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Rudern Am besten gleich Fuß fassen

Von Peter Richter | 28.11.2018, 16:34 Uhr

Die Top-Ruderer aus MV stellen sich am Wochenende der Kaderüberprüfung in Dortmund. Carolin Dold beendete ihre Laufbahn.

Es ist noch überschaubarer geworden auf dem „Hof“ in Kessin, nachdem in der Zwischenzeit auch Carolin Dold (Greifswalder RC Hilda 1892) und Paula Stolzmann vom Olympischen Ruder-Club Rostock ihre leistungssportlichen Laufbahnen beendeten, um sich auf ihre berufliche Zukunft zu konzentrieren.

„Caro (war 2018 Schlagfrau des deutschen U23-Achters, der als WM-Fünfter eine Medaille knapp verpasste – d. Red.) ist ein Riesentalent, aber sie hat den Schritt, jetzt gebe ich 100 Prozent, nicht gewagt“, bedauert der „Hausherr“, Olympiastützpunkt-MV-Trainer René Burmeister, und erklärt: „Auch sie (wie vor ihr bereits ihre Vereinskameradin Leah Labudde – d. Red.) hat es nicht so gesehen, dass es mit Hinblick auf Olympia 2020 im Riemenbereich stimmt.“

Weitere gravierende Neuigkeit: Gast-Ruderin Christin Stöhner vom SV Empor Berlin wird nicht nur auf eigenen Wunsch ab 1. 1. 2019 für den ORC starten. Die in der Hanse- und Universitätsstadt Medizin studierende 21-Jährige bildet jetzt auch gemeinsam mit Frauke Hacker (ebenfalls ORC) einen rein Rostocker „Zweier ohne“, wobei Letztere von Back- auf Steuerbord „umsattelt“.

Die bevorstehende vorolympische Saison wird eine bahnbrechende, denn die Weltmeisterschaften vom 25. August bis 1. September in Linz sind zugleich Qualifikation der Bootsklassen für Tokio 2020. Von einer Verschärfung des nationalen Konkurrenzkampfes ist auszugehen. Und zwar schon am Wochenende mit der Kaderüberprüfung in Dortmund, bei der am Sonnabend die üblichen 2000 Meter auf dem Ergometer und am Sonntag sechs Kilometer auf dem Dortmund-Ems-Kanal „abgefragt“ werden.

„Ich hoffe, dass unsere Kandidaten gleich Fuß fassen und optimal in die Saison reinstarten, also im Anschluss für die A-Trainingslager eingeladen werden. Ich würde mir wünschen, dass sie Pi mal Daumen auf dem Ergometer höchstens fünf Sekunden über Bestzeit bleiben und auf der Langstrecke Plätze zwischen eins und sechs belegen“, so René Burmeister. Zu seinem Bedauern muss der erkrankte Benjamin Leibelt verzichten. Denn gerade von dem für Stralsund rudernden Rostocker U23-Mann erhofft er sich einiges: „Er hat das Talent und nichts zu verlieren, hätte mit einer optimalen Zweier-Leistung da mit reinrutschen können.“ Allerdings müsse „Benny jetzt langsam mal aus seiner Wohlfühl-Komfortzone rauskommen. Mir fehlt bei ihm ein bisschen das Feuer.“

Die Teilnehmer aus MV

Aus Mecklenburg-Vorpommern beziehungsweise Rostock sind bei der Kaderüberprüfung in Dortmund dabei:

Riemen (jeweils Zweier ohne): Hannes Ocik (für die Schweriner RG von 1874/75, auf der Langstrecke in Leipzig wieder mit dem Essener Jakob Schneider), Max John (Olympischer RC/mit dem Hanauer Henry Hopmann) sowie Frauke Hacker (ORC) und Christin Stöhner (noch für den SV Empor Berlin), die beide zusammen im Boot sitzen

Skull (jeweils Einer): Stephan Krüger (für die Frankfurter RG Germania 1869), Julia Leiding (Rostocker Ruder-Club von 1885), Leichtgewicht Marie-Louise Dräger (Rostock/startet für Schwerin) sowie Leichtgewicht und U23-Europameister Simon Klüter (Mannheimer RV Amicitia von 1876/ORC), der gerade über www.rudern.de und Facebook zum deutschen „Ruderer des Herbstes“ gewählt wurde