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Fußball Der FSV Bentwisch will „torgeil“ bleiben

Von Lennart Stahl | 03.01.2019, 18:42 Uhr

Mit satten zwölf Punkten Vorsprung liegt der FSV Bentwisch in der Staffel III der Landesklasse unangefochten vorne.

Mit einem satten Zwölf-Punkte-Vorsprung liegt der FSV Bentwisch in der Staffel III der Fußball-Landesklasse unangefochten vorne. 45 Zähler, 57 Treffer und nur acht Gegentore, so lautet die Superlativ-Bilanz zur Winterpause.

Coach Tommy Bastian weiß, dass dieser Erfolg nicht von ungefähr kommt: „Die Grundlage für unser Spiel sind die Fitness und Einstellung im Team. Ich bin hier seit zwei Jahren Trainer, und in jeder Halbserie hat es eine Steigerung gegeben. Die Mannschaft ist taktisch extrem diszipliniert, und das zeigt sich auch darin, dass wir nur acht Gegentore kassiert haben. Trotzdem spielen wir auch mutig nach vorne. Wir nehmen uns Woche für Woche vor, das Spiel zu machen und einfache Ballverluste zu verhindern. Jeder Spieler sollte immer mehrere Anspielstationen zur Verfügung haben. Die Spieler sind wahnsinnig ehrgeizig und bereit, mehr zu tun als andere. Die Spannung im Training ist hoch, und jeder zieht mit. Am Ende jedes Trainings machen wir noch mal anstrengende Fitnessübungen mit Ball, und das zahlt sich aus. 21 unserer 54 Tore haben wir in der Schlussviertelstunde erzielt. Außerdem ist unser Kader mit 27 Spielern gut besetzt. Ich traue nahezu jedem den Start-Elf-Einsatz zu. Am Ziel, aufzusteigen, führt kein Weg vorbei. Trotzdem wollen wir in der Rückrunde noch wacher agieren. Die meisten unserer Gegentore haben wir kurz nach Anpfiff oder der Halbzeit bekommen. Außerdem können wir uns noch in der Effektivität steigern und mehr Torchancen kreieren. Auch wenn wir aktuell mit zwölf Punkten vor dem Tabellenzweiten führen, glaube ich, dass Motivation bei uns kein Problem sein wird. Die Mannschaft hat einen solch guten Charakter, dass sie kein Spiel verlieren will.

Philipp Berndt, der bisher 15 Treffer markierte: „Die gesamte Mannschaft hat sich den Aufstieg als Ziel gesetzt. Für mich ist jetzt nur wichtig, dass wir die Motivation oben halten und uns in der Rückrunde nicht überschätzen. Wenn ich eine Qualität von mir hervorheben müsste, dann wäre es die Torgeilheit. Aber die hat das ganze Team, und die wollen wir uns behalten. Ich kann unserem Trainer nur Recht geben: Die Trainingsintensität und auch die Beteiligung sind bei uns sehr hoch. Durch das harte Training spürt man auch im Spiel die Extraportion Körner.“

Sievershäger SV ohne Stürmer auf Platz drei

Auf einem sehr guten dritten Tabellenplatz hat es sich der Sievershäger SV zum Überwintern gemütlich gemacht. Doch die oberen Ränge sind hart umkämpft, zwei Verfolgerteams lauern mit nur einem bzw. zwei Punkten Abstand auf ihre Chance.

