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Helfer auf vier Pfoten Aaron wird Stefanies Begleiter

Von MAPP | 06.06.2018, 12:00 Uhr

Aniko Ebersberger bildet Assistenzhunde aus.

Aniko Ebersberger ist seit ihrer Kindheit vernarrt in Hunde. Und seitdem sie 16 Jahre alt ist, trainiert die gebürtige Ungarin diese Vierbeiner. Seit 2003 führt sie ihr Kleintierzentrum in Markgrafenheide. Dazu gehört eine Hundekita und -pension, und dort bildet sie parallel Assistenzhunde für Menschen mit Handicap aus. Das übernimmt sie für die Kynos-Stiftung, die unter dem Motto Hunde helfen Menschen arbeitet und jetzt 20. Jubiläum feiert. Zu diesem Anlass wird es ein Symposium in Rostock geben.

Aktuell bildet Aniko Ebersberger den Labradoodle Aaron aus. Für sein Alltagstraining hat er Hundehalter auf Zeit. So lebte er das erste halbe Jahr bei einer Familie aus der Pfalz. Inzwischen wohnt Aaron seit Februar bei den Rostockern Kerstin Stöffler und René Stolzmann. Sie sind jetzt für das Alltagstraining zuständig. „Ein Begleithund muss geduldiger und vom Wesen stärker sein als ein normaler Hund“, erklärt die Tiertrainerin. „Er darf sich weder von anderen Hunden ablenken lassen noch seinem Spiel- oder Jagdtrieb folgen“, sagt sie. „Denn der behinderte Mensch ist ja auf den Hund und seine Hilfe angewiesen“, erklärt sie. Er muss mit Verkehrsmitteln Fahren lernen und in Einkaufszentren ruhig bleiben.

Als Ebersberger auf einem sozialen Netzwerk nach Pflegeeltern für Aaron gesucht hat, hat sich Kerstin Stöffler gemeldet. „Ich mag Hunde und hatte auch früher welche und wollte wieder einen haben“, benennt sie ihre Motivation. Auch ihr Freund hat schnell zugesagt. Die beiden haben anfangs oft mit der Tiertrainerin telefoniert und über die Ausbildung gesprochen. Die Studentin und ihr Freund wissen aber, dass sie den Labradoodle nicht behalten können, sondern im Sommer Abschied nehmen müssen. Denn Aaron wird für Stefanie Wichmann in Detmold ausgebildet. Ihr früherer Assistenzhund ist gestorben. Die jetzt 40-Jährige benötigt Aaron zur besseren Bewältigung ihres Alltags. „Diese Hunde lernen vom Bringen von Gegenständen über das Leeren der Waschmaschine bis zum Öffnen der Tür alles“, sagt Tiertrainerin Ebersberger. Sie startet im Sommer das Training mit Wichmann und Aaron zusammen. Dafür kommt die Besitzerin nach Markgrafenheide, später fährt die Trainerin zu ihr. Ebersberger übt mit Hunden authentisch, deshalb sitzt sie bei Aaron im Rollstuhl. Hat der Besitzer eine Sprachbehinderung, stellt sie das Handicap nach. Das Problem: Für viele wäre der Alltag mit Begleithund leichter, aber die Ausbildung kostet bis zu 25 000 Euro. Nur bei Begleithunden für Blinde übernimmt die Kasse die Kosten, in Stefanies Fall finanziert die Kynos-Stiftung Aaron, die von Spenden lebt.