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Fußball, Basketball Top-Sportler im Miniformat

Von Lennart Stahlberg | 27.11.2018, 19:35 Uhr

Sonder-Blitzlichtgewitter für Hansa-Spieler und Seawolves. 110 Kameras lösen aus - für einen 3D-Scan und Gipsfiguren.

Normalerweise sind Spitzensportler Blitzlichtgewitter gewöhnt. Doch dieser Fototermin im Foyer des Ostseestadions ist dann doch besonders für die Fußballer des FC Hansa Rostock und die Basketballer der Rostock Seawolves. 110 Kameras lösen mit einem grellen Blitz gleichzeitig aus. So mancher der Profis musste sich anschließend die Augen reiben. Doch für das eigene Ich in Miniaturformat ist es das wert. Denn aus den 110 Fotos entsteht später ein 3D-Scan, der dazu genutzt wird, Gipsfiguren zu erstellen.

Viele der Hansa-Profis kennen das Verfahren, haben sich bereits selbst als Figur in der Hand gehalten. „Es geht ja alles relativ schnell, ein helles Licht und schon ist alles fertig“, sagt Hansas Mittelstürmer Pascal Breier. „Ich fand die Figur von mir, die beim letzten Mal entstanden ist, ganz cool und habe sie meiner Familie und Freunden geschenkt.“ Neben den Spielern bleibt auch Hansa-Coach Pavel Dotchev nicht vom Gang in den 3D-Instagraphen – so der Name der Kamerakonstruktion – verschont. „Pavel ist eine der beliebtesten Figuren“, verrät Oliver Schubert, Eventmanager und PR Hansa Rostock. „Es wurden bisher bestimmt um die 1000 Pavels bestellt. Aber auch Oliver Hüsing und Pascal Breier sind hoch im Kurs. Da viele neue Spieler hinzugekommen sind, haben wir beschlossen, neue 3D-Scans zu machen.“

Für die Basketballer der Seawolves ist die digitale Vermessung hingegen eine Premiere. Small Forward Yannick Anzuluni erlaubt sich die eine oder andere Pose im engen 3D-Instagraphen. Gelacht werden darf aber eigentlich nicht während der Aufnahme. Schließlich heißt es auch für ihn, ganz still stehen und keine Miene verziehen.

„Die Spieler müssen Arme und Beine abwinkeln, damit wir sie beim sogenannten Rigging anhand der Aufnahmen im Anschluss mit einem virtuellen Skelett nachstellen können“, erklärt Marius Meyer-Natus, Techniker bei Staramba. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin hat sich auf die digitale Erfassung von Menschen spezialisiert. „Mit dem 3D-Scan können aber nicht nur Gipsfiguren erstellt werden. Ebenso können Fans ihren Idolen demnächst mit einer Virtual-Reality-Brille direkt gegenübertreten“, so Marius Meyer-Natus.

Auf Yannick Anzuluni folgen Tom Alte, Chris Frazier, Martin Bogdanov, Jordan Talbert und sogar Maskottchen Wolfi Seewolf in die hochmoderne Fotobox, bis alle Bilder von jedem in jedem Blickwinkel im Kasten sind. „Es ist ziemlich cool, wenn eine Minifigur von dir hergestellt wird“, sagt Dennis Teucher. Für den knapp über zwei Meter großen Forward der Wölfe sowie für seine meist nicht minder großen Teamkameraden mussten die Kameras noch einmal extra justiert werden. Die Miniaturvarianten der Wölfe und auch der Hansa-Spieler werden dann in Maßstäben zwischen 1:6 bis 1:10 in den Verkauf gehen.

Damit stehen die Hanseaten nun in einer Reihe mit Fußball-Legenden wie denen von Real Madrid oder dem FC Bayern München. Auch die DFB-Elf hat Staramba schon abgelichtet, digitalisiert und als 3D-Figuren anfertigen lassen. „Wir sind der einzige Verein aus der 3., nächste Saison hoffentlich aus der 2. Liga, dessen Spieler so vermessen werden. Das ist schon etwas Besonderes für uns“, sagt Oliver Schubert.

Und auch die Basketballer der Seawolves freuen sich, nun zu diesem elitären Kreis dazu zu gehören. Wie übrigens ebenso Promis wie Paris Hilton oder Marvel-Star Iron Man.