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FC Hansa Rostock Der grobe Plan steht

Von Sebastian Lindner | 17.01.2019, 21:28 Uhr

Nach Abschluss des Trainingslagers hat Coach Jens Härtel die Eckpunkte für den Rückrundenauftakt bereits im Kopf

Nach elf Tagen Trainingslager in der Türkei reist Hansa Rostock am Freitag aus Belek ab. Das erste Mal gemeinsam mit der Mannschaft sitzt dann auch Trainer Jens Härtel im Flieger. Er wird auf dem etwa dreistündigen Rückflug ein insgesamt positives Fazit ziehen.

„Ich bin grundsätzlich positiv gestimmt, nachdem ich gesehen habe, wie die Mannschaft gearbeitet hat“, sagte er gestern nach der abschließenden Trainingseinheit. „Das Team hat selbst am Anreisetag noch trainiert, was zeigt, dass die Arbeitseinstellung eine gute ist.“ Auch der Umgang miteinander, Ordnung, Disziplin und Pünktlichkeit hätten gepasst. „Die Mannschaft hat versucht, ein paar Dinge anzunehmen, kann aber auch in manchen Momenten locker lassen und Spaß haben. Das ist eine gute Basis.“

Freilich sei es normal, dass unter einem neuen Trainer alle ein bisschen wacher seien. „Aber ich habe den Jungs auch gesagt, dass der Tag kommen wird, an dem Entscheidungen getroffen werden müssen, die nicht jedem gefallen werden“, kündigte Härtel bereits an. „Auch dann müssen sie dran bleiben und in der nächsten Woche wieder gut trainieren und ein paar Sachen besser machen, um dem Trainer zu zeigen, dass er bei seiner Entscheidung falsch gelegen hat.“

Keine Sorgen machen müssen sich wohl Julian Riedel und Oliver Hüsing, „die hier einen sehr stabilen Eindruck gemacht haben“. Merveille Biankadi war ebenfalls „sehr engagiert bei der Sache, und auch Mirnes Pepic hat das hier gut gemacht, war sehr laufstark“, schätzte Härtel ein.

Ioannis Gelios werde aller Voraussicht nach im Tor bleiben. „Der Junge hat sich stabilisiert. Ich kommuniziere da sehr eng mit dem Torwarttrainer, will aber auch keine Baustelle aufmachen, die nicht sein muss.“ Gerade der Torhüter sei eine sensible Position, bei der man sehr genau überlegen müsse, ob man wirklich wechselt. Dass auch Alexander Sebald eine gute Figur gemacht hat, weiß der 49-jährige Coach auch. „Es ist immer gut, wenn man sich auf dieser Position keine Gedanken machen muss.“

Unter Umständen könnte auch Amaury Bischoff in der Rückrunde wieder eine größere Rolle spielen. „Allerdings sehe ich ihn nur als Option zentral in der Dreierkette. Im Mittelfeld nicht“, so Härtel. „Da sind Laufvermögen und Intensität vielleicht nicht mehr so wie noch vor ein paar Jahren. Im Spiel hat er es gut gemacht, während es ihm im Training manchmal nicht ganz so leicht fällt, über einen gewissen Punkt zu gehen.“

Die größten Probleme im Kader sieht Jens Härtel auf den defensiven Flügelpositionen. Der Ausfall von Vladimir Rankovic zeige aktuell wieder, „dass wir auf den Seiten nicht ganz so stabil besetzt sind. Da sind die Alternativen nicht so üppig.“ Um dies aufzufangen, müsse entweder an der Grundordnung gefeilt werden – was für die Umstellung auf eine Dreierkette sprechen würde – oder Spieler, die eigentlich anderswo positioniert seien, müssten dort weiter getestet werden. So wie zuletzt immer mal wieder Phil Ofosu-Ayeh. Oder, Option 3: Es muss eingekauft werden. „Das Transfer-Fenster schließt in wenigen Tagen, aber man darf sich nicht treiben lassen. Man muss die Situation sauber analysieren, und das haben wir hier getan“, sagte der Coach. Viele Dinge würden sich erst kurz vor Schluss entscheiden.

Neben offensiven Spielformen ließ Härtel in erster Linie Standards trainieren. „Die sind exorbitant wichtig für jede Mannschaft. Wenn man sieht, wie viele Tore statistisch nach Standards fallen, und dann mal umrechnet, wie viel Zeit man da im Training investieren müsste, könnte man 30 Prozent des Trainings nur Standards üben“, machte der Ex-Magdeburger eine einfache Rechnung auf. Ganz so sei es aber auch in Rostock nicht. Als Schützen für die Standards sieht er in erster Linie Marcel Hilßner und Lukas Scherff, „aber wir sind da noch weiter auf der Suche“. Im Gegensatz zur Hierarchie im Team: „Die will ich auf keinen Fall aufbrechen.“