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entdeckung 100 Jahre alter Tank gefunden

Von Redaktion svz.de | 05.11.2014, 10:00 Uhr

Bauarbeiter machen am Warnemünder Kirchenplatz eine brisante Entdeckung

Beim Baggern sind Bauarbeiter gestern im Boden des Warnemünder Kirchenplatzes auf einen vermutlich rund 100 Jahre alten Tank gestoßen. Noch am Abend leiteten Umwelttechniker der Firma Werges aus Kröpelin eine Gefahrenanalyse ein, um den genauen Inhalt des fünf Meter langen und rund einen Meter breiten Stahlzylinders zu bestimmen.

Erst, wenn die Spezialisten Entwarnung geben, kann der Zylinder geborgen werden. Bislang haben die Bauarbeiter ihn nur oberflächlich freigelegt – gerade weit genug, um durch die Anschlussstopfen schon mal Geruchsproben nehmen zu können. Werges-Bauleiter Reiner Wohlfeil will die Röhre aber möglichst schnell auch seitlich vom Griff der Erde befreien und mit weiteren Experten die sichere Bergung beraten. Denn der Stahltank behindert die Verlegung einer neuen Wasserleitung für das Ostseebad.

Der Zylinder soll Teil einer Tankstelle gewesen sein, die an dieser Stelle gestanden haben soll. Zumindest erinnerte sich gestern einer der schon älteren Schaulustigen daran, dass sein Vater an genau dieser Stelle immer von einer Zapfsäule sprach, aus der Benzin gepumpt wurde und mit einer Ölkanne für ein Gemisch nachgegossen wurde. Zwei Meter weiter sei nach dem Tanken in der Stehbierhalle weitergezapft worden – dann allerdings Gerstensaft.

Die Historiker im Warnemünder Heimatmuseum vermuten, dass die alte Tankstelle etwa im Jahr 1920 von diesem Ort verschwand. Auch einige der hochbetagten Warnemünder erinnerten sich gestern noch daran, hier selbst schon einmal Zapfsäulen gesehen zu haben.