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Wasserspringen Sahnehäubchen eines Fünf-Gänge-Synchron-Menüs

Von Bernd-Dieter Herold | 17.02.2019, 19:05 Uhr

Thalea Paschel (14) und Jette Müller (15) werden beim 64. Springertag Dritte im Synchron vom Drei-Meter-Brett

Ist das ein Ding – die Rostocker Nesthäkchen Thalea Paschel (14 Jahre) und Jette Müller (15) holen beim 64. Springertag und 25. Grand Prix des Schwimm-Weltverbandes FINA im Synchron vom Drei-Meter-Brett Platz drei!

1000 Zuschauer in der Neptun-Halle standen wie eine Eins hinter den WSC-Springerinnen, bejubelten jeden exakt ins Wasser gesetzten Sprung. Nach der Pflicht auf Rang vier, schoben sich die Schützlinge von Trainer Michail Sachiasvili im vierten Durchgang an die dritte Stelle. Mucksmäuschenstill war es in der Halle, als der abschließende 405b, Zweieinhalb Delphin-Salto gehechtet, aufgerufen wurde. Pfiff des Referees, das Duo wippt auf dem Brett, setzt das „Ding“ einwandfrei ins Wasser. Beifall brandet auf, als die Noten mit rund 8,5 für Synchronität und 7,5 für die technische Ausführung angezeigt werden – Rang drei verteidigt!

Glücklich eilt Sachiasvili zu seinen Youngstern, umarmt die Mädels, ist einfach nur happy: „Toll, wie sie das gemacht haben.“ Auch Bundestrainer Lutz Buschkow zollt Anerkennung: „Wegen der Erkrankung von Tina Punzel ließ ich sie als ,Germany 1‘ starten. Die Mädchen haben eine erstklassige Leistung gezeigt.“ Dem schloss sich WSC-Vorsitzender Andreas Kriehn an: „Rostocker Starter sind das Salz an der Suppe. Und wenn dann noch ein Platz auf dem Treppchen herausspringt, ist das das Sahnehäubchen eines Fünf-Gänge-Synchron-Menüs.“

Am Tag zuvor im Solo-Wettbewerb vom „Dreier“ war den Rostockerinnen noch das Herz ein bisschen tiefer gerutscht. Jette Müller brachte gleich ihren ersten Sprung, gehechteter Zweieinhalb-Delpin-Salto, mit Bewertungen von 4 und 4,5 nicht in gewünschter Qualität ins Wasser, ließ auch beim Rückwärts-Sprung mit einer Note von 4,5 Federn – Platz 21. Thalea Paschel fehlten für den Einzug in das Halbfinale – als beste Deutsche 14. – 10,85 Punkte. Die ließ die erst 14-Jährige beim gehockten Dreieinhalb Vorwärts-Salto liegen, für den sie nur 25,20 Zähler erhielt. Zum Vergleich: Bei den nationalen Hallen-Meisterschaften hatte sie den 107c mit 52,80 Punkten ins Wasser gestellt. Eine gleiche Qualität hätte dicke für den Einzug in die nächste Runde gereicht. Damit stand das Duo aber nicht allein. Auch für Jana Lisa Rother (15.) und Lena Hentschel (16./beide Berlin) kam bereits im Vorkampf das Aus.

Wieder Zeichen in der Organisation gesetzt

Sonntag Punkt 17.25 Uhr in der Neptun-Halle. Der Chinese Song Yuan setzt vom „Zehner“ den letzten Sprung ins Wasser. Der 64. Springertag ist Geschichte. Organisations-Chef Andreas Kriehn atmet auf. „Geschafft“, sagt er, meint das in doppelter Hinsicht. Zum einen fiel eine physische Last von ihm ab, zum anderen konnte das Team mit seinen rund 100 Helfern den Athleten und Offiziellen aus 27 Nationen für den Grand Prix erneut beste Bedingungen zu bieten: „Mein Dank gilt allen, ob Freiwilligen, Sponsoren oder der Hansestadt Rostock. Gemeinsam haben wir es ermöglicht, wieder Zeichen in der Organisation zu setzen. Ich bin richtig stolz auf die Unterstützer.“ Springertags-Präsident Rainer Milles fügt hinzu: „Die Wasserspringer sind eine Familie. Wir haben von allen Seiten Lob geerntet.“ Vollinhaltlich traf das auch auf das Rahmenprogramm zu. Da forderten nicht nur die „Lustigen Springer“ Lachsalven und Beifall förmlich heraus, sondern auch die Darbietungen des Hanseturnvereins, des Stepptänzers David Bauer oder von Sänger Steffen Jürgens fanden jede Menge Applaus. Stellvertretend für die Aktiven sagte die Schwedin Emilia Nilsson Garip: „Rostock war eine Reise wert. Toll alles organisiert.“ Nicht umsonst wird der Springertag stets als bester Grand Prix geehrt!