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Handball Wir wollen das Ding rocken!

Von Peter Richter | 09.11.2018, 17:30 Uhr

Die RHC-A-Jugend will in die nächste Handball-Bundesliga-Runde. Eine, auf die es besonders ankommt, ist Nicole Rotfuß.

Die weibliche A-Jugend des Rostocker HC will am Wochenende 24./25. November den im Moment noch vor ihr platzierten TSV Nord Harrislee überholen und als Gruppenzweiter in die nächste Runde der Handball-Bundesliga einziehen. Eine der jungen Damen, auf die es dabei ganz besonders ankommen wird, ist Linksaußen Nicole Rotfuß.

„Sie ist eine wichtige Leistungsträgerin sowohl in der A-Jugend als auch bei den Frauen“, sagt RHC-Chefcoach Ute Lemmel. „Nicole zeichnet sich dadurch aus, dass sie unwahrscheinlich schnell ist. Sie ist im Konterverhalten ebenso eine Bank wie in der Abwehr, hat ein super Leistungsvermögen.“

Nicole Rotfuß kam vom Turnen. Mit drei fing sie an und war dann über zehn Jahre bei der SG Fiko, in Marienehe gleich nebenan von den Handballer(inne)n. Die Disziplinen Sprung und Schwebebalken lagen ihr am meisten. Mit 14, ungewöhnlich spät, wechselte die Schmarlerin zum Handball.

Ebenso ungewöhnlich: Nicole Rotfuß wurde zwar im Jahr 2000 in Rostock geboren und ist „waschechte“ Deutsche, hat aber ihre familiären Wurzeln in Kasachstan, und in ihren Adern fließt auch russisches Blut.

Hintergrund: Die Familie von Papa Peter war bereits im 18. Jahrhundert aus Deutschland nach Kasachstan ausgewandert. Er ebenso wie Nicoles Mama Olga (die russischer Herkunft ist) wurde dort geboren. 1998 zog das Paar nach Rostock. Die Kinder Nicole und Thomas (14) vervollständigten anschließend das Eheglück. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass Nicole neben den in der Schule erlernten Englisch und Spanisch auch Russisch beherrscht, eine der Amtssprachen in Kasachstan: „Lesen kann ich. Sprechen auch, wenn ich möchte. Zu Hause wird Mischmasch geredet, Deutsch und Russisch.“

So spät die Ex-Turnerin auch zum Handball fand: Als sie erst mal „da war“, verlief ihre Entwicklung rasant. Beim Länderpokal 2015, an dem sie mit der MV-Auswahl teilnahm, konnte sie Beachhandball-Jugend-Bundestrainer Alexander Novakovic auf sich aufmerksam machen, der sie zu einem Lehrgang einlud. Ebenfalls 2015 schaffte es Nicole bei einer Sichtung des Deutschen Handball-Bundes gemeinsam mit ihren RHC-Mannschaftskameradinnen Sara Peters und Antonia Fränk unter die besten 24. Bereits seit 2016 spielt sie neben ihren Einsätzen im Nachwuchs auch für die Frauen des RHC in der leider nur viertklassigen Oberliga Ostsee-Spree. Und vor der laufenden Saison wollte die TSG Wismar sie für die 3. Liga verpflichten.

Doch der größte Erfolg bislang für die meistens fröhliche 18-Jährige ist die Bundesliga-Teilnahme mit der A-Jugend, denn „wir hatten jetzt zum dritten Mal versucht, uns zu qualifizieren. Für uns 2000er war es die letzte Chance. Es war klar, diesmal muss es funktionieren.“ Und das tat es auch.

In der Vorrunde 7 stehen allerdings bislang zwei Niederlagen zu Buche: das unglückliche 24:25 beim TSV Nord Harrislee und ein 21:26 beim VfL Oldenburg. Nun folgen in eigener Halle die beiden Rückspiele. Nicole Rotfuß sagt: „Es wäre natürlich günstiger gewesen, wenn wir am Sonnabend zuerst gegen Harrislee hätten antreten können. So haben wir, wenn es um die Entscheidung geht, wer als Gruppenzweiter weiterkommt, schon das Spiel gegen Oldenburg in den Beinen. Trotzdem müssen wir am Sonntag mit mindestens zwei Toren gewinnen, wollen einfach das Ding rocken!“