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Fußball FSV Nordost: Die Tabelle lügt nicht

Von Arne Taron | 06.01.2019, 15:17 Uhr

In der Kreisoberliga Warnow I überwintert das Team von Steve Kölzow als Letzter. Ein Rückblick auf beide Staffeln:

In der Staffel I der Fußball-Kreisoberliga Warnow gibt bislang der TSV Bützow II den Ton an. Er ist seit dem 3. Spieltag Tabellenführer. Seine Bilanz: zehn Siege, zwei Remis und dazu noch ein Nachholspiel.

Aufsteiger FSV Rühn überzeugt als starker Zweiter.

Guter Dritter und durchaus noch in Schlagweite ist der FSV Kühlungsborn II. Trainer Ole Grunwald: „Alles in allem können wir zufrieden sein. Wenn wir etwas mehr Konstanz in den Kader bekommen und ein paar Verletzte zurückkehren, bin ich zuversichtlich, dass wir eine ähnlich gute Rückrunde spielen werden. Wir haben in der Hinrunde bereits 35 Akteure eingesetzt. Das hat zwar einerseits unserem Spiel nicht immer gut getan, andererseits ist der Kader dadurch näher zusammengerückt.“

Punktgleich auf Rang vier: der Rostocker FC II. Coach Karsten Simon: „Wie schon im vorigen Jahr mussten wir zu oft den Kader umstellen, da uns immer wieder Führungsspieler fehlten. Wir haben derzeit die drittstärkste Defensive. Offensiv müssen wir noch daran arbeiten, effektiver zu werden. Insgesamt können wir aber zufrieden sein. In der Rückrunde wollen wir sehen, was machbar ist, um es eventuell noch oben spannend zu machen.“

Trainer Philipp Podhola vom Fünften UFC Arminia: „Mit Schwung kamen wir aus der Sommerpause und gewannen inklusive Pokal die ersten Spiele. Allerdings machte sich neben fehlender Konsequenz in der Offensive eine ungewöhnliche Heimschwäche bemerkbar. Auswärts fuhren wir mit fünf Siegen und einem Unentschieden fast die optimale Punktausbeute ein, doch in der einst so sicheren Arminia-Festung Am Waldessaum gelang uns nicht ein Dreier…“

In der Tabelle folgen SSV Satow, TSG Neubukow und Doberaner FC II. „Ich denke, dass wir mit den bisher erreichten 20 Punkten zufrieden sein können, obwohl wir aufgrund unser doch manchmal schlechten Chancenverwertung den einen oder anderen Punkt haben liegen lassen“, befindet der Satower Coach Thorsten Altmann. Jan Wendt, sein Neubukower Kollege: „In den ersten Spielen konnten wir auch auf Grund personeller Probleme nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen. In den letzten sechs Partien des alten Jahres hat die Mannschaft gezeigt, wozu sie in der Lage ist (fünf Siege, ein Unentschieden – d. Red.). Grundsätzlich können wir mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden sein und sollten in der Rückrunde unsere Position im gesicherten Mittelfeld verteidigen.“ Und Max Prust vom DFC II meint: „Ich bin bisher zufrieden. Wir stehen in der Liga im Mittelfeld mit einem guten Punktepolster auf die Abstiegsplätze und sind im Pokal-Viertelfinale. Nichtsdestotrotz müssen unsere Leistungen viel konstanter werden.“

Ungewohnt nur auf Rang neun findet sich der SV Warnemünde II wieder. Trainer Nils Wiedl: „Nach einem relativ guten Start schauen wir auf ein etwas ernüchterndes Punktekonto. Nach meinem Empfinden haben wir nach dem 10:0 am 5. Spieltag bei Nordost etwas Schlagseite erlitten. Es war, als wenn wir in den Wochen danach Schritt für Schritt unsere sonst so omnipräsente Leichtigkeit liegen gelassen haben. Uns blieb auch das eine oder andere Mal das letzte Quäntchen Glück versagt, ob das 50/50-Entscheidungen der Schiedsrichter, Verletzungen auf Schlüsselpositionen oder simpelste, völlig untypische Stockfehler betrifft. Irgendwie war ab Mitte der Hinrunde einfach der Wurm drin. Gerade das letzte Spiel 2018 war bezeichnend: Wir haben es kontrolliert und auch körperlich dominiert, doch am Ende gewinnt Kühlungsborn II in Kick&Rush-Manier mit 4:2. Dennoch haben wir mit 41 Toren die zweitbeste Offensive der Liga. Wir brauchen uns also vor niemandem zu verstecken. Ab Mitte Februar werden wir intensiv daran arbeiten, zusätzlich mehr Konstanz in der Defensive zu erlangen, und dann werden wir bestens für den Start in die Rückrunde gewappnet sein.“