Trainer Andreas Seering: „Ich bin sehr zufrieden mit den Jungs. Anfang der Saison, besonders an den ersten beiden Spieltagen, haben wir etwas gebraucht, um die neue taktische Marschroute umzusetzen. Auch die Trainingsintensität hat sich verändert. Ab dem 3., 4. Spieltag kam der Stein schließlich mehr und mehr ins Rollen. Wir spielen mittlerweile sehr offensiv. Leider verpassen wir es noch zu häufig, unsere zahlreichen Chancen auch zu verwandeln. Gegen Tessin oder auch im Spitzenspiel gegen Bentwisch hätten wir mehr Tore erzielen können. Uns fehlt vielleicht noch ein richtig guter Knipser, aber dafür, dass wir auch im Sturm mit Mittelfeldspielern auflaufen, ist das schon gut. Daran haben Spieler wie Michael Stammer oder Erik Krohn einen großen Anteil. Allerdings hätten es für meinen Geschmack ein paar weniger als 23 Gegentore sein können. Vor der Saison hatten wir das Ziel, einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen. An dieser Maßgabe ändert sich, auch wenn wir als Dritter überwintern, nichts. Wenn es weiter so gut läuft, können wir immer noch schauen. Erst mal backen wir weiter kleine Brötchen. Ich möchte immer das Maximum aus der Mannschaft holen. Hier kann noch viel zusammenwachsen.“

Michael Stammer (neunfacher Torschütze): „Ich kann mich gar nicht auf eine Position festlegen, bin also kein wirklicher Stürmer. Dafür bin ich aber vielseitig einsetzbar und arbeite überall mit, außer im Tor vielleicht. Ich hoffe, dass wir am Ende unter den besten Drei landen. Da die Mannschaft immer weiter zusammenwächst, glaube ich, dass unsere Entwicklung weiter bergauf gehen wird. Nachdem ich oft gewechselt bin, habe ich hier seit eineinhalb Jahren Fuß gefasst und fühle mich sehr wohl im Verein.“

Abstieg kein Thema bei der LSG Elmenhorst

Vom Aufsteiger zum Punktegaranten: In der Hinrunde fuhr die LSG Elmenhorst 24 Punkte ein. Damit hat der Neuling einen komfortablen Abstand zu den Abstiegsplätzen.

Trainer Robert Krüger: „Hätte mir vor der Saison jemand gesagt, dass wir auf dem neunten Platz landen und zehn Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz haben, hätte ich sofort unterschrieben. Wir sind gut in die Saison reingekommen und haben auch eine Niederlagenserie gut überwunden. Zu der Schwächephase kam es aber auch, weil wir einen sehr dünnen Kader hatten. Viele Spieler waren entweder angeschlagen oder überspielt. Im Oktober gab es dazu noch zwei englische Wochen, und trotzdem hat die Mannschaft das alles irgendwie kompensiert. Unser Top-Torjäger André Schulz hat sich beispielsweise den Unterarm gebrochen, und dennoch gewannen wir wichtige Spiele. Ich bin sehr stolz auf das bisher Erreichte und kann die Truppe nur beglückwünschen. Ich hoffe, dass wir das in der Rückrunde bestätigen. Ein ganz besonderer Dank gilt unserer zweiten Mannschaft und der Ü 35, die uns häufig tatkräftig unterstützt haben. Wir sind aber noch nicht durch. Die Liga ist ausgeglichen. Unser Blick ist klar auf den Klassenerhalt gerichtet.“

Papendorf und Kritzmow liegen gleichauf

„Wir sind mit unserer Platzierung nach der Hinrunde nicht zufrieden, aber trotzdem ist die Stimmung in der Mannschaft gut“, stellt Trainer Tom Wilhelm von der SG Warnow Papendorf fest. „Wir haben uns selbst in der Winterpause zum lockeren Kicken miteinander getroffen. In der bisherigen Saison hat uns ein wenig das Matchglück gefehlt, aber wir haben auch zu viele Torchancen vergeben. Ich kann mich an das Spiel gegen Goldberg erinnern, das wir trotz 85 Prozent Ballbesitz mit 1:3 verloren. Aber man muss auch erwähnen, dass wir mit unserem hohen Altersschnitt gut mithalten. Wir hatten beispielsweise gegen den Bölkower SV einen Schnitt von 33,6 und haben das Spiel trotzdem gewonnen. Für die Rückrunde haben wir uns vorgenommen, unsere Gegner besser zu beschäftigen, auch mit unseren schnellen Flügelspielern. Platz drei ist das Ziel. Und bei unseren Heimspielen kann man sich immer sicher sein, dass es ein Spektakel mit vielen Toren gibt.“

