Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion NNN

Ausstellung 800 Jahre Rostock kompakt

Von Katrin Zimmer | 15.06.2018, 08:00 Uhr

Kulturhistorisches Museum präsentiert 650 Objekte zum Stadtjubiläum.

Es plätschert, Frösche quaken, Nebelschwaden ziehen über die Warnow. Auf einer Leinwand im Eingangsbereich zeigen die Kuratoren des Kulturhistorischen Museums, wie sie sich Rostock zur Zeit seiner Entstehung vorstellen. Die laut Museumsleiter Dr. Steffen Stuth bisher größte Ausstellung zur Stadtgeschichte „Rostock. Jetzt 800“ ist am Donnerstag eröffnet worden. Die Jubiläumsschau ist bis zum 4. November im Museum im Klosterhof zu sehen.

„Wir zeigen 650 Objekte auf 1200 Quadratmetern, eigentlich sogar ein bisschen mehr als 800 Jahre“, sagt Stuth. Die Schau nimmt die Besucher mit auf eine Zeitreise, die mit den Ausgrabungen am Primelberg beginnt, über die Entwicklung der Altstadt im Mittelalter führt, durch Tiefpunkte wie den Stadtbrand 1677 und die Weltkriege in die Neuzeit mit Industrialisierung, DDR-Geschichte bis nach Lichtenhagen 1992 ins Heute.

Über beinahe das gesamte Erdgeschoss und einen Teil der ersten Etage zieht sich die Ausstellung durch 13 Räume. Neben Objekten in Glasvitrinen, Fotos und Videos machen interaktive Karten und Medienstationen die Stadtgeschichte erlebbar. „Es gibt einen Audioguide auf Deutsch und Englisch, der sich meldet, wenn er etwas zu erzählen hat“, sagt Stuth. Auf Hüfthöhe befinden sich Stationen, die sich mit spielerischen Rätseln speziell an Kinder richten.

Inhaltlich hangelt sich die Ausstellung an W-Fragen entlang. „Zu Beginn steht ,woher wir kamen‘, was durch die Funde am Primelberg beantwortet wird“, erklärt der Museumsleiter. Unter der Leitfrage „wer wir wurden“ finden sich die Urkunde zur Stadtrechtsbestätigung und Insignien der Hanse wie das Rostocker Bier- und Heringsmaß aus Bronze, das für die Schau aus Lübeck ausgeliehen wurde. „95 Prozent der Objekte stammen aus unserem Fundus, einige aus dem Uni-Archiv, aus dem Landesmuseum Schwerin oder von Privatpersonen“, so Stuth. Gerade bei den Fotos aus der Weimarer Republik hätten die Kuratoren auf Aufnahmen aus Sicht der Rostocker zurückgegriffen, statt offizielle Bilder zu nutzen.

Am Ende des Rundgangs sollen Besucher schließlich notieren, was Rostock für sie bedeutet. Die Ergebnisse wandern ins Archiv. Wieviel Zulauf die Jubiläumsschau verzeichnen wird, sei schwer abzuschätzen. Fest steht: „Einige Führungen sind schon bis in den August gebucht“, sagt Steffen Stuth.