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FC Hansa Rostock Für alle Eventualitäten gerüstet

Von Sebastian Lindner | 18.01.2019, 17:13 Uhr

Martin Pieckenhagen, Vorstand Sport des FC Hansa Rostock, war bereits gut unterwegs, will vor allem Mentalitätsspieler

Seine erste große Aufgabe als neuer Vorstand Sport des FC Hansa Rostock hatte Martin Pieckenhagen bereits vier Tage nach seiner eigenen Vertragsunterschrift gelöst und mit Jens Härtel einen neuen Trainer präsentiert. „Er bestätigt auf dem Trainingsplatz den Eindruck, den ich vorher aus den Gesprächen mit ihm gewonnen hatte“, sagte der frühere Torwart noch vor der Rückreise aus dem Hansa-Trainingslager im türkischen Belek.

Nun steht er aber vor seiner eigentlichen Aufgabe: die Mannschaft für die Rückrunde, vor allem aber auch für die kommende Saison in der 3. Fußball-Liga so zusammenzustellen, dass sie wieder um den Aufstieg in die 2. Bundesliga – das eigentliche Ziel der Hanseaten – mitspielen kann. Dafür war Pieckenhagen schon in Belek sehr aktiv. Täglich telefonierte und recherchierte er viel, aufgrund der Zeitverschiebung nach Deutschland bis nach Mitternacht, und schaute sich Testspiele in der Umgebung an. Die Teams von Dresden, Moskau, Zürich, Uerdingen hat er gesehen. Im Falle von Uerdingen sollen seine Erkenntnisse dann auch in die Spielvorbereitung mit einfließen, wenn der KFC in Rostock antritt. Ansonsten ging es in erster Linie ums Spieler-Scouting.

Denn für den Fall, dass Trainer Härtel in den nächsten Tagen noch Nachholbedarf sieht, will Pieckenhagen auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. „Wir tauschen uns regelmäßig mit dem Trainer aus, ob vielleicht aufgrund eines Systemwechsels oder taktischer Änderungen noch was gemacht werden muss“, so der 47-Jährige. Explizit stünde das Thema aber erst nach der Rückkehr nach Rostock auf dem Plan.

Arg beäugt müssen dabei immer auch die Finanzen werden. Zwar soll Hansa noch etwas Spielraum haben, und falls Härtel es wollte, könnte der Verein auch nachrüsten. Trotzdem seien Wintertransfers immer schwer. „Gute Spieler kosten im Winter immer mehr als im Sommer“, weiß Pieckenhagen. Vereine seien dann in Notsituationen, müssten etwas tun, um im Aufstiegsrennen zu bleiben oder aber den Abstieg zu verhindern, und begingen deshalb auch gerne mal eine Dummheit – aus finanzieller Sicht. „Wir werden das nicht machen. Ich bin von Hause aus ein sparsamer Mensch und achte aufs Budget.“ Deswegen werde, wenn überhaupt, auch kein Ergänzungsspieler geholt, sondern einer, der für die erste Elf eine Verstärkung darstellt. Ob der Paderborner Mittelfeldspieler Massih Wassey in diese Kategorie fällt, der voriges Jahr großen Anteil am Aufstieg in die 2. Bundesliga hatte, die komplette Hinrunde aber mit einem Bandscheibenvorfall ausfiel und obendrein Gerüchten zufolge auch von Braunschweig und Preußen Münster umworben werden soll, bleibt offen, denn Namen wollte Pieckenhagen nicht nennen.

Auch nicht von Kandidaten, die für eine mögliche Kaderverkleinerung in Frage kommen könnten (die der Berliner nicht ausschloss) oder für Vertragsverlängerungs-Gespräche, die Pieckenhagen gegenüber einigen Spielern bereits angekündigt habe.

Geht es nach Hansas Sportvorstand, kommen bzw. bleiben insbesondere Spieler, die eine gewisse Mentalität an den Tag legen: „Jeder muss über seine Grenzen gehen wollen, die Spieler müssen brennen auf dem Platz, und das muss man auch sehen von außen. Es gibt doch nichts Schöneres, als wenn man auf dem Platz das Feuer entfacht und es auf die Tribüne überschwappt. Ob es nun ein 18- oder ein 30-Jähriger ist, hängt vom Spieler ab, denn Mentalität hat nichts mit Alter zu tun, die hat man einfach.“

Mannschaft gut gelandet

Nach 3:15 Stunden Flug von Antalya nach Rostock-Laage ist die Mannschaft am Freitag gegen 14.30 Uhr gelandet. Jetzt steht ein freies Wochenende an.