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Ein Artikel der Redaktion NNN

Handball Die Mannschaft hat das Zeug

Von Klaus-Peter Kudruhs | 09.01.2019, 18:47 Uhr

Für den neuen Trainer der Männer des Bad Doberaner SV, Andreas Köster, zählt beim Debüt gegen OSF Berlin nur ein Sieg

Die Verantwortlichen bei den Handball-Männern des Bad Doberaner SV konnten nach dem Rückzug von Lars Rabenhorst recht schnell einen neuen Coach präsentieren: Der frühere Torwart und heutige Nachwuchstrainer beim HC Empor Andreas Köster übernimmt die Mannschaft zunächst bis zum Saisonende „nebenberuflich“ (NNN berichteten).

„Nebenberuflich ist gut. Diese Aufgabe wird in keiner Weise so nebenbei zu erledigen sein“, meint der Neue auf der DSV-Bank. „Meine Aufgaben als Nachwuchstrainer beim HCE sowie für das Auswahlgeschehen im männlichen Bereich im Bezirk Rostock/MV Nord und des Landesverbandes sind sehr umfangreich. Zusätzlich jetzt in der Oberliga Ostsee-Spree der Männer zu arbeiten wird ‚Hardcore‘ für mich und so auch für die Familie.“ Warum sich der 51-Jährige das antut, beantwortet er mit wenigen Sätzen: „Handball gehört zu Rostock wie die Hanse und viele andere Dinge. Wir wollen langfristig wieder in der Bundesliga spielen. Dafür müssen unsere Talente aus der Region entwickelt und gehalten werden. Ein Verein hat aber nicht die Mittel, unter einer Spitzenmannschaft noch einen Dritt-, Ober- und/oder MV-Ligisten zu haben. Hier müssen die Vereine aus der Region nach dem Prinzip ,Nehmen und Geben‘ kooperieren. Als ersten Schritt will ich mit meiner Entscheidung die Wiederbelebung einer ordentlichen Zusammenarbeit zwischen dem HC Empor und dem Doberaner SV unterstützen.“

Andreas Köster denkt aber auch schon darüber hinaus und nennt den SV Warnemünde, Schwaaner SV, Ribnitzer HV, TSV Bützow u. a. als Partner für einen starken Handball in und um Rostock.

Aber alles Schritt für Schritt. Zunächst müssen die Münsterstädter – momentan Letzter – die Klasse halten, was schwer genug wird. „Ich gehe diese Aufgabe nicht mit dem Spruch ‚Neue Besen kehren gut‘ an. In Gesprächen mit Lars Rabenhorst, Spielern und Management des DSV habe ich mir einen Überblick verschafft. Die Mannschaft hat das Zeug, die Klasse zu halten. Jeder muss sich jetzt aber voll reinknien. Das beginnt schon am Sonntag ab 15 Uhr beim Neunten SG OSF Berlin“, informiert Andreas Köster. Als „Einstand“ für den Coach zählt hier nur ein Sieg.

Der Unterstützung durch die neue Führung des HC Empor und auch dessen Cheftrainer Till Wiechers darf sich Andreas Köster sicher sein. HCE-Vorstand Tobias Woitendorf: „Wir helfen dem Doberaner SV in der schwierigen Situation gern. Nebst unserer eigenen Entwicklung im Männer- und Nachwuchsbereich ist es für uns von Bedeutung, dass leistungsorientierter Handball in der unmittelbaren Region erhalten bleibt.“ Ein erster Schritt dafür ist, dass Köster von der Betreuung der Empor-B-Jugend vorerst entlastet wird. Hier übernimmt Drittliga-Spieler Robin Breitenfeldt mit Unterstützung von Till Wiechers. Als Co-Trainer wirkt Torsten Schröder und als Betreuer Michael Reichardt.

Zur Person

Andreas Köster, geboren am 28. Dezember 1967, ist einer, der die ihm übertragenen Aufgaben „auf die Hörner nimmt und mit Sachverstand durchboxt“. Er lebt zusammen mit Partnerin Anette, hat mit Jule, Greta und Tede drei Kinder. Jule (28) spielte auch Handball, Greta (16) ist auf dem Sprung in das Bundesliga-Team des Thüringer HC und ist Nachwuchs-Nationalspielerin.

Andreas Köster selbst spielte von 1975 bis 2012 zumeist als Torwart für den TSV Bützow, PSV Rostock, HSV Peenetal Loitz und Güstrower HV. Kösters Stationen als Trainer mit B-Lizenz: TSV Bützow, SV Grün-Weiß Schwerin (Sportgymnasium), HC Empor Rostock (CJD) und im Nachwuchs-Auswahlbereich.