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Handball Die Abwehr war zu schwach für die Oberliga

Von Klaus-Peter Kudruhs | 25.06.2019, 17:26 Uhr

Nach dem Abstieg gilt es für die Männer des Doberaner SV, für die neue Saison eine vernünftige Mannschaft zu formieren.

Als Tabellenletzter der Oberliga Ostsee-Spree 2018/19 stiegen die Handball-Männer des Bad Doberaner SV in die Fünftklassigkeit ab und starten ab September in der MV-Liga.

Nur sechs Siegen und zwei Unentschieden standen 18 zuletzt auch oft satte Niederlagen gegenüber. Die Münsterstädter kassierten die meisten Gegentore und büßten so ihren Ruf als abwehrstarke Mannschaft ein. Die eigene Trefferzahl (Platz acht unter den 14 Mannschaften) lag im Schnitt der vorangegangenen Jahre.

Dass die Bad Doberaner in der Defensive erheblich an Substanz verloren haben, lag sicher auch gerade in entscheidenden Partien an längeren Ausfällen spieltragender Kräfte (Sebastian Prothmann im Tor, Ingmar Rinas in der Abwehr, Ben Meyer und Yan Vizhbovskyy im Angriff). Hier fehlte die Qualität, um die Lücken zu schließen.

Noch unter Trainer Lars Rabenhorst, der in den ersten 15 Spielen die Verantwortung trug, wurden viele Mängel sichtbar. Ergebnisse wie das 20:35 gegen Stralsund, das 23:29 in Ludwigsfelde und besonders das 29:42 gegen Altlandsberg waren nicht oberliga-tauglich. Letztlich war das wohl auch der Grund, dass der über acht Jahre erfolgreiche Coach das Handtuch warf. Der lösungsorientierte und zumeist besonnen arbeitende Rabenhorst war mit seinem Latein am Ende und machte den Weg frei.

Das noch elf Partien umfassende „Restprogramm“ der Rückrunde begann unter dem vom HC Empor Rostock gekommenen neuen Trainer Andreas Köster verheißungsvoll. Ein 22:20 bei OSF Berlin und ein 22:21 gegen Werder waren ein guter Einstand. Auch das 24:29 in Stralsund konnte sich sehen lassen. Der 30:24-Sieg gegen Grünheide nährte die Hoffnung auf ein gutes Ende. Doch es folgten sieben Pleiten am Stück und der Abstieg. Zumeist ohne Glauben an die eigene Leistungskraft, ohne Einsatz und den Willen, alles zu geben, ließ die Mannschaft die Verantwortlichen um Hartmut Polzin, Chef des Gesamtvereins und Manager der Handball-Männer, und Abteilungsleiter Torsten Römer regelrecht im Stich.

„Wir werden uns auf jeden Fall erst einmal finden müssen“, meinte Römer, nachdem der Abstieg frühzeitig feststand. Für Polzin war die Saison schnell abgehakt: „Jetzt steht im Vordergrund, dass wir alles tun, um zum Beginn des neuen Spieljahres eine vernünftige Mannschaft ins Rennen zu schicken.“

Dieses Team aufzubauen und schnellstmöglich in der MV-Liga in den Erfolgsrhythmus zu bringen obliegt weiterhin Andreas Köster, bei Empor und vom Verband zwischenzeitlich gekündigt. „Der Oberliga-Abstieg war nicht schön, aber ich bin jetzt fest entschlossen, in Bad Doberan mit einigen neuen Spielern und einem etwas anderen Konzept etwas Neues aufzubauen“, so der Coach.

Nicht neu wird für den Bad Doberaner SV das Prinzip sein, Spieler aus anderen Vereinen zu akquirieren, denn aus dem eigenen Nachwuchs bietet sich weiter niemand an. Bleibt auch zu hoffen, dass die Zuschauer – im Schnitt kamen gut 300 zu jedem Heimspiel in die Stadthalle – ihrer Mannschaft auch auf dem Weg zurück in die 4. Liga den Rücken stärken.

Sebastian Voigt wirft 135 Tore

21 Akteure kamen zum Einsatz. In allen 26 Spielen waren nur Sebastian Voigt und Alexander Stöwsand dabei.

Rückraumspieler Sebastian Voigt war der Einzige, der mit 135 Toren die Hundert überschritt und damit auf Platz neun der Liga-Statistik einkam.

Bester Siebenmeter-Schütze war Sebastian Voigt (74 von 93 verwandelt = 79,57 Prozent)

Strafen: 128-mal zwei Minuten und neun rote Karten

Größter Sünder: Matthias Jahn mit 30 Zeitstrafen und viermal Rot

Kader 2018/19: Sebastian Prothmann 19 Einsätze, Florian Voigt 23, Oliver Schröder 3, Robert French 4, Moritz Ludwig 1– Tom Paul 22/13 Tore/davon ein Siebenmeter, Tim Lehwald 21/43, Christian Fandrich 18/21, Christoph Rasch 21/36, Sebastian Voigt 26/135/74, Ingmar Rinas 5/5, Alexander Stöwsand 26/11, Yan Vizhbovskyy 21/91/4, Matthias Jahn 25/45, Ben Meyer 15/88/8, Till Sachse 8/9, Jan-Eric Traub 23/47/1, Maximilian Lendner 12/23, Hannes Schulz 21/68/7, Benjamin Glaser 25/27, Alexander Holst 9/4

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