Der FC Rostock United liegt als Zehnter etwas hinter den eigenen Erwartungen zurück. Coach Maik Goller: „Wir hatten nach der Vorsaison eine große Krisensitzung, ob es noch Sinn macht, die Männer-Truppe zu melden. Die Qualität ist sehr hoch, aber wir waren stinkend faul in gewissen Bereichen. Alle haben sich das Gespräch zu Herzen genommen für die Zukunft. Bis zur Hälfte der Hinrunde hatten wir nur drei Punkte Rückstand auf die ersten Plätze, dann kam aber das, womit keiner gerechnet hat: Eine Verletzung nach der anderen plagte uns (Knie, Schulter, Rippenbruch usw.), und somit verloren wir immer mehr den Anschluss nach oben. Aber wir werden, wenn wir von Verletzungen verschont bleiben, nach der Winterpause wieder angreifen!“

„Grundsätzlich ist der Hinrundenverlauf für uns zufriedenstellend, zumal wir die vermeintlich stärkeren Gegner schon hinter uns haben“, schätzt Spieler Lucas Schumann vom Elften Grün-Weiß Jürgenshagen ein. „Ein, zwei Siege mehr wären aber auf jeden Fall drin gewesen.“

Im Kampf um den Klassenerhalt befinden sich der ESV Lok Rostock, Kreispokalsieger SV Parkentin und der FSV Nordost. Ole Puttkammer vom ESV Lok: „Wieder einmal spielten wir eine miserable Hinrunde. Nur dreimal konnten wir dem Gegner Punkte abringen. Dies muss sich in der 2. Halbserie definitiv ändern. Ein erstes Zeichen dafür setzten wir ja schon im letzten Spiel des Jahres (7:1 bei Rostock United – d. Red.). Auch hoffen wir, dass unser Verletzungspech endlich mal abnimmt.“ Christoph Wagner, Coach des SV Parkentin, meint: „Leider wurden wir unseren Ansprüchen überhaupt nicht gerecht und stehen zu Recht unten drin. Unsere Tabellensituation spiegelt sehr gut unseren Trainingsaufwand in der Hinserie wider. Erschwerend kommt unsere sehr hohe Anzahl an verletzten Spielern hinzu, die durch unsere ,Zweite‘ einfach nicht aufgefangen werden konnte. Jetzt heißt es durchatmen und noch mal alles versuchen.“ Steve Kölzow vom FSV Nordost: „Die Tabelle lügt nicht. Allgemein war das bisherige Auftreten von uns absolut nicht das, was wir uns vorgestellt hatten. Vielleicht benötigen wir auch frisches Blut im Team. Unser Ziel, dass wir bis zum Ende der Saison über den Strich kommen wollen, muss allen bewusst sein.“

Beste Torschützen: Richie Ahrens (FSV Kühlungsborn II) 18 Treffer, 2. Robert Grabowski (TSV Bützow II) 12, Sebastian Lange (SV Warnemünde II) 11, Johannes Belosa (Bützow II) 9, Hannes Warning (FSV Rühn) 9, Toni Altmann (SSV Satow) 8, Bilal Farzat (TSG Neubukow) 8, Carsten Frömming (Satow) 7, Nico Himpenmacher (FSV Nordost Rostock) 7, Philipp Keup (Bützow II) 7, Ansumana Manka (Satow) 7, Chris Rosentreter (Neubukow) 7, Robert Schlicht (Rühn) 7

Dummerstorf am Ende des Jahres 2018 wie im Rausch

In der Staffel II überwintern der FSV Dummerstorf 47 und der FSV Bentwisch II punkgleich an der Spitze.

Speziell die Dummerstorfer spielten zuletzt wie im Rausch und holten sich im Endspurt 2018 die Tabellenführung. Trainer Thorsten Ahnsehl: „Wir sind als Mannschaft zusammengeblieben und haben uns mit zwei erfahrenen Spielern verstärkt, was mit ein Grund ist, dass wir jetzt auf Platz eins stehen. Unser Ziel war es, oben mitzuspielen. Man hat gemerkt, dass das Team im Laufe der Saison eine Einheit geworden ist. Niederlagen und Enttäuschungen wurden weggesteckt. Mit dem Erreichen des Kreispokal-Viertelfinales rundeten wir die Hinrunde ab. Wir werden aber auf dem Boden der Tatsachen bleiben.“

Steffen Klitzing, Coach der Bentwischer „Zweiten“: „Wir sind bisher mehr als zufrieden. Als Aufsteiger punktgleich mit dem Tabellenführer Zweiter zu sein ist eine außergewöhnliche Situation, mit der wir selbst nicht gerechnet hätten. Natürlich hatten auch wir dennoch Spiele, wo wir nicht ganz zufrieden waren, aber insgesamt darf man doch sagen, dass wir sehr gut gearbeitet haben und nicht ganz zu Unrecht dort oben stehen.“

Als Dritter konnte der FSV Krakow am See einmal mehr seine guten Leistungen der zurückliegenden Jahre bestätigen.

