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FC Hansa Rostock In Spezialschuhen auf der Tribüne

Von Thomas Baake | 22.02.2019, 16:56 Uhr

Marco Königs fällt am Sonnabend gegen Meppen verletzt aus. Doch er ist sich sicher: "Die Jungs gewinnen auch ohne mich."

Beim Hinspiel der Hansa-Kogge im Emsland war Stürmer Marco Königs noch der „Dosenöffner“ zum 3:1-Erfolg. Bereits nach acht Minuten netzte der 29-Jährige mit einem Rechtsschuss zur 1:0-Führung ein. Am Sonnabend beim erneuten Aufeinandertreffen mit dem SV Meppen in der 3. Fußball-Liga (Anpfiff 14 Uhr im Ostseestadion) muss Königs verletzungsbedingt passen. Der Bruch des linken Mittelfußes ist der Grund. Eine Operation ist zum Glück nicht notwendig. Der Verletzung wird konservativ zu Leibe gerückt. "Seit Donnerstag habe ich den orthopädischen Spezialschuh. Zuvor bin ich zwei Wochen mit Krücken umhergelaufen. Jetzt heißt es erst mal zur Ruhe kommen und den Heilungsprozess voranzutreiben", beschreibt der Mittelstürmer den aktuellen Stand.

Marco läuft aber keineswegs nur mit einem orthopädischen Schuh am linken Fuß rum. Er ist mit einem kompletten Paar ausgestattet. Und das sieht modisch gut aus und auch von der Bewegung her. Allerdings: "Zuviel soll ich nicht gehen. Das Autofahren mit Automatik geht auch, und meistens fährt jetzt meine Freundin", berichtet Königs über die derzeitige Belastung des Fußes.

Der Schuh soll den gebrochenen Fuß stabilisieren und für Entlastung sorgen. Hierfür gibt es spezielle Einlagen. "Ich werde die Schuhe noch locker zwei bis drei Wochen tragen müssen", blickt Hansas Nummer 11 voraus.

Und das heißt natürlich auch, dass er das Spiel gegen Meppen am Sonnabend verpasst. "Ich werde im Stadion bei den Jungs sein und sie unterstützen. Auch wenn es für mich derzeit schwierig ist, verletzt auszufallen, da ich dem Team helfen möchte", gibt sich Marco optimistisch.

Seine Quote gegen die Emsländer liest sich nicht schlecht: zwei Siege, ein Remis, ein Tor und eine Vorlage - allerdings nicht alle im Hansa-Dress.

Tipps, wie seine Mannschaftskollegen den Ball in die Maschen des Gegners hauen können, gibt Königs aber nicht: "Die Jungs kriegen das schon selber hin. Sie haben das in den letzten Spielen super gemacht. Sie wollen auch gegen Meppen drei Punkte holen."

Von schwerwiegenden Verletzungen war der gebürtige Solinger bislang verschont geblieben. Mal war es der Meniskus, mal das Knie oder ein Bänderriss im Sprunggelenk - aber nichts, was ihn für länger außer Gefecht setzte. "Toi toi toi, bislang hatte ich Glück. Diesmal hat es mich erwischt. Ich muss positiv denken und nach vorn schauen. Das ist halt das Berufsrisiko. Ich hoffe, dass ich in ein paar Wochen wieder fit bin", gesteht der 29-Jährige.

Konservativ soll der Mittelfußbruch behandelt werden. Das heißt: "Ruhe, damit der Knochen heilen kann. Ich habe täglich Behandlungen bei Tobi (Physiotherapeut Tobias Hamann - d. Red.). Man muss abwarten, wie es verheilt. Ich muss auf mein Körpergefühl hören, wann der richtige Zeitpunkt für ein Comeback ist", erzählt der Hansa-Angreifer und schiebt hinterher: "Am Sonnabend gewinnen die Jungs auch ohne mich."

Abends in seiner Wohnung darf Marco Königs die orthopädischen Schuhe von sich werfen. Sie sind ausdrücklich für längere Laufstrecken tagsüber gedacht.

Für ihn gilt es jetzt erst mal wieder gesund zu werden und auf sein Comeback hinzuarbeiten. Vielleicht klappt es ja mit einem Einsatz schon Anfang April bei seinem Ex-Verein Fortuna Köln...

Meppen „ein Stoppschild setzen“ – mit Bülow?

Die Verletztenliste im Kader vor dem Punktspiel der 3. Liga gegen den SV Meppen ist länger geworden. Gleich vier Spieler stehen Trainer Jens Härtel nicht zur Verfügung. Marcel Hilßner meldete sich krank ab, Willi Evseev erlitt im Training einen Handbruch, Jonas Hildebrandt knickte um, und Del-Angelo Williams verletzte sich am Finger – ebenfalls beim Training. Hoffnung habe Härtel aber bei Mittelfeld-Akteur Tanju Öztürk. Er ist „nur“ erkältet und könne auflaufen. Marco Königs (siehe oben) fehlt wegen seines gebrochenen linken Mittelfußes schon länger.

„Bei Marcel Hilßner wird es nicht reichen, und bei Willi Evseev sieht es nicht gut aus. Hier laufen die Vorgespräche zu einer Operation“, muss der Fußball-Lehrer feststellen. Aufgrund der vielen Verletzten taucht ein Name im Notizblock von Härtel wieder auf: Kai Bülow. „Kai hat gute Chancen, wieder in den Kader zu rutschen“, so der Chefcoach. Der Abwehrspieler sei ein sogenannter Härtefall, da er gut trainiere.

Und was gibt es zum aktuellen Gegner SV Meppen zu sagen? „Sie sind bei Standards gefährlich. Meppen agiert mit schnellen Flügelspielern oder mit einem langen Ball. Beides können sie gut“, so Härtel und ergänzt: „Meppen ist nicht unschlagbar. Wir wollen ihnen ein Stoppschild setzen und unsere Ideen umsetzen.“

Die erste Halbzeit der Partie zwischen dem VfR Aalen und den Niedersachsen schaute sich der Hansa-Trainer im Fernsehen an: „Sie spielen mit einem Dreier-Aufbau. Die Innenverteidiger werden breit geschickt, und so bekommt man schwer Zugriff auf den Ball und die Gegenspieler.“ Die Emsländer drehten gegen den KFC Uerdingen einen 0:2-Rückstand in einen Sieg. Hansa müsse Lösungen finden: „Wir wollen den Schwung mitnehmen, auch wenn Meppen erfolgreich gespielt hat. Wir wollen die drei Punkte hier behalten, auch wenn der Gegner sicherlich etwas dagegen hat. Beim 2:0 gegen Unterhaching haben wir 75 Minuten gut gespielt“, so Härtel zu den Zielen für den Sonnabend. Die Mannschaft wolle bis zum Saisonende noch fleißig punkten, um nicht doch noch unten reinzurutschen.