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Powerlifting „Jooosssaaaa!“, platzt es aus Anita Heß heraus

Von Bernd-Dieter Herold | 28.11.2018, 14:26 Uhr

Mit zwei ersten und einem zweiten Platz in den Teildisziplinen wurde Anita Heß Deutsche Meisterin im Kraftdreikampf.

Gewichtheber-Halle am Rande der Osterbekstraße in Hamburg: Zwei „Etappen“ hat Anita Heß bei der Deutschen Powerlifting-Raw-Meisterschaft bereits hinter sich. Im Bankdrücken steigerte die 42-Jährige die im Sommer bei den ostdeutschen Titelkämpfen in Arendsee bewältigten 82,5 Kilogramm um 2,5 kg – Platz zwei in ihrer Altersklasse 40-49. Eine gute Ausgangsposition für das heimliche Ziel, im Kraftdreikampf auf dem obersten Podest zu stehen.

Auch das Kniebeugen bereitet der in Bad Doberan als Personal Fitness Coach tätigen Powerfrau keine Probleme – mit 105 kg erneut Bestleistung, Rang eins und eine gute Hausnummer in der Zwischenwertung. Bereits in Arendsee sagte Veranstalter Enrico Schütze: „Sie besitzt eine gute Technik, aber auch noch Luft nach oben.“

Und genau unter diesem Aspekt geht die im Ostseebad Nienhagen wohnende Heß an die Schlussaufgabe Kreuzheben. Noch einmal überprüft sie den Sitz des zugelassenen Gürtels und der Bandagen. Die Aufregung steigt. „Nun kommt es auf alles an“, sagt sie sich. Letzte Aktion vor der finalen Konzentrationsphase: Einsprühen der Hände mit Liquid Chalk (flüssigem Magnesium).

Der Aufruf ihres Namens kommt. Anita betritt die Bühne. Sie wirkt voll fokussiert. 140 Kilogramm, zehn mehr als in Arendsee, liegen auf. Sie umgreift die Hantelstange. Dann das Alles oder Nichts – das Heben. Heß bewältigt das Gewicht. Der Haupt-Kampfrichter gibt sein Okay. Ein „Jooosssaaaa“ platzt förmlich aus ihr heraus, ein Luftsprung folgt, denn mit der persönlichen Bestleistung von 330 Kilogramm ist der Titel der Deutschen Meisterin aller Altersklassen perfekt.

„Nun muss ich mich erst einmal erholen, den Stress bewältigen“, sagt die frühere Miss Universe. Natürlich denkt sie bereits an 2019, möchte die Titel verteidigen und vielleicht sogar den Sprung in das international noch kältere Wasser wagen.