Der SV Pastow II belegt einen guten vierten Platz. Trainer Thomas Zühlsdorf: „Die Saison begann für uns vielversprechend mit einer tollen Siegesserie. Im Verlauf der Hinrunde fehlte uns allerdings die Konstanz, um mit der Spitze Schritt zu halten. Dennoch können wir insgesamt mit der Entwicklung unseres Teams zufrieden sein. Wir befinden uns derzeit im Umbruch und integrieren viele junge Spieler. Diesen Prozess werden wir weiter vorantreiben, um so eine gute Basis für die kommenden Jahre zu bilden. Unsere Punktausbeute ist, verglichen mit den Spielzeiten davor, absolut in Ordnung und zeigt, dass wir zum oberen Bereich der Kreisoberliga gehören. Wir haben das Potenzial für mehr und werden unser Saisonziel, ganz oben mitzumischen, nicht korrigieren. Mit sechs Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze sind wir absolut in Schlagdistanz. Mit uns wird weiter zu rechnen sein.“

Coach Maik Härting vom Neunten SV Union Sanitz 03: „Wir blicken auf einen turbulenten Sommer zurück, nachdem das Trainerteam Koppers/Schmidt seinen Abschied verkündete und damit ein Riesenloch hinterließ. Für das Team ein herber Verlust, aber eben auch die Chance, sich neu aufzustellen und Kompetenzen neu zu verteilen. In diesem Zusammenhang entschloss sich der Verein, die Kräfte zu bündeln, und meldete die zweite Mannschaft ab. Die neue Ära begann mit einigen Hürden. Das neue Trainergespann Härting/Sternkopf hatte mit mangelnder Trainingsbeteiligung und einem immer wieder wechselnden Kader zu kämpfen. Wir legten leider einen klassischen Fehlstart in die Saison hin. Es folgte ein Auf und Ab in den Resultaten. Für mich persönlich begann Mitte der Hinrunde ein Prozess, dass alle Beteiligten ernsthaft verstanden haben, worum es geht und jeder an einer Verbesserung der Situation interessiert ist. So haben sich der Wille, am Training teilzunehmen, die Einsatzfreude sowie der Teamgeist in die richtige Richtung entwickelt. Diese gilt es weiter zu forcieren und zu fördern, denn nur so können wir uns, dem gesamten Team um die Männermannschaft, den Fans und der aufstrebenden Jugend etwas bieten. Als Ziel nehmen wir uns daher vor, das eine oder andere Top-Spiel zu gewinnen, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben, im Pokal ins Finale zu kommen und weiterhin am Teamspirit zu arbeiten.“

Enttäuschender Elfter ist der SV 47 Rövershagen. Dennoch sieht Yannick Pastewka Positives: „Unsere Leistungen haben sich im Laufe der Hinrunde immer mehr verbessert. Unsere extrem junge Mannschaft hat sich vernünftig weiterentwickelt. Einzig die Punktausbeute ist noch nicht so, wie wir uns das vorstellen.“

Lars Möller, Mannschaftsleiter der SG Motor Neptun, meint zum bisherigen Saisonabschneiden des Tabellenzwölften: „Wir haben unsere Punkte anfangs allesamt zu Hause erkämpft. Das war wichtig. In letzter Zeit holten wir jedoch wegen arger personeller Probleme, aber auch der Einstellung, was zum Beispiel Training usw. angeht, gar nichts mehr. Wenn wir das nicht in den Griff bekommen, wird es sehr hart, das Minimalziel Klassenerhalt zu erreichen. Da sollten sich einige mal selbst an die Nase packen. Potenzial ist in unserer jungen, kleinen Mannschaft mehr als vorhanden. Davon ist das Trainergespann überzeugt. Wir müssen nur endlich mal begreifen, dass es nur als eingespieltes Team und mit absolutem Zusammenhalt geht.“

Lediglich den TSV Thürkow hinter sich lassen konnte der TSV Einheit Tessin II. „Durch diverse Engpässe in der ersten (Landesklasse – d. Red.) und zweiten Mannschaft blieben wir weit hinter unseren Erwartungen“, so Manuel Krebes. „Gerade in der Offensive müssen wir uns in der Rückrunde was einfallen lassen, um am Ende nicht abzusteigen.“

Beste Torschützen: Suliman Sabirov (FSV Dummerstorf 47) 16, Dennis Kleindorff (VfB Traktor Hohen Sprenz) 14, Rico Strohschein (Dummerstorf) 13, Michael Wiechmann (Güstrower SC 09 III) 12, Christoph Lüth (FSV Bentwisch II) 11, Marcel Ihrke (SV Union Sanitz 03) 10, Gagik Khatschatrian (FSV Krakow am See) 10, Josef Lehner (SV Pastow II) 10, Johannes Dorn (Bentwisch II) 9, Patrick Salow (Krakow am See) 9