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Fußball Ein Kicker mit Dreifach-„Belastung“

Von Thomas Baake | 29.01.2019, 17:47 Uhr

Paul Baaske spielt auf dem Rasen beim Förderkader, Beachsoccer bei den Rostocker Robben und in der Futsal-Landesauswahl

Das Spiel mit dem runden Leder hat viele Gesichter. Beachsoccer. Fußball. Futsal. Und ein Rostocker kann davon nicht genug bekommen: Paul Baaske. Der 20-Jährige tanzt sozusagen auf drei Hochzeiten im Sportjahr. Für die komplette Saison trägt der offensive Mittelfeldspieler das Trikot des FC Förderkader René Schneider. Von Mai bis August kickt er erstmals für die Beachsoccer-Mannschaft Robben – den aktuellen Deutschen Meister. In den Wintermonaten ist Paul fester Bestandteil der Futsal-Landesauswahl Mecklenburg-Vorpommern. Bei der Futsal-Nationalmannschaft war er schon zweimal zum Lehrgang eingeladen. Der gebürtige Hansestädter stieg vom Nachrücker zum Kapitän des Teams auf. Ein spontaner Anruf sowie eine Empfehlung von seinem damaligen Trainer beim FC Förderkader, Sebastian Turowski, brachten Paul zum speziellen Kicken unterm Hallendach. „Es war Freitag, und ich war gerade auf dem Weg zur Arbeit“, so Paul über den Zeitpunkt des Telefonats. Noch am gleichen Tag sollte es zum NOFV-Pokal-Turnier 2017 gehen. Timing ist eben alles. Am Rostocker Uni-Klinikum absolviert der Fußballer durch und durch eine Ausbildung zum Anästhesie-Technischen Assistenten. Auch in der Schule kam Paul mit dem Fußball in Berührung. Ein Projekt führte ihn zu einem einwöchigen Training der B-Jugend des FC Bayern. „Das war super cool, und ich habe viel gelernt“, strahlt Baaske. Das Zusammenspiel mit Felix Götze (jüngerer Bruder von Mario Götze – d. Red.) und Marco Friedl (aktuell bei Werder Bremen – d. Red) sei auf hohem Niveau gewesen, woran er sich angepasst habe. Obwohl Paul sich in einigen Teams engagiert, steht für ihn die Bildung in seinem Leben an erster Stelle. Profi-Fußball käme nicht in Frage. Mit dem Niveau in der Verbandsliga ist er zufrieden.

Seine Karriere begann 2003 beim SV Hafen. Erster Trainer war Andreas Heyl. Auf dem Platz präsentiert sich der Mittelfeldakteur ehrgeizig. Er möchte immer gewinnen und kann laut eigenen Angaben auch schon mal aus der Haut fahren. Neben dem Spielfeld ist der 20-Jährige auch sehr sportbegeistert. Im Fernsehen verfolgt er die Fußball-Bundesliga und die ausländischen Top-Ligen. Sein Herz schlägt seit dem zehnten Lebensjahr für den HSV. Und wie nimmt Pauls privates Umfeld seine Sportbegeisterung wahr? Die Familie interessiert sich für seine Laufbahn. „Mein Vater steht regelmäßig am Spielfeldrand, wenn ich spiele“, berichtet der Rostocker Jung. Der Sport ist für ihn ein positiver Ausgleich zum Berufsleben. Eine Leidenschaft, ohne die Paul nicht kann.

Das ist Futsal

Futsal ist eine Ergänzung zum Fußball während der Winterzeit und wird in der Halle gespielt. Hierbei präsentieren je vier Feldspieler und ein Torwart pro Mannschaft ihr Können am Ball. Und das ist keinesfalls mit dem klassischen Budenzauber, Beachsoccer oder dem Fußball auf dem Großfeld zu vergleichen. Das fängt beim Spielfeld an und hört bei den taktischen Raffinessen auf. „Die Spieler arbeiten viel mit der Sohle, wie Toni Kroos“, beschreibt Ralf Baustian, Trainer der Landesauswahl MV, den technischen Unterschied beim Umgang mit dem Spielgerät. Beim Regelwerk der Sportart, die auf einem 45 mal 25 Meter großen Feld in der Halle gespielt wird, ist der Faktor Zeit nicht zu unterschätzen. Zweimal 20 Minuten dauert eine Partie, allerdings wird die Uhr sofort vom Zeitnehmer angehalten, wenn der Ball im Aus ist. Dann wird der Ball wird eingekickt statt eingeworfen. Zudem ist die Rückpass-Regel strenger: Der Torwart darf den Ball nur einmal berühren und dabei (inklusive Abwurf) höchstens vier Sekunden kontrollieren. Apropos Vier: Das Leder hat die Größe 4 und ist somit kleiner als der Fußball.

Außerdem ist der Futsal-Ball sprungreduziert. Laut Ralf Baustian steckt Futsal in Deutschland eindeutig noch in den Kinderschuhen. Beispiel? In MV gibt es nur eine Vereinsmannschaft (Futsal Rostock). Fußballer bilden das Gros der Landesauswahl. Sie trainieren bislang dreimal pro Jahr in Güstrow auf dem Gelände der Sportschule.