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Goalball-Europameisterschaft 8:2 - die deutschen Damen erkämpfen die Bronzemedaillen

Von Peter Richter | 13.10.2019, 10:37 Uhr

Das Gastgeber-Team hat am Sonntagmorgen das Spiel um Platz drei gegen Großbritannien souverän für sich entschieden.

Mit dem 1:0 durch Charlotte Hartz nach 58 Sekunden gelang der Mannschaft von Trainer Dr. Thomas Prokein ein verheißungsvoller Start. Und der wurde noch veredelt, indem die für die SSG Blista Marburg spielende Hamburgerin erneut in die linke Ecke traf und auf 2:0 erhöhte (4.).

Charlotte Hartz war die überragende Figur dieser Begegnung: Auch das 3:0 erzielte sie, diesmal durch die Mitte (5.).

Es sah ganz so aus, als könnte das deutsche Quartett - neben der Startformation Pia Knaute/Stefanie Behrens/Charlotte Hartz gehörte nur noch Annkathrin Denker zum Kader - den Erfolg aus der Vorrunde gegen die Britinnen (4:2) wiederholen, zumal sich das Ergebnis auf der Anzeigetafel der Rostocker Stadthalle zur Pause gar auf 4:0 "verbessert" hatte. Und wer hatte es per Strafwurf erzielt? Natürlich Charlotte Hartz (12.)!

Als Great Britain vier Sekunden vor Ablauf der ersten zwölf Minuten mit Penalty die gute Chance hatte zu verkürzen, konnte Pia Knaute abwehren.

Aber die Vertretung in den blauen Hemden hatte sich noch nicht aufgegeben und kam zum 1:4 (14.). Doch die deutschen Damen blieben konzentriert, standen sicher in der Abwehr, wollten die so greifbar nahe Medaille jetzt auf keinen Fall mehr hergeben.

Und das taten sie auch nicht: Die sensationelle Charlotte Hartz adressierte die Kugel ein weiteres Mal exakt in die linke Ecke des GB-Tores zum 5:1 (19.)! Nur Sekunden später Pia Knaute erfolgreich - 6:1! Die Sache war entschieden für das Team in Schwarz-Rot.

Großbritannien konnte zwar auf 2:6 verkürzen, aber Charlotte Hartz stellte mit ihrem sechsten Treffer in der drittletzten Minute die vorherige Differenz wieder her. Kurz darauf erhöhte sie auf 8:2. Welch ein Auftritt von ihr, welch ein Auftritt der gesamten Mannschaft. Eine Gala!

Bronze ist ein Riesenerfolg, wenn man bedenkt, dass das EM-Ziel Klassenerhalt lautete und Coach Prokein maximal mit Platz fünf oder sechs geliebäugelt hatte. Doch seine Mannschaft machte ihm einen "Strich durch die Rechnung"!

"Das hätten wir uns nie träumen lassen, das war ja der absolute Hammer", strahlte die Frau des Tages, von ihren Freunden aufgrund ihres Namens und ihrer Trikotnummer auch "Hartz 4" genannt, und fügte hinzu: "Es lief von allein. Dass wir so eindeutig in Führung gehen! Wir konnten uns ja schon zur Hälfte der zweiten Halbzeit sicher sein, dass wir das Ding haben."

Deutschland: Pia Knaute 1, Stefanie Behrens, Charlotte Hartz 7, Annkathrin Denker