Toni Leske (FSV Kritzmow) meint: „Angesichts der Tatsache, dass wir mit großen Startschwierigkeiten in die Saison kamen, sind wir sehr zufrieden mit dem siebenten Tabellenplatz. Gerade am Anfang war es eine große Herausforderung für unsere jungen Leute, die dazu nicht das Spielniveau gewohnt waren. Wir haben aber die Probleme erkannt und unser System umgestellt, so dass es besser auf die Spieler zugeschnitten ist. Wir haben mehr Wert aufs Verteidigen gelegt und nicht mehr versucht, auf Teufel komm raus das Spiel machen zu wollen. Dass wir aus dieser Situation so herausgehen, macht einen wirklich stolz. In der Rückrunde wollen wir konstant so weitermachen wie in den Partien vor der Winterpause. Wenn wir dazu ein, zwei Plätze nach oben klettern können, um so besser.“

Lars Bill, der bislang elf Tore für den FSV erzielte: „Es war gut, dass wir taktisch umgestellt und mehr Fokus auf die Defensive gelegt haben. Wir sind besser im Kontern als im Spielaufbau. Dadurch haben sich auch für mich im Sturm mehr Räume beim Gegner ergeben. Ich hoffe für den Rest der Saison, dass ich verletzungsfrei und wir im einstelligen Tabellenfeld bleiben.“

Enger Kampf im Tabellenkeller

Während der FC Förderkader René Schneider II sich noch ins Tabellenmittelfeld retten möchte, scheint die HSG Warnemünde schon abgestiegen, nachdem sie auch noch sechs Punkte wegen Nichterfüllung des Schiedsrichter-Solls abgezogen bekam.

Pierre Malorny (FC Förderkader II): „Ich bin erst seit kurzem von der ersten Mannschaft als Spielertrainer zur zweiten gewechselt, da ich Vater geworden bin und sich das so besser miteinander vereinbaren ließ. In der Tabelle kämpfen aktuell fünf Mannschaften gegen den Abstieg und sind nur einen Punkt auseinander. Zum Glück spielen wir schon früh in der Rückrunde gegen Güstrow und Goldberg. Wir können vielleicht nicht Bentwisch schlagen, aber das sind unmittelbare Konkurrenten für uns, gegen die wir unbedingt gewinnen müssen, wenn wir ins sichere Tabellenmittelfeld vorrücken wollen. Unsere Spieler haben alle das Potenzial für den Klassenerhalt. Ich möchte wieder den Teamgeist in ihnen wecken. Natürlich will ich dabei auch mit gutem Beispiel vorangehen. Mein Fokus liegt in den nächsten Tagen darin, das Wir-Gefühl zu stärken.“

Die besten Torschützen

Patrick Wichmann vom VfL Blau-Weiß Neukloster führt mit 18 Treffern die Torschützenliste der Fußball-Landesklasse III an. Es folgen auf den Plätzen zwei bis sechs: Maik Peters (SG Warnow Papendorf) 17, Philipp Berndt (FSV Bentwisch) 15, Tom Rzeszutek (SV Teterow 90) 13, Lars Bill (FSV Kritzmow) 11 sowie mit jeweils zehn Treffern Benjamin Bosmann, Paul Gerdt (beide Teterow) und Nick Pergande (Bentwisch). Von den anderen hiesigen Vereinen erzielten Michael Stammer (Sievershäger SV/9), Martin Bernitt (HSG Warnemünde/8), André Schulz (LSG Elmenhorst/7) und Demba Sillah (FC Förderkader René Schneider II/6) die meisten Tore.