt. Kritik an der Neuordnung der Kammerspitze wies Strupp gestern zurück. „Vielmehr gehe es darum, die Kammer weiterzuentwickeln und mit einem neuen Hauptgeschäftsführer noch einmal neu durchzustarten“, erklärte er. Mit dem Wechsel Rademachers nach Stralsund sei der Geschäftsbereich in Vorpommern aufgewertet worden. Mit dem neuen Bereichsleiter sollen in der Region neue Akzente gesetzt werden: „Wir haben einen sauberen Weg gefunden, um durchzustarten“, meinte Strupp.

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