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Handball Wachs an den Fingern und mit Klemmbrett unter dem Arm

Von Thomas Baake | 07.06.2019, 17:00 Uhr

Felix Mehrkens ist als Trainer und Spieler bei Empor ein Mann für alle Fälle – und bekommt sogar eine Dreifach-Funktion.

Erst Spieler und dann Trainer – diesen Weg gehen so einige Sportgrößen, ob beim Fußball oder Handball. Ein Beispiel dafür ist Torsten „Toto“ Jansen, Ex-Linksaußen beim Handball Sport Verein Hamburg. Dort erlernte auch Felix Mehrkens das Einmaleins des wohl härtesten Sports der Welt. Der gebürtige Lüneburger war beim HSV seit 2008 als Spieler aktiv und ab 2012 auch als Trainer tätig. Seit Dezember 2017 ist Mehrkens beim HC Empor. „Es hat aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr gepasst, deshalb habe ich mich nach einem neuen Verein umgeguckt und mit Rostocks junger Truppe genau die richtige Mannschaft gefunden“, beschreibt der 24-Jährige seinen Weg in die Hanse- und Universitätsstadt.

Beim HCE engagiert sich der Rechtshänder als Spieler der ersten Mannschaft und als Trainer der A-Jugend, die vorige Saison noch in der Bundesliga Nord-Ost spielte.

Vom Nachwuchs muss sich Mehrkens durchaus auch schon mal etwas anhören: „Wenn die Jungs zugucken und Fehler bei mir entdecken, was ich ihnen anders erklärt habe, kommt da auch schon mal der eine oder andere Spruch“, schmunzelt der Handballer, der es keinesfalls nur im rechten Wurfarm hat, sondern auch im Kopf. Ende Januar schloss Felix eine Ausbildung als Bankkaufmann ab, und im Herbst soll es ein Studium sein: Wirtschaftspädagogik mit dem Schwerpunkt Personalmanagement.

Bei seiner Entwicklung zum Coach hat Mehrkens viel von Michael Biegler profitiert: „Er ist ein sehr guter Trainer. Ich durfte mit ihm ein halbes Jahr in Hamburg zusammenarbeiten. Das hat unheimlich viel Spaß gemacht. Aber auch Till Wiechers (der den HC Empor coacht – d. Red.) ist ein hervorragender Trainer. Mit seiner Variabilität in Angriff und Abwehr ist es für jeden Gegner schwer herauszufinden, was er Neues im Kopf hat“, schwärmt der Blondschopf. Wiechers war es auch, der Felix als Nachwuchs-Coach ins Gespräch brachte. „Hast du Interesse, als A-Jugend-Trainer zu arbeiten? Ich traue es dir zu“, so Wiechers.

Die „Doppelfunktion“ mit dem Wachs an den Fingern als Spieler und andererseits mit dem Klemmbrett unter dem Arm könne phasenweise sehr anstrengend sein, es mache aber auch sehr viel Spaß.

Als Kind stand der 24-Jährige auch zwischen den Pfosten, aber beim Fußball. Mit elf Jahren entschied er sich pro Handball. „Das hat mehr Spaß gemacht, ist taktisch abwechslungsreicher. Es passiert einfach immer etwas auf dem Feld“, begründet er seine damalige Entscheidung.

Mit seiner derzeitigen Arbeit bei der Rostocker Volks- und Raiffeisenbank lässt sich Felix Mehrkens’ Doppelrolle auch terminlich bestens abstimmen, auch wenn so ein Tag mal lang werden kann – Training mit der A-Jugend, Training mit den Herren und dann noch die Bank (Fachgebiet Rechnungswesen).

Ab der kommenden Saison wird Felix Mehrkens sogar in dreifacher Funktion für den HCE aktiv sein: „Ich werde die A-Jugend in der Oberliga Ostsee-Spree trainieren, als Koordinator im Nachwuchsbereich aktiv sein und als solcher an den Schulen den Handball publik machen. Und ich will als Spieler mit Empor wieder in der 3. Liga angreifen.“

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